Die Fete endet nie…

© Robert Jentzsch

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Nicht nur die Staatsoperette Dresden mit La Cage aux Folles war ein Anlaufpunkt während der Langen Nacht der Dresdener Theater, sondern auch das Boulevard. Dort wurden über den ganzen Abend verteilt immer wieder halbstündige Ausschnitte aus der Musical Show „Die Fete endet nie …“ gezeigt.

Leider verging die halbe Stunde so schnell. Da es uns aber so gut gefallen hatte, beschlossen wir, uns für die nächste reguläre Vorstellung spontan Karten zu kaufen.

Die Geschichte ist recht schnell erzählt. Sie beginnt auf der einen Seite der Bühne mit Lydia und Sophie, ihrer Mutter. Auf der anderen Seite mit Marc und seinem Vater Pierre. Die beiden Eltern fahren ihre Sprösslinge zu einer Party. Den beiden Kindern ist es sichtlich peinlich, dass sie ihre Eltern zu der Party bringen. Sie schaffen es beide, dass sie ihre Eltern nicht bis zur Party begleiten.

Durch Zufall begegnen sich Sophie und Pierre aber doch. Sie schauen einander an, erst als Fremde, merken aber schnell, dass Sie sich schon mal irgendwo gesehen haben. Dann macht es „klick“. Sie waren vor 26 Jahren einmal ineinander verliebt. Und schon beginnt eine – vor allem auch musikalische – Zeitreise in die Jugend von Sophie und Pierre. Die Rollen der jungen Sophie und des jungen Pierre werden in einer Doppelrolle Stefanie Bock und Volkmar Leif Gilbert verkörpert.

© Robert Jentzsch

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Andreas Köhler spielt die Rolle des Pierre anfangs etwas naiv, entwickelt sich aber immer mehr zum Frauenheld und Frauenversteher. Ein Highlight war das von ihm gesungene „Eye of the tiger“, was vielen sicher aus dem Rocky-Musical oder auch den Rocky-Filmen bekannt sein sollte. „Die Fete endet nie …“ ist nicht sein erstes Musical. Manch einer hat ihn bestimmt schon in dem Musical „Gefährten“ in der Rolle des Friedrich in Berlin gesehen.

Katharina Eirich in der Rolle der Sophie ist beim ersten Treffen mit Pierre nach 26 Jahren genauso schüchtern wie damals. Sie spielte unter anderem schon in den Musicals „Der kleine Horrorladen“, „Dracula“ oder „Anateva“. Den Fans des Musicals „Hinterm Horizont“ dürfte ihr Name auch nicht ganz unbekannt sein, denn in dem Stück spielte sie unter anderem die Rollen der Mutter und der Pressesprecherin. Mein persönlicher Favorit war „Joe Le Taxi“ von ihr gesungen.

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Volkmar Leif Gilbert und Stefanie Bock spielen die Rollen der Kinder Marc und Lydia und während der Rückblenden den jungen Pierre bzw. die junge Sophie. Sie harmonieren perfekt zusammen. Volkmar Leif Gilbert konnte man schon am Alten Schauspielhaus Stuttgart in dem Musical „Frühlings Erwachen“ und am Kammertheater in der Hauptrolle des Cliff im Musical „Cabaret“ erleben. Stefanie Bock als gebürtige Thüringerin spielte nach ihrer Schauspiel-, Gesangs- und Tanzausbildung unter anderem in den Musicals „Once upon a Mattress“ am Altonaer Theater sowie in „Robin Hood“ im Theater des Sternenzelt in Hamburg. Danach stand sie für die Telenovela „Verbotene Liebe“ vor der Kamera. Aktuell ist sie in der Kindersendung „Kikaninchen“ auf dem Sender KiKa zu sehen.

Katrin Jaehne und Philipp Richter schlüpfen während des Stückes immer wieder in verschiedenste Rollen, unter andere die Schulfreundin von Sophie oder auch den DJ der Party. Ansonsten treten die beiden leider nicht so sehr in Erscheinung, außer bei der großen Abschlussnummer „Forever Young“.

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Musikalisch begleitet werden die Darsteller von Andreas Goldmann am Keyboard und Stephan Salewski an den Percussions.

„Die Fete endet nie …“ ist eine musikalische Hommage an die 1980er Jahre (auch wenn man sich zugegebenermaßen etwas verrechnet hat).

Sollte das Stück bei meinem nächsten Dresden-Besuch noch gespielt werden, kann ich mir sehr gut vorstellen, es mir noch einmal anzuschauen. Ich könnte mir aber auch vorstellen, mir eine andere Show anzuschauen. Es klingt alles auf jeden Fall sehr vielversprechend.

„Die Fete endet nie …“ steht am Boulevardtheater Anfang Mai für 6 und Anfang September nochmal für 8 Termine auf dem Spielplan. Wer also jetzt Lust bekommen hat, hat noch einige Termine, um sich die Show anzuschauen.


Artikel von Hagen