Der Medicus

12400782_1249875615039255_2658591965098041189_n

Das Musical “Der Medicus” feierte im Sommer 2016 seine Weltpremiere am Schlosstheater Fulda im Rahmen des Musicalsommer. Das Kreativ-Team bilden Dennis Martin als Komponist und Autor, sowie Christoph Jilo als Regiesseur. 2017 gibt es beim Musicalsommer den “Medicus 2.0”. Auf die Zuschauer warten viele Neuerungen und Überraschungen.

INHALT

Akt 1

Schottland im 11. Jahrhundert. Medicus Rob Cole erzählt seinem Sohn Samuel  seine Lebensgeschichte, nachdem dieser in einer Truhe ein unbekanntes Brettspiel gefunden hat. Rob beginnt seine Lebensgeschichte im Jahr 1021 in London, an jenem Tag, an dem sein Vater starb. Schon als Kind verfügt Rob über die besondere Gabe, in seinen Händen den nahenden Tod anderer Menschen zu spüren. Kurz nach dem Tod seines Vaters, stirbt auch seine Mutter Agnes. Rob wird von seinen Schwestern getrennt und ist allein auf seinem Weg ins nirgendwo. Schließlich kann er sich einem Bader anschließen, mit dem er von Ort zu Ort reist und zu einem erwachsenen Mann heranwächst.

Als Badergeselle lernt Rob erste Heilmethoden kennen. Durch die immer wiederkehrende Konfrontation mit dem Tod suchen Rob Schuldgefühle heim und er möchte am liebsten noch mehr über die Heilkunst erfahren. Durch den Bader erfährt Rob von der Möglichkeit in Persien bei Ibn Sina Medizin zu studieren. Schweren Herzens verabschiedet sich Rob und macht sich auf seinen „Weg“. Auf seiner Route nach Konstantinopel bleibt Rob im bulgarischen Gabrowo stecken, da der Höhlenpass nicht passierbar ist. In der Herberge trifft Rob auf Menschen verschiedener Nationen, unter anderem den jüdischen Händler Simon, welcher Rob persisch lehrt. Aber auch Mary Cullen lernt Rob dort kennen. Die beiden verlieben sich in einander, doch ihre Wege trennen sich, als die Wanderung fortgesetzt werden kann. Mittlerweile musste Rob erfahren, dass er als Christ niemals Zutritt zur Madrassa erhalten wird. So fasst Rob den Entschluss und macht sich auf den weiteren Weg als Jude Jesse Ben Benjamin.

Nach einer langen Reise treibt schließlich ein Sandsturm Rob an sein Ziel. Er „strandet“ vor den Toren von Isfahan. Zwei Händler geleiten Rob zur Madrassa, doch dort wird Rob von Quandrasseh, einem herrischen Mullah, die Aufnahme an der Madrassa verwehrt. Nach all den Strapazen will Rob dies nicht auf sich sitzen lassen, aber die Wachen schlagen ihn schließlich vor den Türen der Madrassa zusammen.

Das Blatt wendet sich. Medizinstudent Mirdin versorgt Rob auf der Straße, was Ibn Sina zunächst nicht sonderlich erfreut. Doch durch diesen schicksalhaften Zufall erlaubt Ibn Sina Rob den Zutritt zur Schule. Nachdem er sich in seinen neuen Verhältnissen eingelebt hat, wird Rob bei der Behandlung eines vermeintlich geheilten Patienten mit seiner Gabe erneut konfrontiert. Die Vorhersage Robs wird von Quandrasseh als Gotteslästerung verurteilt und nicht weiter beachtet.

Nachdem Mirdin in den Ärztestand befördert wurde, nimmt Karim das Ereignis zum Anlass, ausgiebig auf dem Maidan zu feiern. Rob ist über Karims Freizügigkeit erstaunt und erfährt von Mirdin, dass Karim der Neffe des Schahs ist. Bei dieser Gelegenheit erklärt Karim Rob das Spiel des Schahs – Schach.

Das bunte Treiben findet ein jähes Ende, als der vermeintlich geheilte Patient auf dem Maidan tot zusammenbricht. „Die Pest ist in der Stadt“…

Akt 2

Die Pest ist in Isfahan ausgebrochen. Das Chaos und die Krankheit verbreiten sich wie im Flug. Rob seziert schließlich eine Ratte, wodurch die Wissenschaftler entscheidende Aufschlüsse über die Krankheit erfahren. Durch notwendige Schritte, nicht nur die Kleider der Kranken zu verbrennen, kann die Krankheit schließlich besiegt werden. Sie fordert aber auch ihre Opfer, darunter der Schah und seine beiden Söhne. Karim steigt somit unerwartet in der Erbfolge auf und muss sich auf seine Krönung vorbereiten.

Ibn Sina sucht derweil ein vertrautes Gespräch mit Rob und spricht diesem Mut zu, seine Gabe für die Wissenschaft zu nutzen. Bei einer prunkvollen Zeremonie wird Karim zum Schah gekrönt. Abseits der Feierlichkeiten zieht sich Karim mit Mirdin und Rob zurück, um mit seinen ehemaligen Mitstudenten auf ewige Freundschaft zuschwören. Karim ernennt Mirdin zu seinem Leibarzt und Rob erhält als Calat (Geschenk des Schahs) eine weibliche Dienerin. Wie das Schicksal es will, ist unter den Frauen die zur Auswahl stehen Mary.

Mary beschließt so lange in Isfahan zu bleiben, bis Rob sein Studium abgeschlossen hat. Danach wollen beide zurück nach Schottland gehen. 

Die Ereignisse überschlagen sich. Als in der Madrassa eine Patientin an der Seitenkrankheit stirbt, fordert Rob vehement Ibn Sina dazu auf den Leichnam zu öffnen. Doch die Religion verbietet dies. Währenddessen macht Karim der Schule ein großzügiges Geschenk und verkündet einen Feldzug gegen die Seldschukken zu beginnen. Sein Leibarzt soll ihn dahin begleiten. Die Wut in Rob wird immer größer und so fasst er den Entschluss heimlich den Leichnam im Keller der Madrassa zu öffnen. Er erkennt, dass es Abweichungen in der Anatomie gibt und findet den Auslöser der Seitenkrankheit.

Mirdins Frau Fara und Mary sitzen in der Jehuddijeh zusammen und sorgen sich um ihre Männer. Der eine der im Krieg ist und der andere der Tag und Nacht arbeitet, aber ein großes Geheimnis darum macht. Schließlich kehrt die Armee des Schahs zurück und wenig später treffen Soldaten ein, die den schwer verwundeten Mirdin auf einer Bahre hereintragen. Er erliegt seinen schweren Verletzungen.

Rob will Karim die Nachricht vom Tod seines gemeinsamen Freundes persönlich überbringen. Die Nachricht trifft den siegestrunkenen Karim allerdings nicht so hart, wie erwartet. Es kommt zu einem Streit. Angewidert von Karims Verhalten lehnt Rob das Calat vor dem versammelten Hofstaat ab. Ein Affront, für den der Großwesir die Todesstrafe fordert. Karim kann dies verhindern, da er weiß, dass für Rob der Tod keine Bestrafung darstellt. Er lässt Mary zu sich in den Palast holen, um diese zu schänden.

Von Quandrasseh muss Rob erfahren, was im Palast geschehen ist. Voller Zorn und Abscheu macht sich Rob auf den Weg zum Palast, um Karim zu töten. Rechtzeitig sieht Rob ein, dass eine solche Tat ihm und Mary ebenfalls das Leben kosten würde. Karim vergleicht stattdessen diese Situation mit Schach: “Wie im Spiel müsse man sich im Leben an Regeln halten”. Rob und Karim tragen ihren Konflikt schließlich auf dem Schachbrett aus. Es gelingt Rob, diese Partie zu gewinnen und Karim somit “Schahtrang” zuzuführen, den Schmerz des Schahs.

Es kommt zum finalen Ende. Die geöffneten Leichen werden im Keller der Madrassa entdeckt. Ibn Sina nimmt die Schuld dafür auf sich, da er von seiner eigenen Krebserkrankung weiß. Er weiß, dass er nicht mehr lange zu leben hat. Als Rob ihn im Gefängnis besucht, verrät Ibn Sina ihm, dass er Gift genommen hat. So entgeht er der Todesstrafe und kann zudem seinen Schützling Rob schützen. Bevor Ibn Sina stirbt, zeigt Rob ihm seine Zeichnungen. Ibn Sina ist erstaunt über die Erkenntnisse, lobt Rob für seinen Mut und sieht in ihm einen würdigen Nachfolger.

Rob verabschiedet sich von seinem “Vater” und verlässt mit Mary die brennende Stadt, während Karim von feindlichen Soldaten der Seldschukken umgebracht wird. 

Der Handlungsbogen endet wieder da, wo er begonnen hat – in Schottland. Rob beendet seine Erzählung und zeigt Samuel die immer noch verbotenen Zeichnungen. Er bittet schließlich seinen Sohn, sie auch nach seinem Tod aufzubewahren und weiterzutragen bis die Welt für das enthaltene Wissen bereit ist. 

 

AUSZEICHNUNGEN

  • 2016: Deutscher Musical Theaterpreis für das beste musikalische Arrangement

ENSEMBLE DER URAUFFÜHRUNG 2016

    • Rob Cole: Friedrich Rau (Sascha Kurth, Janko Danailow)
    • Mary Cullen: Sabrina Weckerlin (Devi-Ananda Dahm, Dorothea Maria Müller)
    • Ibn Sina: Reinhard Brussmann (Thomas Christ)
    • Karim/ Schah: Andreas Wolfram (Thomas Christ)
    • Mirdin: Lutz Standop
    • Bader/ Quandrasseh: Sebastian Lohse
    • Fara: Devi-Ananda Dahm
    • Mutter: Dorothea Mara Müller (Larissa Windegger)
    • Ensemble: Devi-Ananda Dahm, David Rodriguez-Yanez, Claudia Greco, Chadi Yakoub, Lucia Isabel Haas Munoz, Jennifer Pöll, Elena Kramer, Jennifer Schlensker, Dorothea Maria Müller, John Baldoz, Lynsey Reid, Stephan R. Przywara, Isabelle Sharon Rupa, Linda Stark, Michelle Tönnies, Sascha Laue, Larissa Windegger, Katharina Brehl, Michael Beck, Kristin Heil, Thomas Christ, Jörg Alt, Denis Edelmann, Torsten Paul, David Eisinger, Farid Halim, Maximilian Klakow, Peter Knauder, Léon van Leeuwenberg, Salvatore Maione, Claus Opitz


Quelle: Pressemappe zum Musicalsommer 2017