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Der Nussknacker am Gärtnerplatztheater

Am 23.11.2017 war die Premiere der Inszenierung des beliebten Weihnachtsballetts im frisch renovierten Gärtnerplatztheater. Unter der musikalischen Leitung von Kiril Stankow ist eine sehr gelungene Version von Peter I. Tschaikowskys Werk entstanden, das die Zuschauer mit den bekannten Klängen sofort in weihnachtliche Träumerei versetzt.

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Im Gegenteil hierzu ist die choreografische Inszenierung von Karl Alfred Schreiner in großen Abschnitten ungewohnt. So handelt es sich nicht um ein klassisches Ballett, vielmehr wurde das Stück in einer Mischung aus Tanztheater und Ausdruckstanz umgesetzt. Wer also Ballerinas und Tutus erwartet, der wird sie in dieser Umsetzung nicht finden.

Überzeugend ist jedoch das Bühnenbild, das umrahmt von großen mit Büchern gefüllten Holzschränken die Gemütlichkeit eines Abends der Bescherung bildet. Gut umgesetzt wurde die Ankunft der Verwandtschaft der Familie Stahlbaum, die bei der Bescherung die glanzvoll eingepackten Geschenke im Nullkommanichts in kleinste Fetzen zerreißt.
Eine überraschend erwachsene Klara (Anna Calvo), die größer als ihre Mutter (Rita Soares) ist, bekommt zwei Marionetten-Clowns geschenkt, einen Nussknacker sucht man vergebens. Schon vor der Bescherung ist ihr Blick eher auf den Sohn (David Cahier) ihres Patenonkels Droßelmeier (Rodrigo Juez Moral) gefallen, der ihre Blicke ebenfalls erwidert. So nimmt die Geschichte ihren Lauf, Klara schläft abends ein und träumt allerlei Kurioses. Die Rattenbande übernimmt das Haus und wird von Verwandtschaft Stahlbaum, im Traum transformiert in Eisbär und Phantasiegestalten, in die Flucht geschlagen. Im Hintergrund immer beschützend Patenonkel Droßelbart, von der Erscheinung auch Pirat oder italienischer Macho, der Klara behütet und immer wieder mit seinem Sohn zusammenbringt. Ein Nussknacker taucht allerdings weiter nicht auf, genauso wenig wie eine Zinnsoldatenarmee. Dafür gibt es aber Hahn und Hühner im spanischen Tanz, einen Sultan mit seinen Sheherazaden im arabischen Tanz sowie Ping und Pong, die beiden Clowns, um nur einige zu nennen. Letztere haben eine sehr erheiternde eigene Einlage, was besonders für Kinder ein großer Spaß ist. Auch die Liebelei von Hausmädchen und Butler sorgt für einige Lacher.

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Schade ist, dass die Choreographie der Tänzer oft zu langsam und zäh wirkt für die Leichtigkeit der schönen Musik von Tschaikowski. So kommt einem auch das Pas de deux von Klara und Droßelbart Junior am Ende etwas zu lang vor.

Alles in allem ist der Nussknacker am Gärtnerplatztheater ein Abend für die ganze Familie. Vorkenntnisse zum Stück und Vorlieben zum klassischen Ballett sollten ausgeblendet werden und somit kann ein unterhaltsamer Abend mit wunderschöner Musik verbracht werden.

Weitere Vorstellungen sind am 25.11., 26.11., sowie am 3., 9., 23. und 25.12.2017. Weitere Informationen unter www.gaertnerplatztheater.de


Artikel & Bilder von Sabine und Caroline

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