Deutscher Musical Theater Preis 2017: Die Preisverleihung

20479696_844590615716728_2640670205490223393_nAm 18. September 2017 lud die Deutsche Musical Akademie zum vierten Mal zur Verleihung des Deutschen Musical Theater Preises ein. Die Verleihung fand im Wintergarten Varieté Berlin statt. Preise wurden in 13 Kategorien verliehen und das Ganze von einem Rahmenprogramm, mit sympathischer Moderation und diversen Showacts begleitet.

Nach dem Auftakt „Broadway in Berlin“ mit Tänzern der Universität der Künste und Gayle Tufts, die den Abend moderierend begleitete, wurden Nominierte wie auch Gäste durch Jens Ochmann begrüßt. Erst seit kurzem ist er neuer Präsident der Akademie, doch bringt er es in seiner Rede auf den Punkt: Musical sei nicht nur Kult, sondern in erster Linie Kultur und er würde sich wünschen, dass dem Musical durch die Kulturpolitik die gleiche Unterstützung gewährt werden würde wie anderen Musiktheaterzweigen.

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3: Christian Kolonovits und Frank Nimsgern

Die erste Kategorie des Abends war „Beste Komposition“. Als Pate stand hierfür Frank Nimsgern am Rednerpult. In seiner kurzen, aber eindringlichen Rede setzte er sich für die Akzeptanz des Musicals an sich ein. Den Preis erhielt der Wiener Komponist Christian Kolonovits für „Vivaldi – Die fünfte Jahreszeit“. Die Uraufführung dieses Stückes fand an der Volksoper Wien statt.

Es folgte ein Showact, der die Stimmung im Saal sofort weiter nach oben trieb. Präsentiert wurde „Von Liebe und Luft“, ein Terzett aus „In 80 Tagen um die Welt“, dargeboten von Anais Luken, Alen Hodzovic und Rob Pelzer.

Bettina Meske und Marc Jungreithmeier hatten die Ehre, die Preise gleich für die nächsten beiden Kategorien zu vergeben. So gingen die Preise für „Bestes Bühnenbild“ sowie für  „Bestes Kostümbild und Maske“ beide an „In 80 Tagen um die Welt“; ersterer an Hans Kudlich, letzterer an Susanne Hubrich. Beide Preise wurden in Vertretung entgegen genommen, da die Preisträger selbst nicht zugegen sein konnten.

Es geht weiter

Die vierte Kategorie des Abends war „Bestes Buch“, hierfür standen Andrea Pier und Jens Janke Pate. Die Auszeichnung ging an Constane Behrends für „Klassenkampf“. Die Freude über die Auszeichnung für ihr Erstlingswerk wirkte ansteckend und überaus sympathisch.

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Auszug aus dem Bielefelder Musical „Das Molekül

Es folgte nun eine weitere Showeinlage mit einem Auszug aus dem Bielefelder Musical „Das Molekül“. Mit dem Titel „In der Forschung“, gaben Thomas Klotz, Alexander Franzen, Veit Schäfermeier, Carlos Rivas, Roberta Valentini und Carolin Soyka einen kurzen Einblick in das Stück. Auch diese Darstellung wurde vom Publikum überaus begeistert angenommen.

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Sophie Berner und David Jacobs hatten die Ehre, die ersten Preise an Darsteller an diesem Abend zu vergeben. Für gleich zwei Kategorien vergaben sie stellvertretend für die Akademie den Preis. „Beste Darstellerin in einer Nebenrolle“ wurde Elena Zvirbulis für ihre Rolle in „Cindy Reller“ in Hamburg, „Bester Darsteller in einer Nebenrolle“ wurde Rob Pelzer für seine Rolle in „In 80 Tagen um die Welt“.

In der siebenten Kategorie, „Beste Liedtexte“, ließ es sich Bodo Wartke nicht nehmen, die Laudatio zu halten. Er amüsierte das Publikum mit seinen Ausführungen um Mozarts Zauberflöte und übergab den Preis schließlich an Kevin Schroeder für seine Liedtexte bei „Der Fischer und seine Frau“, einer Produktion der Brüder-Grimm-Festspiele in Hanau.

Bevor das Publikum in eine wohl verdiente Pause entlassen wurde, heizte ihnen ein achtköpfiges Ensemble der Neuköllner Oper Berlin noch einmal richtig ein, indem sie ein Medley aus dem Musical „Kopfkino“ zum Besten gaben.

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Gayle Tufts moderierte den Abend

Nachdem Gayle Tufts, begleitet von Marian Lux am Piano, das Publikum wieder in den Saal gelockt hatte, wurde der nächste Preis in der Kategorie „Bestes Musikalisches Arrangement“ von Thomas Klotz und Stefanie Hertel, an Christian Kolonovits überreicht, der damit seine zweite Auszeichnung an diesem Abend in den Händen hielt.

Jacqueline Wendt verlieh die Trophäe für die „Beste Choreographie“ an Simon Eichberger für „In 80 Tagen um die Welt“. Da dieser persönlich nicht zugegen sein konnte, ließ er eine nette Dankesrede verlesen.

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Anna Montanaro mit ihrem Preis

Anna Montanaro gab anschließend „Er steht da“ aus „Vom Fischer und seiner Frau“ zum Besten. Sie präsentierte die Ballade ruhig und sehr harmonisch in wunderbarer, musikalischer Begleitung.

Stefan Huber präsentierte die bereits zehnte Kategorie des Abends, „Beste Regie“ und verlieh den Preis an Matthias Davids für seine Arbeit an „In 80 Tagen um die Welt“, welches das meist ausgezeichnete Musical des Abends war. Auch dieser Preis wurde stellvertretend entgegengenommen.

Mit Spannung erwartete das Publikum die nun folgenden Kategorien. Zunächst präsentierte Frederike Haas den „Besten Darsteller in einer Hauptrolle“. Hier wurde Drew Sarich für die Titelrolle in „Vivaldi – Die fünfte Jahreszeit“ ausgezeichnet. Auch er konnte den Preis nicht selbst entgegennehmen, stellvertretend übernahm das Robert Meier, der Direktor der Wiener Volksoper, welcher die richtigen Worte fand, um dem Publikum ein Schmunzeln abzuringen.

Andreas Bieber präsentierte in der vorletzten Kategorie die „Beste Darstellerin in einer Hauptrolle“. Diesen übergab er nach einer überaus charmanten und mitunter frech-kritischen Rede an die sichtlich gerührte Anna Montanaro für ihre Interpretation der Titelrolle in „Der Fischer und seine Frau“.

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Ute Lemper und Klaus Wowereit

Mit einem letzten Showact an diesem Abend, dem „Pausenfinale“ aus dem Musical „Cindy Reller“, brachten sechs Darstellerinnen und Darsteller Stimmung in den Saal, ehe schließlich Patricia Nessey und Corny Littmann den Preis für das „Beste Musical“ übergaben. Ein weiteres Mal stand hier „In 80 Tagen um die Welt“ von Komponist Gisle Kverndokk und Librettist Øystein Wiik auf dem Treppchen.

Der Ehrenpreis für ihren internationalen Einsatz für das deutschsprachige Musical wurde an Ute Lemper verliehen. Die Laudatio hierfür hielt der ehemalige Regierende Berliner Bürgermeister Klaus Wowereit, der eine sehr empathische Rede hielt, deren Erwiderung durch die Preisträgerin nicht ausblieb.

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Den Abschluss des Programms bildete noch einmal Gayle Tufts mit der Reprise von „Broadway in Berlin“, mit welchem sie bereits den Abend eröffnet hatte.

Wer war nominiert? Diese Informationen finden sich auch auf unserer Webseite, und zwar hier: Die Nominierten 2017

Weiterführende Informationen zum Musicaltheaterpreis finden sich auf der offiziellen Seite der Musicalakademie:
https://www.deutschemusicalakademie.de/deutscher-musical-theater-preis

Bericht und Bilder: Andrea