Der Ring – Premiere in Füssen 2018

13118865_1706967259545013_6760217574574406494_nAm 05. Oktober fand in Füssen die große Premiere des Musicals der Ring statt. Das Festspielhaus, am fast wieder vollen Foggernsee gelegen, erstrahlte unter den am roten Teppich, die mysteriöses Licht verbreiteten, passend zum Thema des Musicals. Denn bei „Der Ring” geht es um die Sage von Siegfried und dem Schatz der Nibelungen, es geht um Götter und darum, wer die Macht in den Händen hält.

Die Handlung findet sich hier

 

DIE BOTSCHAFT HINTER DER GESCHICHTE

Frank Nimsgern hat sich mit seinem “Ring” an der ältesten deutschen Heldensage, dem “Ring der Nibelungen”, der “Siegfried”-Sage orientiert. Um dieses Thema auch für jüngere Menschen interessant zu machen, packte Nimsgern Elemente der Sage in moderne Musik. Damit möchte er auch jüngere Menschen wieder mit der deutschen Kultur vertraut machen.

Gleichzeitig ist “Der Ring” aber auch eine versteckte politische Botschaft, denn die Geschichte zeigt, was Macht in falschen Händen bewirken kann. Da gibt es den Zwerg, der gar nicht weiß, was er damit anfangen soll. Sie Riesen, die sich bekämpfen und der eine den anderen erschlägt. Jeder, der den Ring der Macht hat, verliert die Menschlichkeit. Es ist ein Stück gegen den Krieg, das zeigt, dass es hier immer nur Verlierer geben kann. Im übertragenen Sinne symbolisiert der Ring den Startknopf zur Atombombe.

 DIE VORSTELLUNGEN

(c)Ingrid Kernbach
(c)Ingrid Kernbach

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Premiere verlief ohne Probleme und das Publikum honorierte die großartige Vorstellung mit Standing Ovations und minutenlangem Applaus. Auf der anschließenden Premierenfeier wurde noch ausführlich über die großartigen Darsteller und Tänzer sowie die unglaubliche Bühnentechnik diskutiert.

Doch wie anfällig diese Technik sein kann, wurde bei der Matinee am Sonntag klar. Etwa 15 Minuten nach Beginn der Show: Alberichs Unterwelt hat sich gerade herein gedreht, gibt es einen Knall, der Vorhang geht herunter. Benjamin Sahler, Intendant des Festspielhauses, bittet die Zuschauer wegen einer technischen Störung vorübergehend den Saal zu verlassen. Erstaunlich und bewundernswert ist die Reaktion des Publikums, das zum größten Teil die Unterbrechung ohne Murren hinnahm. Allen, die nicht bleiben konnten, wurden die Karten zurück erstattet bzw. für einen anderen Termin umgetauscht.

(c)Ingrid Kernbach
(c)Ingrid Kernbach

Doch die Zuschauer, die blieben, erlebten einen unvergesslichen Nachmittag. Denn das Team um Frank Nimsgern hatte beschlossen, die Show konzertant weiterzuspielen. Chris Murray als Alberich, Jan Ammann als Wotan, Christopher Brose als Siegfried sowie Anke Fiedler als Brunhild und die “Rhein-Amazonen” Kathy Savannah Krause, Kristin Backes und Stefanie Gröning gaben alles, um die Zuschauer ganz ohne visuelle Effekte mit der Geschichte vertraut zu machen. Allerdings blieb ein bisschen die Ernsthaftigkeit auf der Strecke. Besonders JA – NEIN – DOCH, ein Gag von Louis de Funes – wurde ungewollt zum running Gag. Die komödiantische Ader aller Darsteller kam somit durch. Und so hatte das Publikum viel zu lachen. Ein bisschen verzweifelt meinte zwischendurch “Siegfried” Christopher Brose nur, bitte kommen Sie auf jeden Fall noch einmal zur regulären Show. Und so entwickelte sich aus einer technischen Panne das Showhighlight des Jahres.

Nach vier Tagen Pause ging es dann am Freitag den 15. Oktober mit der nächsten Show weiter. Doch auch hier gab es nach ein paar Minuten eine Unterbrechung. Zunächst wurde das Publikum gebeten auf den Plätzen zu bleiben, doch nur um ein paar Minuten später gebeten zu werden, den Saal zu verlassen.

Während das Publikum im Foyer diskutierte, was jetzt schon wieder sein könnte und unter über den “Fluch des Zwerges Alberich” oder das “Phantom des Festspielhauses” gewitzelt wurde, war hinter dem Haus die Hölle los. Mehr als 20 Einsatzwagen von Feuerwehr, Polizei und Rotem Kreuz aus allen umliegenden Gemeinden waren zum Großeinsatz vor Ort. Auslöser des Einsatzes war eine kleine Chlortablette, wie man sie in jedem Pool verwendet. (Bericht: Der Chlorunfall)

Nach einer pannenfreien Show am Samstag folgte am Sonntag Mittag die Derniere für 2018. Es war eine sehr emotionale Show, an deren Ende es minutenlang Standing Ovations und tosenden Applaus gab. Im Rausch der Begeisterung gab es dann die Zugabe, ein Mix aus einigen Titeln, gleich noch ein zweites Mal und Frank Nimsgern verabschiedete sich mit dem Versprechen, 2019 wieder zu kommen.

TECHNIK / BÜHNENBILD

(c)Ingrid Kernbach
(c)Ingrid Kernbach

Nach der Übernahme des Festspielhauses durch Manfred Rietzler wurde das ganze Haus 2016 komplett saniert und verfügt nun über eine der größten Drehbühnen Europas und eine der modernsten Licht- und Tonanlagen. Ausserdem gehört zur Bühne ein 90.000 Liter fassender See. All diese Technik wird bei dem Musical “Der Ring” eingesetzt, so dass der Zuschauer auch visuell ein kleines Spektakel erlebt.

DARSTELLER

Mit Jan Ammann als Wotan und Chris Murray als Alberich hat Frank Nimsgern zwei der bekanntesten und beliebtesten Musicaldarsteller engagiert. Hinzu kommen Christopher Brose, der als Siegfried sowohl körperlich als auch gesanglich eine gute Figur macht.

Anke Fiedler als Brunhilde und Kathy Savanna Krause als Rheinamazone waren schon in vielen Musicalrollen zu sehen und gehören zu den etablierten Darstellerinnen, während Kristin Backes (auch Rheinamazone) mit gerade mal 20 Jahren am Anfang ihrer Karriere steht. Die dritte Rheinamazone, Stefanie Gröning, kommt eigentlich mehr aus dem Bereich Tanz. Von ihr sind u.a. die Choreographien von “Fame”, “Hair”, “Grease” u.v.m. Ein bisschen unter geht leider Vera Horn, die mit ihrer grossartigen Ringakrobatik das Gesamtbild abrundet.

(c)Ingrid Kernbach
(c)Ingrid Kernbach

Neben diesen Hauptakteuren gehören noch ca. 20 weitere Personen zum Ensemble. Besonderes Highlight ist der Drache, dessen Körperteile von den Tänzerinnen und Tänzern zu einem riesigen Fabelwesen zusammen gesetzt werden und das Rauch speiend mit Siegfried kämpft. Frank Nimsgern, Komponist des Musicals und begnadeter Gitarrist, dirigiert vom Orchestergraben aus seine dreiköpfige Band, bestehend aus Dr. Konstantinos Kalogeropoules, Stefan Engelmann und Stephan Schuchardt.

Nach 6 erfolgreichen Shows gab Frank Nimsgern den begeisterten Zuschauern das Versprechen, 2019 zurück ins Festspielhaus zu kommen.

Bericht: Ingrid Kernbach

Weitere Berichte rund um das Musical auf Bühnenlichter.de:

 

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DREAM KING – Welturaufführung in Füssen 2023

Lebe deinen Traum

Besuchte Vorstellungen: Premiere 01.09.2023 & Abendvorstellung 02.09.2023

Am 01. September hat das komplexe neue Musical DREAM KING – LEBE DEINEN TRAUM im Festspielhaus Füssen Premiere gefeiert. Hinter der Produktion stecken Janet Chvatal und Marc Gremm. Vorgänger dieser Version ist der SCHWANENPRINZ, welcher 2016 extra für ein Schiff am Foggernsee konzipiert wurde. Die Musik stammt von Nic Raine, zusätzliche Arrangements stammen von Michael Pflumm, Gareth Williams und Janet Chvatal. Regie führten Janet Chvatal und Benjamin Sahler. 

DREAM KING – LEBE DEINEN TRAUM wagt eine neue Mischung. Historie trifft auf Fantasy und das macht, wenn man u.a. LUDWIG 2 nicht kennt, es vermutlich schwieriger den Zusammenhängen zu folgen. Das Musical verbindet zunächst die Geschichte Ludwig II. mit der Legende vom letzten Schwanenritter. Es werden historische Ereignisse mit Geschichten des Mittelalters verbunden. Dabei wechseln sich Realität und Fantasie ständig ab.

Das Stück beginnt mit dem jungen Ludwig II., der das Publikum und seinen Großvater auf eine Traumreise einlädt. Der Großvater erscheint zu Beginn fast wie ein Erzähler. Die Legende vom Schwanenritter beginnt und leitet über in die Historie.

Musikalisch bewegt sich das Musical DREAM KING sehr im klassischen Bereich, sodass es auch als eine moderne Operette durchgehen könnte. Leitmotive aus Solosongs oder Duetten kommen in den Reprisen zurück und werden dabei von anderen Akteuren gesungen. Die Duette des Musicals sind in allen Varianten und Zusammensetzungen der Akteure das Musik-Highlight und veranlassen die Zuschauer jedesmal zu langem Zwischenapplaus.

Die schönen Projektionen von Franky Kühnlein, Janet Chvatal und Mario Ruschel unterstützen die wenigen Bühnenelemente auf der Drehbühne. Die Projektionen lassen das Publikum auf Wolken schweben, im Feuer kämpfen oder den Sternenhimmel bewundern. Der eingesetzte Bühnennebel verstärkt diese Eindrücke immer wieder.

Die Kostüme wurden von Veronika Müller, Claudia Krämer, Erih Gössler, Sophie Amani und Roja Grosch entworfen und dem Zeitgeist des Stückes nachempfunden. Damenroben des Hochadels mit weit ausgestellten Röcken oder Ritter-Rüstungen, sowie der blaue Königsmantel dürfen in dieser Inszenierung nicht fehlen.

Die namenhafte Besetzung der Hauptrollen wird durch ein klasse Ensemble des Festspielhauses ergänzt.

Jan Ammann brilliert in DREAM KING einmal mehr mit seiner warmen, ruhigen Stimme und glänzt gerade bei den lang gehaltenen Tönen seiner Songs. Sein Schauspiel überträgt die Zerrissenheit zwischen Träumen und Macht mit jeder Faser seines Körpers, sogar bis in die Fingerspitzen. Es scheint, als wäre diese Rolle des erwachsenen Prinzen/König für ihn gemacht und fast auf den Leib geschrieben.

Patrick Stanke hat in der letzten Zeit an Stimmkraft zugelegt und überzeugt mit seiner starken Stimme als strenger Vater und hasserfüllter Klingsor. Seine Gesten und Mimik stellen Macht und Herrschaft eindeutig dar.

Misha Kovar als Mutter, zwiegespalten zwischen Hofetikette/Macht und Muttersein spielt dabei ihre Wandelbarkeit der Stimme aus. Mal zarter und sensibel, mal härter und druckvoll.

Kristin Backes als Sissi verkörpert gekonnt die Wandlung der Prinzessin zur Kaiserin und singt ihre Songs, gerade auch im Duett mit Jan Ammann, emotional und harmonisch.

Chris Green als Diener betreut den Prinzen ein Leben lang. Bewundernswert ist dabei das altern dieser Rolle. Einerseits Disziplin, andererseits Loyalität zum jungen Menschen bringt er gekonnt rüber. Kleine lustige Momente hat diese Rolle auch, sodass so mancher Zuschauer schmunzeln musste.

Hervorzuheben ist Noah von Rom in der Rolle des jungen Prinzen. Gefühlt fast in jeder Szene auf der Bühne, steht er mit seiner Leistung den Profis in nichts nach und legte eine klasse Leistung ab. Mit seiner Bühnenpräsenz hat er seine Rolle überzeugend und großartig dargestellt. Da kommt toller Nachwuchs auf die Bühne und dieser Weg sollte weitergehen.

Super gemacht ist der Schwanentanz mit Alina Groder, die tänzerisch Bewegungen eines Schwanes imitiert und dessen zwei riesige weiße Flügel werden fast unsichtbar von 2 Mitwirkenden im Hintergrund als Schwingen bewegt. Dieser Schwan ist wirklich beeindruckend gespielt und getanzt.

Action fehlt im Stück auch nicht, denn Kampfszenen mit Schwertern und Rüstungen, sowie der rote Ritter als riesiges Skelett dargestellt, lassen Fantasyfilme erahnen.

Träume hat jeder, ob groß, ob klein, komm lass sie leben und mach sie dein… Also geben wir uns unseren Träumen hin und bewahren den Träumer in uns ein Leben lang.

DREAM KING kommt wieder und zwar am 30./31. Dezember 2023, sowie am 05./06. Januar 2024. Der Vorverkauf dafür hat bereits begonnen. 

CAST & CREW 

  • Erwachsener Prinz/König: Jan Ammann
  • Vater/ Klingsor: Patrick Stanke
  • Diener: Chris Green
  • Mutter/Kundry: Misha Kovar
  • Cover Mutter/ Kundry: Tanja Versal
  • Prinzessin/Kaiserin: Kristin Backes
  • Junger Prinz: Noah von Rom & Felix Lang
  • Großvater: John Arthur Westerdoll III.
  • Schwan: Alina Groder
  • Cover Schwan: Anna Martens
  • Stimme des Schwans: Esmeralda Endruweit
  • Volk Solo Tänzerin/ Hexe: Kristina Bösl, Selina Kohl
  • Volk Tänzerin/ Hexe: Luzia Sahler, Finola Schulze
  • Skelett/ Schwanenflügel: Volker Bleck
  • Roter Ritter: Roman Mösslein
  • Anführer Schwanenritter: Alexander Krämer
  • Ritter/ Schwanenflügel: Leon Heim
  • Ritter/ Volk: Florian Kügle
  • Ritter/ Volk (Cover Roter Ritter): Eike Rücker-Klapper
  • Anführer der Ahnen: Fabian Geyer
  • Ahnen und Volk: Naia Chvatal-Jones, Lucie Kahlenberg, Leni Hierzer, Lea Pade

Gastbeitrag von Silke, Fotos von Ingrid!

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„Die Päpstin“ in Ludwigs Festspielhaus in Füssen 2018

Premiere am 30.11.2018

Produktion der Big Dimension Stuttgart

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Nach den Musicals „Ludwig2“ und „Der Ring“ feierte man in Füssen dieses Jahr mit „Die Päpstin“ bereits die dritte große Musicalpremiere. Das Stück, eine Produktion von Spotlight Musicals aus Fulda feiert dort jedes Jahr große Erfolge und gehört zu den Dauerbrennern in der Musicalszene.

Die Geschichte der „Päpstin“ ist schon oft genug beschrieben worden, weshalb wir an dieser Stelle darauf verzichten wollen (hier geht es zum Inhalt: Die Päpstin – Das Musical). Allerdings gibt es zu der Produktion in Fulda (hier geht es zu unserem Bericht: Hinter hohen Klostermauern…) einige Unterschiede in der Neuinszenierung der Produktionsfirma Big Dimension aus Stuttgart. Besonders auffällig ist das minimalistische Bühnenbild, das eigentlich nur aus einigen Kisten besteht, die vom Ensemble in den einzelnen Szenen hin- und hergeschoben werden. Dafür sorgt die Beleuchtung für teilweise mystische Stimmung. Und, genau wie in Fulda, kann man auf der Bühne viele großartige Darsteller und ein hoch motiviertes Ensemble erleben. Wer die Produktion aus Fulda kennt, wird allerdings die Szene vom „Jahrmarkt in St. Denis“ vermissen, denn diese wurde hier leider gestrichen.

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Auf der Bühne stehen als Päpstin Anna Hofbauer. Hofbauer ist ausgebildete Musicaldarstellerin, auch wenn manche mit ihrem Namen sofort auch die „Bachelorette“ verbinden. Neben der Päpstin spielt Anna Hofbauer in Füssen auch im Musical „Ludwig2“ als Kaiserin Elisabeth mit. Sie kann sowohl stimmlich als auch schauspielerisch überzeugen.

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Als Gerold agiert einer der wohl beliebtesten Darsteller überhaupt: Jan Ammann. Sein schöner Bariton begeistert das Publikum. Besonders reizvoll ist aber auch sein Duett (Duell) mit Anastasius alias Dennis Henschel. Henschel konnte man bereits in Fulda als Gerold oder im Ensemble erleben. Nun darf er einen der Bösen verkörpern.

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Als Aeskulapius, Mentor der Päpstin und gleichzeitig ein bisschen Moderator der Geschichte, konnte Uwe Kröger gewonnen werden. Besonders schauspielerisch ist er überwältigend.

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Kevin Tarte als Rabanus steht ebenfalls auf der Seite der Päpstin. Auch wenn seine Zeit auf der Bühne nicht sehr lange ist, ist sein Lied „Hinter hohen Klostermauern“ doch eines der absoluten Highlights.

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Die Gegenspieler der Päpstin sind ganz klar Anastasius, gespielt von Dennis Henschel und Arsenius, gespielt von Alexander Kerbst. Beide brillieren mit großartigen Stimmen. Dabei schafft es Alexander Kerbst sogar, dass man ihm nicht den „Falco“, den er sonst sehr überzeugend spielt, ansieht.

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Einen schweren Stand hat die Mutter der Päpstin, gespielt von Stefanie Kock, die in der weiteren Geschichte dann noch die „Caesarin von Rom“ spielt – zwei sehr gegensätzliche Rollen.

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Als Vater stand zur Premiere Multitalent Markus G. Kulp auf der Bühne. Im Musical „Der Ring“ war Markus für alle Hauptrollen als Cover eingeplant und auch bei der „Päpstin“ kann man ihn gelegentlich als „Gerold“ oder „Rabanus“ sehen.

Die Kinderdarsteller sind einfach hinreißend und überzeugend. Zur Premiere spielte Kaya Sophie Bode die kleine Johanna, mal ängstlich, wenn ihr der Vater oder die anderen Klosterschüler mit Schlägen drohen, dann wieder selbstbewusst, wenn sie von Anastasius geprüft wird. Selbst die schwierigen Texte in Lateinisch spricht sie ohne jeden Versprecher.  Auch ihr „Bühnenbruder“ Felix Bickele als Johannes wirkt überzeugend.

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Erwähnenswert sind in der Füssener Produktion unbedingt auch die beiden Raben, die Johanna beschützen. Die beiden großartigen Artistinnen Stefanie Gröning, die auch die Choreografie gemacht hat, als Munin und Vera Maria Horn als Hugin sind besonders mit ihrer Luftakrobatik großartig. Allerdings fehlt es hier an der richtigen Beleuchtung, um ihre Funktion ins rechte Lichte zu rücken. 

Fazit: „Die Päpstin“ ist eine wunderschöne Produktion, die mit der in Fulda durchaus mithalten kann. Auch wenn das Bühnenbild nicht so aufwendig ist, hat Regisseur Benjamin Sahler ein großartiges Werk auf die Bühne gezaubert, dass durch die hervorragenden Darsteller noch sehenswerter wird. „Die Päpstin“ wird auch 2019 in Füssen zu sehen sein, ebenso wie „Ludwig 2“ und „Der Ring“.

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Die Zukunft von Ludwigs Festspielhaus

Nach zwei Insolvenzverfahren wurde das Festspielhaus 2017 von Manfred Rietzler übernommen und grundlegend renoviert. Frei von Schulden und mit einem neuen Konzept und noch mehr Engagement von allen Mitarbeitern, startet man dort in eine neue Zukunft.

Die ersten Schritte sind getan, es gibt endlich einen Shuttlebus vom Festspielhaus zum Füssener Bahnhof und seit kurzem sogar ein Taxi, das man anrufen kann, wenn man nachts vom Festspielhaus, das etwas außerhalb von Füssen liegt, zurück ins Hotel will. Außerdem wird mit dem Bau eines Hotels direkt neben dem Festspielhaus begonnen werden, so dass man dann seinen Musicalbesuch oder überhaupt seinen Urlaub direkt vor Ort verbringen kann.

Mit Benjamin Sahler als neuem Intendanten und Regisseur kamen 2018 auch die ersten Musicals zurück ins Festspielhaus. Besonders das Musical „Ludwig 2“, das nirgendwo besser hinpasst, wurde wieder aufgenommen und soll, ebenso wie „Die Päpstin“ und „Der Ring“, zum festen Programmteil werden.

Besonders lobenswert ist auch die Förderung des Nachwuchses in „Ludwigs Musical Akademie“, die regelmäßig für Kinder zwischen 7-17 stattfindet.

Man kann allen Beteiligten nur toi toi toi für die Zukunft wünschen. „Die Päpstin“ spielt noch bis zum 16.12.2018. Danach kehrt sie für sechs Vorstellungen in die Gebläsehalle Neunkirchen zurück, wo für sie die Reise im Süden Deutschlands 2017 begonnen hat.

Ab 26.12.2018 beginnt die dritte Staffel „Ludwig 2“. An Silvester gibt es ein „open house“ mit Silvesterbuffet und Feuerwerk.

Weitere Infos, Termine und Tickets sind buchbar unter www.das-festspielhaus.de

Weitere Impressionen der Inszenierung


Artikel von Ingrid K.

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Der Ring – Das Nibelungen-Musical

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Aus einem bekannten wagnerischen Opernstoff hat Frank Nimsgern gemeinsam mit Daniel Call ein neues Musical geschaffen. Uraufgeführt am 16. Dezember 2007 in Bonn, wurde es 2016 in Hof neu inszeniert und erfreut sich immer größerer Beliebtheit…

DIE HANDLUNG

Das Stück erzählt Geschichte von Gott Wotan, der den Schatz der Nibelungen und den Ring der Macht im Rhein versenkt. Seine drei Töchter, die Rheinamazonen sollen ihn bewachen. Doch nach über 1000 Jahren langweilen sich die Damen und so gelingt es dem Zwerg Alberich, der durch einen Hecht in die Tiefen des Rheins geführt wird, den Ring, der ihn zum gottgleichen Herrscher über die Menschheit macht, an sich zu nehmen.

Währenddessen hat sich Gott Wotan durch die Riesen Sturm und Wind Walhalla bauen lassen. Diese fordern als Bezahlung den Ring der Macht. Da sich dieser aber im Besitz des Zwerges befindet, muss Gott Wotan hinab in die Unterwelt steigen. Mit einer List gelingt es ihm, dem Zwerg den Ring zu entreißen. Doch der Zwerg Alberich hat sich aus dem Gold auch eine Tarnkappe gemacht, die Wotan ebenfalls an sich nimmt und den Riesen übergibt.

Wotan, gelangweilt, arrogant und herrschsüchtig wird von seiner Tochter Brunhild getadelt. Daraufhin nimmt er ihr die Göttlichkeit und schließt sie in einen Ring aus Feuer (hier symbolisch ein riesiger Kronleuchter), aus dem sie nur durch einen Gott wieder erweckt werden kann, ein. Die Riesen geraten indessen über den Schatz in Streit und Wind es liegt Sturm und verwandelt sich durch die Tarnkappe in einen Drachen, in dessen Magen sich der Ring befindet.

Alberich, der Zwerg, der den Ring so gerne zurück haben möchte, schmiedet einen Menschen aus Stahl (die Szene erinnert ein bisschen an Frankenstein) seinen Sohn Siegfried. Ihn schickt er los, den Drachen zu töten und ihm den Ring zurückzubringen. Siegfried gelingt es, den Drachen zu erschlagen und den Ring an sich zu nehmen.

Mit dem Ring an der Hand gelingt es ihm, Brunhild wieder zum Leben zu erwecken. Doch auch er verfällt der Gier nach Macht.

Die Menschen verlangen von ihm “sei Gott”, weil, wie Alberich schlau bemerkt, sie Führung brauchen und Wotan in seiner selbst ernannten Herrlichkeit alle anderen Götter umgebracht hat. Doch Siegfried besiegt Wotan und macht auch ihn zum Sterblichen. Um wieder göttlich zu werden, versucht Wotan Alberich zum Mord an Siegfried anzustiften. Doch als er dies auch Brunhild vorschlägt, tötet sie Wotan, ihren eigenen Vater.

Um der Jugend und der Liebe den Weg frei zu machen, bittet Brunhild Siegfried, auch seinen “Vater”, den Zwerg Alberich, zu töten, was er auch tut. Nachdem er auch den Ring an die Rheinamazonen zurück gegeben hat, können Brunhild und Siegfried ein Leben in Frieden beginnen.


Zusammengestellt von Ingrid Kernbach für Bühnenlichter.de

Weitere Berichte rund um das Musical auf Bühnenlichter.de:

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Der Ring – Das Musical – Der Chlorunfall

„Der Fluch des Rings“

oder

Wie aus einer Chlortablette ein Großeinsatz für 120 Einsatzkräfte wurde

Füssen, Freitag, der 12.10.2018, Tatort Festspielhaus Füssen. Die 800 Besucher des Musicals „Der Ring“ sind in freudiger Erwartung. Noch wird im Foyer fröhlich geplaudert, getrunken und über die gleich beginnende Vorstellung diskutiert. Man genießt den großartigen Blick auf den, inzwischen wieder fast vollen, Forggensee und das Schloss Neuschwanstein. Dann ist es endlich soweit. Der Saal füllt sich, das Opening beginnt, eine Stimme erzählt von der Geschichte des „Rings“. Hinter dem durchsichtigen Vorhang aus Gaze sieht man drei Rheinamazonen sich lässig auf ihren Inseln räkeln. Gott Wotan versenkt den Schatz der Nibelungen im Rhein.

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Die drei Rheinamazonen fangen an zu erzählen, dass sie seit 1.000 Jahren den Schatz der Nibelungen und den Ring der Macht bewachen. Nun sollte da eigentlich Zwerg Alberich kommen und ihn stehlen, doch stattdessen geht der Bühnenvorhang herunter und das Licht an. Intendant Benjamin Sahler bittet die Zuschauer zunächst sitzen zu bleiben, ein bisschen später erklärt er jedoch, dass es einen Chloralarm gab und die Zuschauer bitte den Saal verlassen sollten. Noch ahnt im Zuschauerbereich niemand, was sich hinter dem Haus abspielt.

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Was das Publikum nicht gesehen hat – ein Foto von Chris Murray vom hinteren Bereich des Theaters hinaus auf die Straße (c) Chris Murray

Denn dort herrscht Ausnahmezustand. Insgesamt mehr als 20 Einsatzwagen stehen hinter dem Festspielhaus. Feuerwehr, Polizei, Krankenwagen und sogar ein Team für einen Giftalarm sind vor Ort. Auslöser des ganzen Großeinsatzes war, wie sich später herausstellte, eine einzelne Chlortablette, die sich nicht richtig aufgelöst hatte. Diese Chlortabletten, die man auch in Schwimmbädern oder in privaten Pools einsetzt, reinigen das Wasser. Das Festspielhaus mit einer der größten Bühnen Europas besitzt einen 90.000 Liter fassenden „See“.

Doch während die über 120 Einsatzkräfte, die aus den umliegenden Gemeinden zusammengezogen wurden, im hinteren Bereich des Festspielhauses fleißig daran arbeiten, die Ursache zu finden und den Chlorgeruch aus dem Saal zu vertreiben, geht es im Vorderhaus fröhlich weiter. In einer spontanen Aktion entschlossen sich Frank Nimsgern, Komponist und Co-Produzent von „Der Ring“, und seine Künstler, das Publikum mit einem improvisierten Konzert zu unterhalten. Eilig wurde ein Klavier herbeigeschafft, auf dem Frank Nimsgern Chris Murray, der den Zwerg Alberich spielt, Kathy Savannah Krause und Kristin Backes, zwei der drei Rheinamazonen, begleitete. Unglaublich, wie diese großartigen Künstler es ohne Probe schafften, das Publikum zu unterhalten.

 

Chris Murray begann mit „Dies ist die Stunde“ aus “Jekyll und Hyde”, gefolgt von “Spieglein, Spieglein” aus dem Musical “SnoWhite”, gesungen von Kathy Savannah Krause, die damit richtig abrockte. „Kleiner Mann“ aus „Der Ring“ , gesungen von Chris Murray, stimmte die Zuschauer auf die Show ein. Zum Schluss gab es dann noch ein Duett aus “SnoWhite” “Frei wie der Wind”, das Kathy Savannah Krause und Kristin Backes gemeinsam sangen.

Im Improvisieren hatte man leider schon Erfahrung, denn am Sonntag zuvor musste wegen einer technischen Panne die Show konzertant gespielt werden. Aber auch das wurde dank allen Künstlern ein riesiger Erfolg. So ein bisschen wurde schon gewitzelt, ob es der „Fluch des Zwerges Alberich“ oder das „Phantom des Festspielhauses“ sei.

Den Zuschauern, die nicht bleiben konnten oder wollten, wurde das Geld zurückerstattet oder ein Tausch für eine andere Vorstellung angeboten. Doch alle die, die geblieben waren, hatten an dem ungeplanten Konzert ihre Freude, bekamen auch Freigetränke und konnten zwei Stunden später das Musical in voller Länge genießen. Niemand, weder die Darsteller noch die Zuschauer, hatten nach der Vorstellung gesundheitliche Probleme. Vorsorglich hatte ein Notarzt vor der Vorstellung noch die Symptome einer Chlorgasvergiftung geschildert.

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Loben muss man hier wirklich alle: die Einsatzkräfte, die umsichtig und ohne die Zuschauer zu verschrecken, agierten, die Leitung des Festspielhauses mit Intendant Benjamin Sahler und Geschäftsführerin Birgit Karle, die den Zuschauern alle Möglichkeiten der Erstattung anboten, aber vor allem auch die großartigen Darstellerinnen und Darsteller rund um Komponist Frank Nimsgern, die ohne zu zögern spontan das Konzert im Foyer und auch später die Show sangen.

Ludwigs Festspielhaus, wie es inzwischen heißt, ist wirklich eines der schönsten Theater Europas, hat neben dem großen Pool auch eine der größten Drehbühnen Europas und mit die neuesten technischen Möglichkeiten. Nach der Neueröffnung 2016 stehen nun viele unterschiedliche Events auf dem Spielplan: Exklusiv nun auch „DER RING“ DAS NIBELUNGEN MUSICAL, geplant für die nächsten 5 Jahre!

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OKAY! Die Show kann weitergehen!

Bericht und Bilder: Ingrid Kernbach

Weitere Berichte rund um das Musical auf Bühnenlichter.de:

 

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Die weiße Rose – Ein Musical über Umdenken, Verantwortung und Mut

DIE WEISSE ROSE ein Musical über Umdenken, Mut und Verantwortung aus der Feder von Vera Bolten und Alex Melcher. Die erste Idee zu diesem Musical hatte Alex Melcher bereits 1996 als er gerade in Wien spielte. Schnell wurde klar, dass es noch zu früh für ein solches Vorhaben ist. Die Jahre vergingen und mit seiner Frau Vera Bolten fand Melcher schließlich die perfekte Ergänzung.

Nach einem ersten Reading, mit einer Buchlänge von knapp 4 Stunden, folgte 2023 eine Workshop-Präsentation im Capitol Düsseldorf. Das Team erarbeitete erste Szenen mit Choreografien, Bühnenbild, Licht u.v.m. und präsentierte es einem ersten Publikum. Die Uraufführung sollte dank dieses Workshops nun nicht mehr lange auf sich warten und so nahm sich Benjamin Sahler vom Festspielhaus Füssen diesem Musical und dem Team an. Am 30. Juni 2025 feierte DIE WEISSE ROSE seine Uraufführung und gastierte kurz darauf für wenige Shows im Deutschen Theater München.

2026 geht die Reise dieses besonderen Musicals weiter mit einer ersten kleinen Tour mit Stopps in München, Köln, Düsseldorf, Füssen, Stuttgart und Berlin

DEUTSCHER MUSICAL THEATERPREIS 2025 in den Kategorien:

  • Bestes Musical
  • Bestes musikalisches Gesamtbild
  • Bestes Textbuch
  • Beste Liedtexte
  • Beste Regie
  • Beste Choreografie
  • Bestes Lichtdesign

INHALT

„Hans und Sophie Scholl waren engagierte Mitglieder in der Hitlerjugend, bevor sie die studentische Widerstandsgruppe ‚Weiße Rose‘ ins Leben riefen. […] Rockige Musik trifft auf ein Libretto, das sich auf Originaltexte aus Briefwechseln und Tagebüchern stützt und von den Beweggründen, Zweifeln und Ängsten der Menschen in der Widerstandsgruppe ‚Weiße Rose‘ erzählt. 

Das Musical ‚Die Weiße Rose‘ beginnt 1934 mit der Mitgliedschaft von Hans und Sophie Scholl in der Hitlerjugend, schreitet chronologisch voran und endet 1943 mit den Abschiedsbriefen mehrerer Gruppenmitglieder, die diese kurz vor der Hinrichtung in ihren Zellen schreiben.

Ein wiederkehrendes Element ist das Hineinspringen in die Verhöre der jeweiligen Personen. Im Laufe des Stücks erlebt das Publikum die Veränderung der politischen Gesinnung von Hans und Sophie, die Begegnungen mit den späteren Mitstreitern Alexander Schmorell, Christoph Probst, Willi Graf und Professor Kurt Huber, das Herstellen und Verteilen der Flugblätter und auch die darauffolgenden Verhaftungen und Urteile.

Die Klarheit und Entschlossenheit, mit der die Freunde gegen das NS-Regime kämpfen und durch Flugblätter an die Intelligenz und Menschlichkeit der Leser*innen appellieren, entwickelte sich über einen langen Zeitraum. Diesen Prozess erlebt man Schritt für Schritt und fühlt und leidet mit, bei innerer Zerrissenheit, Verzweiflung und aufkeimendem Mut, der letztlich in der folgenschweren Bereitschaft mündet, das eigene Leben für ein freies, menschliches Deutschland zu opfern.

‚Die weiße Rose‘ ist auch ein Stück über das Erwachsenwerden, über erste Liebe, das Entdecken der eigenen Persönlichkeit und das Suchen und Finden des eigenen Lebenswegs in einer dunklen Zeit unserer Geschichte.“

CAST DER URAUFFÜHRUNG 2025

  • Hans Scholl: Jonathan Guth
  • Sophie Scholl: Friederike Zeidler
  • Alexander Schmorell: Adam Demetz
  • Kurt Huber / Robert Scholl: Martin Planz
  • Willi Graf: Julius Störmer
  • Christoph „Christl“ Probst: Maximilian Aschenbrenner
  • Inge Scholl: Juliette Lapouthe
  • Fritz Hartnagel: Oliver Natterer
  • Traute Lafrenz: Tamara Koehn
  • Gestapo-Beamter / Roland Freisler Daniel Berger
  • Magdalena “Lina” Scholl: Claudia Hauf
  • Swing: Christian Bock
  • Swing: Michaela Thurner

 

Spieltermine 2026

  • Berlin: 10. Juni – 13. Juni
  • Düsseldorf: 17. Juni – 21. Juni
  • München: 02. Juli – 05. Juli
  • Füssen: 09. Juli – 18. Juli
  • Stuttgart: 22. Juli – 26. Juli
  • Köln: 28. Juli – 02. August

Weitere Informationen zum Musical unter www.dieweisserose-tour.de.


Zusammengestellt von Anna-Virginia, Seite befindet sich im Aufbau und wird regelmäßig ergänzt!

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PRETTY WOMAN Tournee – Hollywoodflair in Oberhausen

Tourpremiere im Metronomtheater Oberhausen

© Dominik Flohr

Premiere & rezensierte Vorstellung: 30. Oktober 2025

Am 30. Oktober feierte „Pretty Woman – Das Musical” im Metronom Theater Oberhausen eine glamouröse Premiere und versprühte Hollywood-Flair. Bereits vor Betreten des Theaters wurde deutlich, dass dies ein besonderer Abend werden würde. Vor dem Eingangsbereich prangte nicht bloß ein roter Teppich, sondern auch eine weiße Stretchlimousine. Im Innenbereich des Theaters setzte sich die beeindruckende Atmosphäre nahtlos fort. 

Wer kennt ihn nicht: den Erfolgsfilm PRETTY WOMAN aus den 90er Jahren mit Richard Gere und Julia Roberts in den Hauptrollen?

Pretty Woman entführt das Publikum in eine Welt voller Hoffnung, Liebe und der klaren Message von der Kraft der Träume – Träume, die wir niemals aufgeben sollten. Schließlich weiß niemand, was das Leben noch für jeden Einzelnen von uns bereithält.

Bei genauerer Betrachtung hat die Geschichte der jungen Vivian jedoch weitaus mehr zu bieten. Sie beschreibt nicht bloß ihre optische Verwandlung, sondern vor allem ihren inneren Wachstumsprozess: vom Kampf gegen soziale Diskriminierung, bis sie ihren eigenen Wert erkennt und eine emanzipierte Frau wird. Deutlich wird, welch starke und wertvolle Wirkung die Macht der Liebe haben kann.

Komponiert von Weltstar Bryan Adams und seinem langjährigen Songwriting-Partner Jim Vallance, bringt das Musical die Magie des Films dynamisch auf die Bühne. In Zusammenarbeit mit Stage Entertainment ist Pretty Woman – Das Musical ab sofort einer neuartigen Inszenierung auf großer Tournee.

Die Produktion dieser Neuinszenierung obliegt Ralf Kokemüller, geschäftsführender Gesellschafter von Limelight Live Entertainment, einem gemeinsam mit Semmel Concerts Entertainment neu gegründeten Unternehmen für innovative Musical- und Showformate. Das Publikum kann sich auf eine tolle Show freuen, die die unverwechselbare Magie des Originals auf moderne Weise inszeniert.

Creative Producer Martin Flohr vertraut dabei auf innovative Bühnenbilder, aufwendige Choreografien sowie die musikalische Kraft der Songs von Bryan Adams.

Regie führte Carline Brouwer, die seit 2008 als Musical-Regisseurin europaweit tätig ist und mehrfach ausgezeichnet wurde. Unter anderem als „Beste Regisseurin” in Deutschland für Sister Act sowie mit Preisen für „The Bodyguard“ in Italien und den Niederlanden. Das Bühnenbild von Carl Janssen Höfelt ist für eine Tourproduktion außergewöhnlich aufwändig und wird durch gezielte Videoproduktionen ergänzt. So lässt sich ein Aufbau, der aus mehreren Stockwerken besteht, mühelos verwandeln – von einer Straße über eine luxuriöse Suite bis hin zu einer beeindruckenden Lounge in der Oper.

An dieser Stelle möchten wir Marc Heinz, der gemeinsam mit Jordy Veenstra für das Lichtdesign verantwortlich war, ganz besonders loben. Als international gefragter Lichtdesigner setzte Marc Heinz bereits über 650 Projekte um. Zu seinen Arbeiten zählen die Lichtdesigns für zahlreiche Musicals wie Pretty Woman (Utrecht und Deutschland-Tournee), Shrek, Hairspray, Fame, Grease, The Sound of Music, Legally Blonde, Cinderella und Footloose. Die beeindruckenden Effekte der aktuellen Tourproduktion spiegeln die herausragende Zusammenarbeit wider. Beispielsweise verwandelte sich das Hotel binnen weniger Sekunden in eine glamouröse Oper – oder es schienen funkelnde Sterne in der Nacht. Selten fiel ein Lichtdesign an einem Abend gleich so häufig und eindrucksvoll auf.

© Dominik Flohr

Die energiegeladenen Choreografien sind das Meisterwerk von Eline Vroon und Ryan Berkman. Eline Vroon verkörperte zahlreiche Rollen, sowohl auf als auch hinter der Bühne, unter anderem als Darstellerin, Tanzkapitänin, Choreografin und Regisseurin. Ihre vielseitigen und energiegeladenen Choreografien waren herausragend und prägten den besonderen Charakter des Stücks maßgeblich. Das Repertoire reichte von klassischen Tanzszenen über moderne Hip-Hop-Moves bis hin zum leidenschaftlichen Tango.

Das Sounddesign stammt von Gareth Owen und Ramon van Stee. Gareth Owen ist ein vielfach ausgezeichneter Sounddesigner, der zu den führenden Köpfen seines Fachs zählt. Zu seinen Broadway-Highlights zählen unter anderem MJ: The Musical, Back to the Future, & Juliet, Come From Away und Bat out of Hell. Ramon van Stee arbeitete 15 Jahre lang als Sounddesigner in den Niederlanden und Belgien, bevor er zu Gareth Owen Sound wechselte, wo er bis heute kreativ tätig ist.

Auch die Kostüme spielen in diesem Stück eine große Rolle. Cocky van Huijkelom hat sich vor allem mit ihren preisgekrönten Kostümentwürfen für die Musicals Evita, Joseph and the Amazing Technicolor Dreamcoat und Zorro einen Namen gemacht. Zu sehen ist eine breite Vielfalt: von den schicken Damen der Gesellschaft über freizügige Outfits bis hin zu Business-Looks mit schicken Anzügen und später den stilvollen und eleganten Outfits der Vivian Ward. Passend dazu unterstrich Karina Brachner die Looks mit dem passenden Make-up und entsprechenden Perücken.

 

Was wäre ein Musical ohne die perfekte Musik? Dan Tomkinson übernahm die musikalische Leitung. Er ist Pianist, Komponist und Orchestrator. Zu seinen Referenzen zählen Produktionen für die BBC und Disney Resorts sowie die Musicals Rocky Horror Show, Elisabeth, Abenteuerland, Starlight Express, Moulin Rouge und Bodyguard.

Übersetzer Frank Ramond und Nina Schneider haben dafür gesorgt, dass wir die Texte auch in deutscher Sprache verstehen können – mit sehr gutem Ergebnis.

Weshalb wir alle Beteiligten umfangreicher als gewöhnlich erwähnen? Zum einen zeigt sich so eindrücklich, mit wie vielen Personen eine Produktion verbunden ist. Zum anderen wird die Bedeutung des Zusammenspiels aller Beteiligten deutlich. Ohne eine optimale Beleuchtung würden die Darstellenden buchstäblich im Dunkeln stehen, ohne eine gute Tonregie würden wir nichts hören und ohne Bühnenbild … Ohne dem würden das Publikum kaum ein Gefühl für die Szenen entwickeln. Pretty Woman ist der Beweis dafür, was entstehen kann, wenn alle Stränge perfekt ineinandergreifen. 

Das gilt selbstverständlich genauso für die Menschen auf der Bühne. Ausnahmslos jeder, der an diesem Abend auf der Bühne stand, versprühte Energie und eine große Spielfreude. Ihr Zusammenspiel verlief reibungslos. Auch kurzzeitige technische Probleme überspielten sie souverän und bewiesen ihre Professionalität. Tontechnische Störungen sind bei einer Premiere, bei der ohnehin Aufregung mitspielt, sicherlich keine wünschenswerte Situation – doch gerade diese kleinen Tücken bewiesen letztlich einmal mehr die Souveränität aller Beteiligten.

Die Tänzer und Tänzerinnen beeindruckten durch ihre Dynamik und die fortwährend saubere Ausführungen der doch sehr anspruchsvollen Choreografien.

Selbstverständlich möchten wir eine kleine Auswahl besonders hervorheben – auch wenn wir in diesem Zuge alle Namen aufzählen könnten.

© Dominik Flohr

Shanna Slaap begeisterte als Vivian Ward mit ihrer warmen, sanften und zugleich starken Stimme und sorgte so für die Höhepunkte des Abends. Ganz gleich, ob mit leisen Tönen oder wie in „Kein Weg zurück“ kraftvoll: Shanna Slaap konnte in ausnahmslos jedem Song begeistern. Ebenso fesselnd wie ihre Gesangsdarbietungen waren ihre Tanzszenen. Hervorzuheben ist hier die Tanzszene, als Vivian Nachhilfe im Tango bekommt. Eleganz und Leichtigkeit, gepaart mit ihrer unvergleichlichen Energie, zeichneten ihren Tanz aus. Schauspielerisch wusste sie sowohl die freche und schlagfertige als auch die zerbrechliche Facette ihrer Rolle überzeugend zu verkörpern. Insbesondere die weniger „damenhaften” Sprüche kamen dank ihrer natürlichen Art beim Publikum gut an und sorgten für viele Lacher. Ihr Zusammenspiel mit Mathias Edenborn, der Edward Lewis verkörperte, war harmonisch, ihre Stimmen harmonierten hervorragend.

Mit seiner charismatischen Art war Mathias Edenborn die perfekte Besetzung in der Rolle des Edward Louis. Die Mischung aus erfolgreicher Fassade, Einsamkeit, dem Sehnen nach Freiheit und innerer Verletzlichkeit meisterte er mit Bravour. So konnten wir sämtliche Facetten seines komplexen Spielcharakters erkennen. Stimmlich brillierte er sowohl in den Duetten mit Shanna Slaap als auch in den Solosongs.

© Dominik Flohr

Sophie Reinicke schlüpfte in die Rolle von Kit de Luca, Vivians Freundin. Ein Wort prägte ihre Darbietung während des gesamten Abends: Power! Mit ihrer kraftvollen Powerstimme ließ sie uns staunend und beeindruckt in den Theatersitz sinken. Ihr Schauspiel war perfekt, ihre flippige Art wirkte authentisch und erheiterte das Publikum. 

Steffi Regner sorgte für die Überraschung des Abends. In der Opernszene schmetterte sie einen Auszug aus „La Traviata“ und sorgte damit für Begeisterungsstürme und einen Gänsehautmoment. Wann erlebt man während eines Musicalbesuchs schon den Luxus, einen Opernauftritt in einer solchen Perfektion zu hören?

Aber auch Benedikt Ivo, der gleich drei Rollen übernahm, und Benjamin Plautz überzeugten durch ihre Bühnenpräsenz und schauspielerische Leistung.

Fazit

Pretty Woman – Das Musical begeisterte uns mit einer Mischung aus Humor und Tiefgang. Auf leichtfüßige Weise vereint es den Appell, das Träumen nie aufzugeben, mit sozialkritischen Themen. Die Musik liefert zahlreiche Ohrwürmer und macht den Abend zu einem unvergesslichen Erlebnis. Die zentrale Botschaft des Musicals ist auch heute noch aktuell: Liebe kann positive Veränderungen ermöglichen und von alten Mustern befreien.

Noch bis zum 9. November gastiert das Stück im Metronom Theater in Oberhausen, bevor es auf große Tour geht. Im Februar 2026 kehrt es dann für mehrere Wochen erneut ins Metronom Theater zurück.

Besetzung des Abends

  • Vivan Ward: Shanna Slaap
  • Edward Lewis: Mathias Edenborn
  • Kit de Luca: Sophie Reinicke
  • Philip Stuckey: Benjamin Plautz
  • Happy Man/Thompson/Hollister: Benedikt Ivo
  • Philip Stuckey: Benjamin Plautz
  • Scarlett: Sofie de Schryver
  • Senator Adams: Máté Gyenei
  • Violetta/Erika: Steffi Regner
  • Six Strings: Valerio Croce
  • Digby: Manuel Nobis
  • Guilio: Paul Fruh
  • Landlord: Leopold Lachnit
  • Alfredo/Carlos: Ivan Persson
  • Rachel: Martina Peruzzi
  • Susan/Amanda: Amber Quint
  • Ensemble: Sascha Luder, Noeï Lee, Lena-Sophie Pudenz, Aniek Mommers, Katharina Meissner, Molly Hunt, Tjesse Bleijenberg, Alessandro Ripamonti, Sam Rondeel
  • Musikalische Leitung: Dan Tomkinson
  • Band: Pascal Kierdorf, Robert Lindemann, Miguel Curi, Leonard Kunstmann, Sam Torrington

 

Wir bedanken uns bei Semmel Concerts & Limelight Live für die Einladung!


Artikel von Sandra


Weitere Tourtermine 2025/2026

12. November 2025 – 14. Dezember 2025: München

17. Dezember 2025 – 10. Januar 2026: Frankfurt/Main

13. Januar 2026 – 18. Januar 2026: Baden-Baden

27. Januar 2026 – 01. Februar 2026: Basel

03. Februar 2026 – 15. März 2026: Oberhausen

17. März 2026 – 22. März 2026: Bremen

25. März 2026 – 12. April 2026: Wien

15. April 2026 – 03. Mai 2026: Berlin

27. Mai 2026 – 07. Juni 2026: Stuttgart

09. Juni 2026 – 21. Juni 2026: Füssen

30. Juni 2026 – 12. Juli 2026: Graz

14. Juli 2026 – 09. August 2026: Linz

Tickets gibt es an allen bekannten Vorverkaufsstellen, sowie unter www.eventim.de.

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ELISABETH – Schönbrunn-Version – Hannover 2025

Neue Hauptdarsteller für den letzten Tourblock

© Dong Tiany

Gastspielpremiere & rezensierte Vorstellung: 02. Juli 2025

Alle guten Dinge sind drei und so besuchten wir als Bühnenlichter-Team am Ende drei Tournee-Standorte (Deutschlandpremiere/Frankfurt, Oberhausen), erlebten die unterschiedlichsten Besetzungen und Blicke auf die Inszenierung. Niemand geringeres als Gil Mehmert hat ELISABETH für die Schönbrunn-Version, welche vor dem Schloss in den Jahren 2019-2024 lief, in Szene gesetzt. Nach dem niederländischen Vorbild von 2017 sollte die Kaiserin nun halbszenisch den Erdball erobern und dieses Konzept ist wunderbar aufgegangen. Mittlerweile hat die Produktion sich auch die Kritik vieler Fans und Kollegen zu Herzen genommen und für ein Programmheft gesorgt, inkl. Einleger der Neuen im Ensemble. 

Auf die Story möchten wir an dieser Stelle verzichten, da diese hinlänglich bekannt sein dürfte. 1992 feierte das Musical seine Uraufführung und hat sich seitdem stets weiter entwickelt, ist aber ihren Grundelementen treu geblieben. Vergleicht man die Inszenierung von 2012/13 (Wien) mit der vorherigen Tournee (2014-2016) mit der jetzigen, so fällt in erster Linie eine minimale Kürzung einiger Titel auf oder ein paar wenige Streichungen, wie „Ejen“. Auch wurden Textpassagen angepasst. Elisabeth möchte nun zum Beispiel „wie ein Streuner“ ihrem Papa folgen oder besingt den „Prinz der Nacht“ (Rondo). Wer sich ältere Aufnahmen anhört, wird die Änderungen erkennen.

Mit der Gastspielpremiere in Hannover sind für den letzten Tourblock auch ein paar neue Hauptdarsteller in die Cast gekommen, andere durften mit der Zeit in den Positionen nach oben klettern und einer feierte sein Comeback. Wir erlebten eine energiegeladene Premiere. Die bekannten Soundprobleme von vorherigen Tourstationen traten auch hier im Prolog auf, wurden aber sehr schnell verbessert. Das 18-köpfige Orchester wurde in Hannover von Bernd Steixner dirigiert.

Vom Cover ELISABETH zur Erstbesetzung ELISABETH – Das hat auf dieser Tournee Kristine Emde geschafft. Sie durchläuft eine Entwicklung vom naiven Mäuschen zur selbstbewussten Frau, die ihrer Schwiegermutter in nichts nach steht. Emde berührt gesanglich und sorgt immer wieder für Gänsehaut. Ihr „Ich gehör nur mir“ oder „Nichts, nichts, gar nichts“ geht unter die Haut. 

Am Premierenabend in Hannover präsentierte sich Gerrit Hericks als Lucheni und lieferte eine grandiose Show zwischen Genie und Wahnsinn ab. Lucheni fungiert als Elisabeths Mörder im Musical als Erzähler und zeigt gesanglich alle Facetten. Bereits in der ersten Szene war man baff und zurecht wurde Hericks am Ende des Abends gefeiert. 

© Anna-Virginia Kühne

Es ist kein Geheimnis, dass Lukas Mayer die letzten Wochen gesundheitlich angeschlagen war. Nach einer ordentlichen Auszeit kam Mayer nun stärker denn je zurück. Sein filigranes Spiel in Gestik und Mimik sucht seines gleichen. Gesanglich setzt Mayer seine eigenen Akzente und kann sich so von seinen Vorgängern deutlich absetzen. Gemeinsam mit Kristine Emde als ELIBSABETH sorgt Mayer immer wieder für fast mystische Momente. 

Als Kaiser Franz Josef ist für den letzten Tourblock Armin Kahl ins Ensemble gekommen. Sein ausdrucksstarkes Spiel in Interaktion mit seinen Kolleginnen berührt, nicht zu Letzt in der Szene „Elisabeth, mach auf“. Seine innere Zerrissenheit zwischen Macht und Gehorsam und der Liebe sind immer wieder spürbar. Die Duette mit Emde harmonieren perfekt. 

Den meisten Szenenapplaus an diesem Abend bekam natürlich Luisa als kleiner Rudolf. Ihr „Mama, wo bist du“ rührte zu Tränen. Es ist schön zu sehen, dass an allen Tourstandorten so tolle Talente gefunden wurden. 

ELISABETH ist ein zeitloser Klassiker, der auch in der konzertanten Version überzeugen kann. Einziger Wehmutstropfen, dass durch diesen Showeffekt mehr und mehr Konzertstimmung im Publikum nach den einzelnen Szenen aufkommt. Nur nach „Hass“ bleibt es mucksmäuschenstill und man hätte eine Stecknagel beim fallen hören können. 

ELISABETH gastiert noch bis zum 13. Juli in Hannover. Danach geht es noch nach Dresden und zum Abschluss nach Füssen. An jenen Ort, an dem die Geschichte ihres Vetters 2. Grandes LUDWIG II. immer wieder zu erleben ist und ab Mai 2026 die Geschichte ihres Sohnes RUDOLF (Musical von Frank Wildhorn). 

Besetzung des Abends

  • Elisabeth: Kristine Emde
  • Der Tod: Lukas Mayer
  • Luigi Lucheni: Gerrit Hericks
  • Kaiser Franz Joseph: Armin Kahl
  • Erzherzogin Sophie: Esther Ardoin
  • Erzherzog Rudolf: Dennis Hupka
  • Herzogin Ludovika/ Frau Wolf: Janis van Dorsselaer
  • Herzog Max von Bayern: Claus Dam
  • kleiner Rudolf: Luisa
  • Ensemble: Kevin Arand, Christoph Apfelbeck, Felicitas Bauer, Sophie Bauer, Paula Bresnik, Vivienne Dejon, Sofie de Schryver, Christian Funk, Celena Pieper, Fabian Kaiser, Martijn Smids, Frederik Stuhllemmer, Caroline Sommer, Pieter Tredoux, Jan Ungar, Marie-Luise van Kisfeld

Weitere Impressionen vom Schlussapplaus

Wir bedanken uns bei Semmel Concerts & Barbara Krüger für die Einladung!


Artikel von Anna-Virginia

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Zauberflöte – Das Musical auf Tournee

 
Premiere: 12. April 2024 – rezensierte Vorstellung: 19. September 2024

Wer bei dem Besuch des Musicals “Die Zauberflöte” mit der Erwartungshaltung, eine moderne Oper zu sehen und auf eine Vielzahl bekannter Melodien zu treffen hofft, wird womöglich enttäuscht werden. Wer sich hingegen auf eine komplette Neuinterpretation, getragen durch bunte Kostüme, großartige Musik und viel Humor einlässt, darf sich auf einen phänomenalen Abend freuen.

Worum geht es?

Die mächtige Königin der Nacht und der ehrgeizige Sarastro befinden sich im Streit und stürzen das Land ins Chaos. Sarastro entwendet der Königin den siebenfachen Sonnenkreis und damit die Macht. Außerdem sperrt er ihre Tochter Pamina in seinem Kerker ein. Der Prinz Tamino macht sich, unterstützt vom vorlauten Lebenskünstler Papageno und dessen Kakadu, auf den Weg, um die Prinzessin zu retten. Doch wie sollen Tamino und Papageno es allein mit dem bösen Sarastro aufnehmen können? Die drei Damen des Walds geben Tamino eine Zauberflöte und Papageno ein magisches Glockenspiel mit auf ihre Mission. Tamino hat sein Ziel, die Prinzessin zu retten fest im Blick, und lässt er sich weder durch den Gefängniswärter Monostatos noch durch die gefährlichsten Prüfungen, die ihm sein Gegenspieler Sarastro in den Weg stellt, abschrecken. Wird es Pamina und Tamino am Ende gelingen, den Hass der älteren Generation zu beenden und eine Versöhnung von Tag und Nacht, Licht und Dunkelheit herbeizuführen? Kommt Papageno mit seiner Traumfrau Papagena zusammen?

Die neuen Balladen und rockigen Songs des Musicals stammen von Frank Nimsgern, der für seine eingängigen und teils rockigen Kompositionen bekannt ist. Besonders „Ohne dich“, „Unsichtbar“, „Ich geh mit dir“ oder „Wo ist das Licht“ sind eingängig und bleiben im Ohr. Buch und Liedtexte stammen von Benjamin Sahler und Aino Laos.

Besonders auffallend sind die schillernden und bunten Kostüme. Lediglich die Königin der Nacht tritt, wie es zu ihr passt, durchweg in einer imposanten schwarzen Robe auf. Die Choreographien sind vielfältig. Es gibt sowohl klassische Elemente als auch moderne Interpretationen. Das Ensemble wirkte bei ein paar Stellen noch etwas unsicher, was bei einer so kurzen Spieldauer nachvollziehbar ist, sich im Laufe der Spielzeit aber sicherlich noch legen wird. Was die gesamte Cast hier mit wenig Proben abliefert, ist hervorragend. Andere Produktionen werden über Monate oder gar Jahre hinweg gespielt und lange geprobt. Das war hier anders und sollte nicht vergessen werden. Die Tänzer/innen sind herausragend und bewältigen den Wechsel zwischen den klassischen und modernen Choreographien perfekt.

Die Dialoge sind modern und lustig. Manchmal vielleicht auch etwas albern, was mir gut gefallen hat. Es passte zu dem bunten und schrillen Bühnenbild. Wer möchte den Alltag nicht einfach mal hinter sich lassen und lachen?

Die Harmonie zwischen Pamina, gespielt von Misha Kovar und Tamino, gespielt von Immanuel Grau passte perfekt. Sowohl stimmlich als auch optisch harmonierten sie.

Besonders hervorzuheben sind Chris Murray als Monostatos, Katja Berg als Königin der Nacht sowie Christian Schöne, der Sarastro verkörperte. Katja Berg brillierte nicht nur stimmlich auf ganzer Ebene. Auch ihre Mimik war überzeugend. Stimmlich lieferte sie sowohl in den klassischeren Stücken als auch den rockigeren Passagen, besonders dem Ende von “Unsichtbar” ab.

Christian Schöne, der mal wieder den Fiesling darstellte, ist gesanglich immer ein Highlight. Er lieferte nicht nur in den Tiefen, sondern auch den hohen Tönen ab. Sein schauspielerisches Talent war, wie nicht anders zu erwarten ebenfalls überzeugend.

Chris Murray hat alle umgehauen und für Jubelrufe während der Vorstellung gesorgt. Bei ihm stimme alles: die besonders beeindruckenden Tiefen in seiner Stimme, ebenso wie sein Schauspiel.

2025 wird Die Zauberflöte neben Füssen erstmals auch im Metronom Theater Oberhausen zu sehen sein. Die Musik werden wir sicherlich noch bei der ein oder anderen Veranstaltung hören dürfen. Ein Besuch in der bunten Welt der Zauberflöte lohnt sich für jeden, der loslassen und einen amüsanten Abend verbringen möchte.

Tickets gibt es an allen bekannten VVK-Stellen. Die Besetzung für die Spielzeit 2025 in Oberhausen und Füssen ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht bekannt. Im Festspielhaus Füssen geht es am 17. Januar weiter und in Oberhausen feiert die ZAUBERFLÖTE direkt am 02. Januar 2025 Premiere.

Cast und Crew am 19.09.2024
  • Regie: Benjamin Sahler
  • Dramaturgie: Dirk Schattner
  • Buch und Liedtexte: Benjamin Sahler, Aino Laos
  • Musik: Frank Nimsgern
  • Choreographie: Stefanie Gröning, Alina Groder, Anna Martens
  • Musikalische Leitung
  • Pamina : Misha Kovar
  • Tamino: Immanuel Grau
  • Königin der Nacht: Katja Berg
  • Sarastro: Christian Schöne
  • Papageno: Tim Wilhelm
  • Papagena: Stefanie Gröning
  • Kakadu: Dennie de Winter
  • Monostatos: Chris Murray
  • Sklave/Tukan: Michael Konicek
  • Dame 1: Luzia Sahler
  • Dame 2: Madeleine Haipt
  • Dame 3: Elisa Rehlinger
  • Tänzer/innen: Doris Teichmann, Lena Jund, Tamara Hauser, Selina Kohl, Christina Reuter, Carolin Fetzer, Natascha Fuchs, Julia Breitsamer, Felix Bickele
  • Ensemble: Eike Rücker-Klapper, Markus Wilhelm, Michael Schneider, Leon Heim, Daniel Hauser, Oliver Sekula, Lisa Hartig, Christine Owen, Melisa Melek Özel, Carina Poleschinski, Finola Schulze

Gastbeitrag von Sandra, Fotos von Ingrid

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Krebs, Lea-Katharina

© Claudia Künne

Lea-Katharina Krebs absolvierte ihre Ausbildung zur Tänzerin, Choreografin und Tanzpädagogin an der Tanzakademie Minkov. Zunächst startete ihre Karriere als Tänzerin u.a. bei großen TV-Shows. Aber auch als Tanzcoach ist Krebs hin und wieder tätig. „Tanzen ist mein Leben.“, verriet Krebs in einem Interview zur Fachtagung Dance, wo sie 2022 und 2023 zu den Referentinnen gehörte.

2019 kam der Gesang dazu, denn Lea-Katharina Krebs gehörte zum Ensemble der B. Sahler Produktion von DIE PÄPSTIN. Aber auch im Tanzensemble des Festspielhauses Füssen gehörten verschiedene Engagements dazu, sowie die Position des Swings am Theaterhaus Stuttgart. Es folgten weitere Produktionen wie DER RING oder DIE ROCKY HORROR SHOW. Seit 2023 gehört Krebs zum ROBIN HOOD Ensemble und hat dort zusätzlich die Coverposition der Marian. 

Soziale Medien: @leakatharina.krebs (Instagram) / Lea Krebs (Facebook)


Lea-Katharina Krebs auf Bühnenlichter.de

2024

2023


Stand 01/2024

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