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Wenn ein „Herz aus Gold“ zerbricht

Musical-Uraufführung in Augsburg

(c) Jan Pieter Fuhr
(c) Jan Pieter Fuhr

Nicht zum ersten Mal hat das Theater Augsburg eine eigene Produktion am Start, doch „Herz aus Gold“ ist ganz speziell auf Augsburg geprägt, denn es erzählt die traurig-schöne Liebesgeschichte zwischen Jakob Fugger und Sibylla Artzt. Dass dies in einer geschichtlich höchst interessanten Zeit stattfindet und viele Geschehnisse historisch belegt sind, ist besonders reizvoll.

Mit dem Musical über Jakob Fugger möchte man dem wohl bekanntesten Sohn der Stadt, der gleichzeitig auch der reichste Mann der Welt war und Augsburg damit ebenfalls zur reichsten Stadt machte, ein musikalisches Denkmal setzen. In der heutigen Zeit wäre Jakob Fugger sogar reicher als z.B. Bill Gates.

Im zarten Alter von 14 Jahren wurde Jakob von Augsburg nach Venedig geschickt, um dort als Kaufmann ausgebildet zu werden. Das Musical beginnt mit seiner Rückkehr nach Augsburg 1487 – eine große Szene, bei der das ganze Ensemble auf der Bühne ist. Die Gesellschaft Augsburgs trifft sich zum Tanz, einem Reigen, begleitet von barock wirkender Musik. Doch Jakob ist dies alles zu langweilig und spießig und so zeigt er den Herrschaften, wie man in Venedig tanzt, wild und ungezwungen.

(c) Jan Pieter Fuhr
Roberta Valentini (c) Jan Pieter Fuhr

Insgeheim hofft er jedoch, seine Jugendliebe Sibylla wiederzusehen und sie endlich heiraten zu können. Denn er kommt aus Venedig als erfolgreicher und reicher Mann mit völlig neuen Geschäftsideen zurück. Doch Sibylla hat sich nicht an das Versprechen gehalten, auf Jakob zu warten. Sie ist inzwischen verheiratet und hat eine Tochter, die ebenfalls Sibylla heißt. Jakob ist sehr enttäuscht.

Seiner Mutter und seinen älteren Brüdern erklärt Jakob sein neues Geschäftsprinzip. Er verleiht Geld und lässt sich dafür Sicherheiten, wie die Anteile an den Silberminen in Salzburg sowie Ländereien, geben. „Warum mit Kaufleuten handeln, wenn man das auch mit Königen, Kaisern und Päpsten kann“ ist ebenso seine Devise wie „Fortschritt geht über Leichen“. Er unterstützt u.a. auch die Kriege von König Maximilian I finanziell, bis dieser zum Kaiser gekrönt wird. Dafür erhält er immer wieder neue Ländereien.

In Augsburg finden seine fortschrittlichen Ideen keine Zustimmung. Selbst seine beiden Brüder und seine Mutter sind skeptisch. Aber besonders Kaufmann Welser, gespielt von Holger Hauer, der das Stück auch inszeniert hat, ist sein größter Konkurrent, besonders nachdem Jakob ihm gesagt hat, dass er ihn nicht als Teilhaber haben will, obwohl Welser ihm sogar die Hochzeit mit seiner Tochter anbietet. Ihre Konfrontation endet in einem Schachspiel. Auch wenn man solche Szenen schon aus „Elisabeth“ oder „Chess“ kennt, ist dieses Lied hier sehr rockig und die Kostüme sehr modern, genau wie die Choreografie dazu.

Da die ganze Familie Jakob dazu drängt zu heiraten und einen Erben zu zeugen, er aber nur Sibylla sen. haben möchte, bietet diese ihm die Hand ihrer Tochter an. Denn Mutter Sibylla liebt Jakob zwar auch immer noch, ist aber in ihrer eigenen, sehr engsichtigen Moral gefangen, dass sie, selbst nachdem ihr Mann gestorben ist, sich nicht überwinden kann, Jakob zu heiraten. Doch durch die Hochzeit ihrer Tochter mit ihm kann sie in seiner Nähe bleiben. Auch Jakob hofft im Stillen, durch die Hochzeit mit der Tochter die Mutter näher an sich zu binden und geht auf den Handel ein. Die Trauung ist ein großes Spektakel und auch optisch wunderschön anzuschauen.

(c) Jan Pieter Fuhr
(c) Jan Pieter Fuhr

1518 kommt der todkranke Kaiser Maximilian zum Reichstag nach Augsburg. Jakob fürchtet um sein Vermögen, denn er hat dem Kaiser viel Geld gegeben. „Wir müssen seinen Nachlass regeln, bevor er es tut“ sagt er zu Mutter und Tochter Sibylla. Und mit Hilfe der beiden Frauen gelingt es Jakob, den drohenden finanziellen Ruin abzuwenden. Vom Kaiser bekommt er die Rechte daran, Handel mit dem Gold aus der „Neuen Welt“ zu treiben (Kolumbus entdeckte den Seeweg nach Amerika 1492).

Doch was weder Jakob noch Mutter Sibylla ahnen ist, wie sehr die Tochter diese Ehe mit dem viel älteren Mann hasst, besonders auch deshalb, weil dieser sie zwar verwöhnt, aber wie ein Kind und nicht wie seine Frau behandelt.  „Du durftest mich nicht zwingen“ ist eine Konfrontation zwischen Mutter und Tochter, in der all das bisher Ungesagte herauskommt.

(c) Jan Pieter Fuhr
Katharina Wollmann und Roberta Valentini (c) Jan Pieter Fuhr

Jakob fühlt sich alleine und einsam. Sibylla sen. verweigert sich ihm, Sibylla jun., mit der er verheiratet ist, will er nicht. Der Titelsong des Musicals ist traurig und schön, denn das „Herz aus Gold“ verwehrt Jakob auch Gefühle, ob er das nun will oder nicht, es ist kalt, eben ein Herz aus Gold.

Auch seine geliebte Sibylla sen. erkennt vor ihrem Tod, dass sie sich eigentlich ihr ganzes Leben lang selbst belogen, den Zwängen der Gesellschaft und ihren eigenen Moralvorstellungen unterworfen hat und dadurch immer nur unglücklich war.

Als dann zum Reichstag auch noch Luther zum Verhör nach Augsburg gebracht wird und sich dieser mit Jakob über den Ablasshandel streitet, entdeckt Jakobs Frau (die jüngere Sibylla), dass sie sich in Luthers Lehren erkennt, sie konvertiert und verlässt Jakob. Jakob, zwar der reichste Mann der Welt, ist nun ganz alleine und stirbt 1525.

Allerdings ist dies die Bühnengeschichte, denn eigentlich war Jakob Fugger mit der jüngeren Sibylla glücklich verheiratet, obwohl er, der streng katholisch war, es nicht mochte, dass Sibylla und ihre ganze Familie Anhänger von Luther waren. Auch starb er nicht alleine, sondern mit Sibylla jun. an seiner Seite.

Es ist schon bewundernswert, welch aufwändige Inszenierung „Herz aus Gold“ für eine Spielzeit von nur einem Monat ist. Nicht nur, dass über 60 Darsteller auf der Bühne stehen. Vielleicht wollte man hier ein bisschen an die glanzvollen Tage des Jakob Fugger erinnern. Es gibt sehr aufwändige Kostüme, ein großartiges Bühnenbild mit einer Treppe aus Münzen, die sogar leuchten.

(c) Ingrid Kernbach
Chris Murray (c) Ingrid Kernbach

Mit der Besetzung von Chris Murray als Jakob Fugger holte man sich einen der beliebtesten und meist beschäftigten Musicalstars Deutschlands auf die Bühne.  Murray brilliert mit seiner Stimme und seinem schauspielerischen Können. Seine Verwandlung vom jungen, vitalen Mann zum  Alten mit grauen Haaren ist beeindruckend. Der Titelsong  „Herz aus Gold“ ist sehr emotional.

Auch Roberta Valentini gehört zu den Großen der Musicalszene. Sie überzeugt als Sibylla senior. Herzzerreißend ihr Solo „Wo bin ich geblieben“. Aber auch in den Duetten mit Chris Murray und ihrer Bühnentochter Katharina Wollmann kann sie mit ihrer schönen, warmen Stimme überzeugen.

Aber nicht nur diese Beiden sind sehens- und hörenswert. Das ganze Ensemble mit Katharina Wollmann als Sibylla junior, Holger Hauer als Welser, Elke Kottmair als Mutter Fugger, Gerhard Werlitz als Ulrich Fugger und Stanislav Sergeev als Georg Fugger (letzterer hat leider einen leichten slawischen Akzent) und Thaisen Rusch als Luther sind gut besetzt.

Die Musik, geschrieben von Stephan Kanyar, ist sehr schön und reicht von barocken bis rockigen Tönen. Zu dem voll klingenden Sound tragen aber auch die Augsburger Philharmoniker und der Opernchor des Theaters Augsburg unter der Leitung von GMD Domonkos Heja bei.

Natürlich ist nicht alles historisch belegt, aber das Leben von Jakob Fugger spielte in einer Zeit, in der Vieles im Umbruch war, sei es nun die Entdeckung von Amerika 1492, der Baubeginn des Petersdoms in Rom 1506, zu dessen Finanzierung die Familie Fugger die Abgabe des „Peterspfennnigs“ für den Papst verwaltete, den Thesenanschlag von Martin Luther 1517 usw.

Die „Fuggerei“, die Jakob Fugger bauen ließ, ist die älteste Sozialsiedung der Welt. Noch heute können dort hilfsbedürftige KATHOLISCHE Familien für 0,88 Euro = Kaltmiete IM JAHR wohnen. Allerdings sollen alle Bewohner täglich drei Gebete für den Stifter und seine Familie sprechen, damit sein Weg aus dem Fegefeuer beschleunigt wird.

(c) Ingrid Kernbach
(c) Ingrid Kernbach

„Herz aus Gold“ ist eine wunderbare Reise in die Geschichte Augsburgs und in das Leben von Jakob Fugger. Ob das Musical in anderen Städten „kompatibel“ wäre, ist fraglich. Allerdings wäre es schön, wenn die Laufzeit verlängert würde oder es eine Wiederaufnahme in der tollen Kulisse des Theaters am Roten Tor in Augsburg gäbe. Zu den Besonderheiten dieses Theaters gehört sicher auch, dass zu Vorstellungszeiten die Straßen rund um das Theater für Autos gesperrt werden, da die Schlangen vor den Eingängen bis auf die Straße reichen.

Text: Ingrid Kernbach
Bilder: Ingrid Kernbach und Jan Pieter Fuhr/Theater Augsburg

Termine und Spielzeiten

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Herz aus Gold – Das Fugger-Musical (Uraufführung)

plakat herz aus gold augsburg 2018Ein fest entschlossener Blick unter einer kostbar bestickten, goldfarbenen Haube: So hat Albrecht Dürer um das Jahr 1519 den berühmten Augsburger Handelsherrn Jakob Fugger portraitiert. Jakob Fugger war seinerzeit der reichste Mann der Welt. Sein Imperium, das sich über halb Europa und Teile der eben entdeckten Neuen Welt erstreckte, machte Augsburg zu einer Finanz­metropole. Er war außerdem der erste Kaufmann, der in den Grafenstand erhoben wurde. Kurz: Jakob Fugger war ein »Global Player«.

2018 kehrt Jakob Fugger zurück nach Augsburg: In der Musical-Uraufführung Herz aus Gold von Stephan Kanyar (Musik) und Andreas Hillger (Text) wird sein schillernder Kosmos auf der Freilichtbühne am Roten Tor zum Leben erweckt. In einem Mix aus historischer Wahrheit, Dichtung und Liebesgeschichte erzählen Kanyar / Hillger das Leben dieses außergewöhnlichen Mannes, der in einer Zeit, in der nach christlicher Vorstellung Zinsgeschäfte als Todsünde galten, Visionäres geschaffen hat. Er baute die Fuggerei, die älteste Sozialsiedlung der Welt, und war neben den Medici in Italien der erste Bürger, der an der Schwelle zur Neuzeit seine Träume von Reichtum, Glanz und Glorie umzusetzen wagte. Er begründete damit nicht nur den globalen Kapitalismus, sondern schuf auch den modernen »Self Made Man«. Und er machte Augsburg zu einer blühenden Metropole, was sich bis heute in der Architektur der Stadt ­spiegelt.

Herz aus Gold ist eine Reise in die (vielleicht nicht so ferne) glorreiche Vergangenheit Augsburgs und Jakob Fuggers, der Stephan Kanyars heutige, genretreue Musik Rechnung trägt.

Komposition
Stephan Kanyar

Textbuch & Gesangstexte
Andreas Hillger

Premiere
30.6.18
Freilichtbühne am Roten Tor

Dauer: 2 Stunden, 20 Minuten inklusive Pause

Unser Bericht zu “Herz aus Gold” findet sich hier: —->

  • Musikalische Leitung Domonkos Héja
  • Inszenierung Holger Hauer
  • Choreografie Ricardo Fernando
  • Bühnenbild Karel Spanhak
  • Kostüme Sven Bindseil
  • Einstudierung der Chöre Katsiaryna Ihnatsyeva-Cadek / Carl Philipp Fromherz
  • Dramaturgie Sophie Walz
  • Jakob Fugger Chris Murray
  • Sibylla sr. Roberta Valentini
  • Barbara Fugger Elke Kottmair
  • Ulrich Fugger Gerhard Werlitz
  • Georg Fugger Stanislav Sergeev
  • Welser Holger Hauer
  • Sibylla jr. Katharina Wollmann
  • Luther Thaisen Rusch
  • Kaiser Eckehard Gerboth / Andre Wölkner
  • Priester Oliver Marc Gilfert
  • Sibylla jr. als Kind Jonna Lenke / Anne Lohrum / Carla Schäfer
  • Musicalensemble Christian Bock
  • Martina Oliveira
  • Florian Koller
  • Joanna Nora Lissai
  • Sarah K. Martlmüller
  • Naomi Simmonds
  • Edward Roland Serban
  • Thomas Zigon
  • Orchester Augsburger Philharmoniker
  • Chor Opernchor des Theaters Augsburg
  • Ballett Ballett Augsburg
  • 30.6.2018 20:30 | Freilichtbühne am Roten Tor
  • 3.7.2018 20:30 | Freilichtbühne am Roten Tor 
  • 5.7.2018 20:30 | Freilichtbühne am Roten Tor 
  • 6.7.2018 20:30 | Freilichtbühne am Roten Tor
  • 7.7.2018 20:30 | Freilichtbühne am Roten Tor 
  • 8.7.2018 20:30 | Freilichtbühne am Roten Tor
  • 10.7.2018 20:30 | Freilichtbühne am Roten Tor
  • 12.7.2018 20:30 | Freilichtbühne am Roten Tor
  • 13.7.2018 20:30 | Freilichtbühne am Roten Tor
  • 14.7.2018 20:30 | Freilichtbühne am Roten Tor
  • 15.7.2018 20:30 | Freilichtbühne am Roten Tor
  • 17.7.2018 20:30 | Freilichtbühne am Roten Tor
  • 19.7.2018 20:30 | Freilichtbühne am Roten Tor
  • 20.7.2018 20:30 | Freilichtbühne am Roten Tor
  • 21.7.2018 20:30 | Freilichtbühne am Roten Tor
  • 22.7.2018 20:30 | Freilichtbühne am Roten Tor
  • 24.7.2018 20:30 | Freilichtbühne am Roten Tor
  • 25.7.2018 20:30 | Freilichtbühne am Roten Tor
  • 26.7.2018 20:30 | Freilichtbühne am Roten Tor
  • 27.7.2018 20:30 | Freilichtbühne am Roten Tor
  • 28.7.2018 20:30 | Freilichtbühne am Roten Tor

#Auf der Jakobsleiter

Die Fakten sind bekannt, die Eckdaten aktenkundig: Jakob ­Fugger, geboren 1459 in Augsburg und 1525 ebenda gestorben, war der bedeutendste Montanunternehmer und Bankier seiner Zeit. Zu seinen Schuldnern zählten Päpste wie Kaiser, er finanzierte Krönungen und Kriege und sicherte sich so immensen Einfluss auf die europäische Politik. Dass »Jakob der Reiche« zudem bleibende Zeugnisse in seiner Heimatstadt hinterlassen hat, lässt ihn bis heute als wirkungsmächtigsten Augsburger Bürger aller Zeiten erscheinen. Über die Etikettierung als »reichsten Mann der Weltgeschichte« kann man freilich ebenso streiten wie über den Vergleich mit aktuellen Wirtschafts-Magnaten. Der Mensch an der Schwelle zur Neuzeit lässt sich psychologisch wie ökonomisch kaum in heutige Muster pressen, zumal aus ­Fuggers Privatleben wenig überliefert ist: Die Ehe mit der wesentlich jüngeren Sybilla blieb kinderlos, das Erbe traten seine Neffen an. Ein trauriges Finale einer großen Karriere.

Was also prädestiniert Jakob Fugger zum Helden eines Musicals? Eben das, was man nicht wissen kann, aber doch vermuten darf: Die Frage nach der Triebkraft seines Handelns ist ebenso spannend wie die nach seiner scheinbaren Gefühlskälte, der wiederum seine karitative Neigung widerspricht. Musste der Meister der doppelten Buchführung auf emotionaler Ebene tatsächlich mehr Soll als Haben verzeichnen? Und war die Lust an der Macht ein Ersatz für den Mangel an Liebe? An den Rändern der Wirklichkeit findet sich das Wahrscheinliche – und dahinter beginnen die unerforschten Bereiche des Möglichen. Dort können wir den Stoff für unser Musical finden. Die Erfindung muss hier aus Vorgefundenem geschöpft werden, die Größe der Geschichte verlangt nach respektvoller Annäherung. Dabei öffnet sich Fuggers Epoche als Zeit eines gewaltigen Aufbruchs: Die Erfindung der beweglichen Lettern hat den Informationsfluss in einen Strom verwandelt, aus der Ferne kommen Nachrichten von neu entdeckten Ländern und fremden Völkern – und im nahen Nürnberg konstruiert Peter Henlein die erste Taschenuhr, nachdem Martin Behaim dort zuvor einen Globus gefertigt hat. Raum und Zeit scheinen aus den Fugen, in einer neuen Welt muss jeder seinen Platz finden. Und Jakob gelingt es, mit riskanten Geschäften die enormen Chancen zu nutzen.

Dass ihn sein weit ausgespanntes Netz von Faktoreien dabei auch mit Informationen versorgt, lässt ihn rückblickend tatsächlich wie einen frühen Vorläufer heutiger Spekulanten erscheinen. Dass er sich dabei aber auch um sein Seelenheil sorgt, macht dann wohl doch einen Unterschied – wie die bis heute gültigen Konditionen für die Bewohner seiner Fuggerei inklusive der täglichen Gebete für den Wohltäter zeigen. Auch darin war er ein Kind seiner Zeit, der das Fegefeuer und die Apokalypse in den Grafiken von Künstlern wie Cranach und Dürer bedrohlich vor Augen standen. Ob er seinen Vornamen aber auch als Vorbestimmung verstand, die ihn mit dem biblischen Jakob und seinem Traum von der Himmelsleiter verband?

Wie sich Jakob Fugger nach seiner Heimkehr aus der ­Metropole Venedig in der ständischen Ordnung seiner Heimatstadt zurecht finden konnte, wie er sich also gewissermaßen in den Augsburger Geschlechtertanz eingereiht hat, scheint ein weiterer wichtiger Aspekt. Schließlich musste er den alten Familien noch immer als neureich erscheinen, nachdem sich erst sein Großvater das Augsburger Bürgerrecht erheiratet hatte. Und auch das ­Wappen »von der Lilie« war der Familie erst 1473 verliehen worden – also in jenem Jahr, in dem der 14-jährige ­Jakob die Vertretung seiner Familie im venezianischen ­Fondaco dei Tedeschi übernommen hatte, während seine älteren Brüder zu Hause geblieben waren. Wie lebt man mit solcher Verantwortung – und wird von ihr geprägt?

Zwischen Kurie und Kaiser, zwischen Kaufleuten und Künstlern gilt es, nach den Spuren von Jakob Fugger und seiner Familie zu suchen. Hatte der Mann, der sich den legendären Burgunderschatz erkaufte, vielleicht wirklich ein Herz aus Gold? Ebenso kostbar wie kalt? Oder war das nur eine Rüstung gegen die Anfechtungen des Lebens und Glaubens? Wir werden es sehen – am Ende einer Zeitreise, die uns tief in die Geschichte der Stadt und ihres berühmtesten Sohnes führen soll.

Quelle: Theater Augsburg

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Stage Diving, Fannähe und ausgelassene Stimmung: Michael Patrick Kelly im Amphitheater Hanau!

Am vergangenen Samstag (11.08.2018) trat Michael Patrick Kelly im Rahmen seiner aktuellen „ID“-Tour im ausverkauften Amphitheater in Hanau auf und sorgte bereits Stunden vorher für Verkehrschaos in der „Brüder-Grimm-Stadt“. Pünktlich betrat der in Dublin geborene Sänger die Bühne des Open Air-Theaters und begeisterte die 2.700 Zuschauer vom ersten Moment an mit seiner guten Laune und seiner wirklich sympathischen Art. Gut zwei Stunden lang gab der frühere Mädchenschwarm der Kelly Family mit seinem Programm tiefe Einblicke in sein Leben. „ID“ steht für Identität und genau um diese ging es an diesem Konzertabend. „Am Liebsten würde ich mich mit jedem einzelnen von euch unterhalten, euch fragen wer ihr seid, wo ihr herkommt und wie es euch geht“, erklärte Kelly direkt zu Anfang seines Konzertes. Dass die Nähe zu seinen Fans ihm sehr wichtig ist, zeigte er mehrfach und klatschte immer wieder die ersten Reihen ab, ging während eines Songs auf seinen jüngsten Fan an diesem Abend zu, um seine Hand zu halten und ließ sich mit den Worten „Seid ihr echte Freunde? Dann lasst mich nicht fallen!“ von seinen Fans quer durchs Theater auf Händen tragen.

© MPK
© MPK

Egal, ob es Songs wie „Higher Love“, „A Little Faith“, „Golden Age“, Roundabouts“ oder „ID“ aus seinem gleichnamigen Album waren oder ein Kelly Family-Medley mit „An Angel“, „One More Song“ und „One More Freaking Dollar“, es wurde Zeile für Zeile mitgesungen und die Stimmung brachte das Amphitheater zum Beben. Immer wieder erzählte der 40-jährige ein bisschen aus dem Leben und was ihm persönlich wichtig ist. “Ich habe mich mit meiner Vergangenheit versöhnt, ihr müsst da jetzt einfach vier Minuten lang durch” scherzte der Singer und Songwriter, als er das Medley der Kelly Family ankündigte. Ernster und mucksmäuschenstill wurde es hingegen, als er von der Begegnung nach dem Soundcheck mit zwei schwerkranken Fans erzählte und später auch zu einer Schweigeminute für den Frieden aufrief.

© Diana Agostini
© Diana Agostini

2017 war Michael Patrick Kelly Teilnehmer der Show „Sing meinen Song“ auf VOX und wurde mit seiner Ehrlichkeit und Authentizität zum Liebling der Show. Gerade sein damaliger Auftritt mit „Shake Away“ (Offizieller Video-Clip) dürfte vielen bis heute in Erinnerung geblieben sein. Der Pop-Song sorgt nicht nur für gute Laune und animiert zum Mitsingen, sondern symbolisiert auch Kellys Neustart nach seiner langen (musikalischen) Auszeit. Mit seinen eigenen Versionen von „Flüsterton“ und „Memories“ dankte er an diesem Abend seinen Musikerkollegen und Freunden Mark Forster und Gentleman. Mit „Shake Away“ wurde dann so langsam das Ende eines beeindruckenden Konzertabends eingeläutet.

© Diana Agostini
© Diana Agostini

Bis einschließlich 15. September 2018 tourt Michael Patrick Kelly noch durch Deutschland. Infos und Tickets gibt es unter: www.michael-patrick-kelly.com.


Artikel von Natascha

(Fotos: © Diana Agostini / MPK ; Video: MPKVEVO)

 

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Überragende Premiere der Tour „Die größten Musical-Hits aller Zeiten“ in Frankfurt am Main!

Mit „Die größten Musical-Hits aller Zeiten“ feierten die Veranstalter Semmel Concerts und Sound of Music am 07. März 2019 eine überragende Premiere vor 2.100 Zuschauern in der Alten Oper Frankfurt. Die Show, die nach dem Konzept und unter der Regie von Andreas Luketa und unter der musikalischen Leitung von Mario Stork steht, setzt in allen Punkten auf erstklassige Qualität und überzeugte in Frankfurt/Main schon nach wenigen Songs. Das Ensemble ist mit Alexander Klaws, Jan Ammann, Mark Seibert, Roberta Valentini und Sabrina Weckerlin mit Superstars des deutschen Musicals besetzt, deren Bekanntheitsgrad mittlerweile aber auch schon über viele Landesgrenzen hinausgeht.

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„Die größten Musical-Hits aller Zeiten“ nimmt das Publikum mit auf einen Streifzug durch die bunte und aufregende Welt der Musicals. Von gespenstisch wie das Musical „Ghost“ über ein bezauberndes Disney-Medley weiter zur dramatischen Geschichte der „Elisabeth“, der düsteren Welt von „Tanz der Vampire“ bis hin zu einem fetzigen Medley aus Pop-Musicalsongs ist bei dieser Show alles dabei. Die jeweiligen Moderationen der einzelnen Blöcke übernehmen die fünf Künstler selbst und liefern den Zuschauern auf sehr authentische und charmante Art und Weise einige Informationen zu den einzelnen Stücken und ihrer Handlung. Bereits nach wenigen Liedern wird das Ensemble mit tobendem Applaus belohnt, der auch während der gut zweieinhalbstündigen Show nicht nachlässt. Von Premieren-Lampenfieber ist keinem der Sängerinnen und Sänger etwas anzumerken. Im Gegenteil: die gute Laune und der Spaß an der Musik schwappt sehr schnell auf die Menschenmenge über, die immer wieder mitklatscht und lautstark mitsingt. Unterstützt wird das Ensemble von professionellen Musikern, die ausnahmslos mit den Protagonisten harmonieren.

Mit Klaws, Ammann, Seibert, Valentini und Weckerlin holen die Veranstalter fünf Ausnahmekünstler auf die Bühne, die stimmlich auf höchstem Niveau abliefern. Zudem stehen hier die Original-Hauptdarsteller einiger der präsentierten Musicals auf der Bühne. So zum Beispiel Alexander Klaws, der zusammen mit Roberta Valentini den „Ghost“-Block präsentiert und kurz danach mit den Liedern „Zwei Welten“ und „Dir gehört mein Herz“ in seine bekannteste Rolle des Tarzan schlüpft. Ein weiteres Highlight ist die Interpretation des Liedes „Frei und schwerelos“, das von den früheren Elphaba-Darstellerinnen Roberta Valentini und Sabrina Weckerlin zusammen gesungen wird. Der „Elisabeth“-Block wird von Mark Seibert und Roberta Valentini übernommen. Beide standen schon in Deutschland, Wien und Shanghai bzw. bei den Thuner Seespielen in diesem Musical auf der Bühne. Ohrenbetäubenden Jubel und zwischenzeitliche Standing Ovations gab es an diesem Abend für die beiden Krolocks Jan Ammann und Mark Seibert und ihre gemeinsame Darbietung des Songs „Die unstillbare Gier“ aus dem Erfolgsmusical „Tanz der Vampire“. Nach einem Einblick in „Die Päpstin“ wurde mit dem fetzigen Pop-Musical-Block und Liedern aus „Hinterm Horizont“, „Ich will Spaß“, „Wahnsinn – Das Musical“, „Rocky“ und „We will rock you“ so langsam das Ende einer kurzweiligen und erfolgreichen Show eingeläutet.

Zum Schluss stellen wir euch das Ensemble noch einmal ganz ausführlich vor:

© Det Kempke
© Det Kempke

Alexander Klaws wurde im Jahre 2003 als Sieger der ersten Staffel der TV-Casting-Show „Deutschland sucht den Superstar“ (DSDS) bekannt. Nach seinem abgeschlossenen Gesangs- und Schauspielstudium an der Joop van den Ende Academy in Hamburg wurde er 2006 für das Musical „Tanz der Vampire“ in Berlin engagiert und spielte ab Mai 2010 die Hauptrolle des Disney-Musicals „Tarzan“ in Hamburg und von November 2016 bis April 2017 in Oberhausen. Dazwischen folgten weitere Verpflichtungen in Stücken wie unter anderem „Der Schuh des Manitu“, „Jesus Christ Superstar“ und „Saturday Night Fever“. 2016 tourte Alexander Klaws zudem mit der Show „Disney in Concert“ durch Deutschland, bevor es im Herbst des gleichen Jahres zum ersten Mal mit „Die größten Musical-Hits aller Zeiten“ auf Tour ging. Seine letzten Engagements waren die Hauptrolle des Old Surehand bei den Karl-May-Spielen in Bad Segeberg, die Hauptrolle des Sam im Musical „Ghost“ in Berlin und Auftritte als Stargast in der neuen Tour von „Disney in Concert – Wonderful Worlds“ und „White Christmas in Concert 2018 – Deutschlands größte Weihnachtsshow“. Aktuell tourt der gebürtige Westfale für insgesamt 15 Termine mit „Die größten Musical-Hits aller Zeiten“ durch Deutschland und feiert am 12. März 2019 Weltpremiere mit „Knie – Das Circus Musical“ in Dübendorf in der Schweiz.

© Karim Khawatmi
© Karim Khawatmi

Jan Ammanns Ausbildung in klassischem Gesang fand in den USA statt und er absolvierte Meisterklassen in New York, Leipzig und Salzburg. Sein erstes großes Engagement war die Titelrolle im Musical „Ludwig²“, für die er noch während seines Studiums in München entdeckt wurde. Bis heute kann er viele weitere Hauptrollen in seiner Vita verzeichnen, so zum Beispiel in den Musicals „West Side Story“, „Show Boat“, „Tanz der Vampire“ in Oberhausen, Stuttgart, Berlin, München, Hamburg und erneut in Stuttgart, „Rebecca“, „Tarzan“, „Doktor Schiwago“ und „Die Päpstin“. Zudem steht Jan Ammann mit eigenen Solokonzerten und der Sound of Music-Produktion „Musical Tenors“ auf der Bühne und war bis 2018 Teil der Erfolgsshow „The Milestones Project“, die ebenfalls eine Produktion von Sound of Music ist.

© Felicitas Matern
© Felicitas Matern

Der gebürtige Frankfurter Mark Seibert erhielt seine Ausbildung am Lee Strasberg Theatre Institute in New York und am Konservatorium der Stadt Wien. Schon während seiner Ausbildung stand er in den Musicals „Footloose“, „Hair“, „Barbarella“ und „Romeo & Julia“ auf der Bühne. In „Wicked – Die Hexen von Oz“ verkörperte er den ersten deutschsprachigen Fiyero und spielte bei der Weltpremiere von „Der Schuh des Manitu“ den Ranger. Neben Auftritten in diversen Musicalgalas folgten Engagements in „Elisabeth“ in Deutschland, Österreich und in Shanghai, in „Jesus Christ Superstar“ in Bonn, „Artus – Excalibur“ in St. Gallen und „Mozart!“ in Wien. 2016 feierte Mark Seibert sein Debüt als Graf von Krolock in „Tanz der Vampire“ in Berlin und spielte diese Rolle auch in Stuttgart, Wien und St. Petersburg in Russland. Im Sommer 2019 wird er, wie 2018 auch schon, beim Musicalsommer in Fulda die Rolle des Gerold in „Die Päpstin“ übernehmen. Vorher tourt er im April und Mai dieses Jahres mit seinem Soloprogramm durch Deutschland und Österreich und arbeitet aktuell an eigenen Songs.

© Thomas Langer
© Thomas Langer

Roberta Valentini wurde in Nürnberg geboren und schloss ihre Musicalausbildung in München erfolgreich mit Diplom ab. Seit 2006 war sie in den unterschiedlichsten Stücken und Theatern im In- und Ausland live zu erleben. Unter anderem zählen Rollen in „Elisabeth“, „Anatevka“, „Das Molekül“, „Wicked – Die Hexen von Oz“, „Kein Pardon“, „Artus Excalibur“, „Shrek“, „Die Brücken am Fluss“ und „Herz aus Gold“ zu ihrem Werdegang. Ihre letzten Engagements sind die Hauptrolle der Molly im Musical „Ghost“ in Hamburg und die Rolle der Eva Perón im Musical „Evita“ in Mannheim.

© Michael Eloy Werthmüller
© Michael Eloy Werthmüller

Last but not least: Sabrina Weckerlin. Noch während ihrer Ausbildung in Hamburg wurde sie für die Premierenbesetzung von „3 Musketiere“ verpflichtet. Die blonde Musicaldarstellerin wurde bis heute mehrfach mit Preisen ausgezeichnet und kann Hauptrollen in den Stücken „Elisabeth – Die Legende einer Heiligen“, „Wicked – Die Hexen von Oz“, „Die Päpstin“ und „Marie Antoinette“ zu ihren Erfolgen zählen. Zudem sang sie 13 ausverkaufte Konzerte der Reihe „The World of Levay and Kunze“ in Tokio. Es folgten weitere Engagements in der deutschsprachigen Erstaufführung von „Next to Normal“, „Der Medicus“, „Tarzan“ und „Matterhorn“. Seit 2017 ist sie feste im Ensemble der Show „Disney in Concert“. Mit eigenen Songs, die von dem Pop- und Broadway-Komponisten Frank Wildhorn geschrieben wurden, war Sabrina Weckerlin in Amerika, der Schweiz, in Japan und Russland auf erfolgreicher Konzerttour und wird im Frühjahr dieses Jahres ihre erste eigene CD veröffentlichen.

„Die größten Musical-Hits aller Zeiten“ tourt noch bis einschließlich 25.03.2019 durch Deutschland und beendet die aktuelle Tour am 26.03.2019 in der Stadthalle Wien. Weitere Infos und Tickets gibt es auf der Homepage von Sound of Music und Semmel Concerts.


Artikel von Natascha

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Chris Murray – Musical Christmas 2018

Der Zauber des Moments

Premiere: 01.12.2018 – besuchtes Konzert: 08.12.2018 in Pforzheim

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Ein Weihnachtskonzert mit Chris Murray, das wissen seine Fans schon lange, ist immer etwas ganz Besonderes, denn es gibt nicht nur, wie bei anderen Weihnachtskonzerten üblich, Weihnachtslieder zu hören. Bei Chris Murray bekommt der Besucher nicht nur eine bunte Mischung aus Musical- und Weihnachtsliedern, sondern auch Geschichten und Anekdoten – fröhliche, besinnliche, aber auch nachdenkliche.

Besonders schön ist für viele z.B. auch, dass Murray den Inhalt der englischen Lieder vorher erklärt, genau wie er auch erklärt, worum es in den einzelnen Musicals geht. So bekommt das Publikum nicht nur einen Abend voller wunderbarer Musik, es ist gleichzeitig eine kleine Bildungsreise. Von seinen Fans wird Chris Murray deshalb auch liebevoll „Professor“ genannt.

aDSC07598„Der Zauber des Moments“ heißt das diesjährige Programm. Im restlos ausverkauften Podium des Theaters Pforzheim erwartete die Zuschauer vor silbernen Vorhängen eine hübsch geschmückte Bühne mit zwei Tannenbäumen, einer Couch, auf der das große Geschichtenbuch lag, und einem Klavier, an dem Philipp Polzin zur Eröffnung ein Medley aus Weihnachtsliedern spielte.

Mit einer Mischung aus „Happy Holidays“ und „Let it snow“ eröffnete Chris Murray dann den Abend. Mit dem Lied „Nach oben“ aus dem Fugger-Musical „Herz aus Gold“ und der passenden Geschichte dazu ging es weiter.

aDSC07839Als Special Guest war an diesem Abend Paul Jadach, Mitglied des Pforzheimer Theater Ensembles, dabei. Sein erstes Lied „Impossible dream“ aus „Der Mann von LaMancha“ machte klar, dass an diesem Abend gleich zwei stimmgewaltige Herren auf der Bühne stehen würden.

Auch zum nächsten Lied „White Christmas“ gab es eine schöne Erklärung: Es ginge darum, dass der Komponist im warmen Kalifornien säße und auf Orangenbäume und Palmen schaue, während er von der weißen Weihnacht träumt. Gemeinsam mit Paul Jadach gab es dann aus dem großen Buch die Weihnachtsgeschichte „The night before christmas“ gelesen in Englisch von Chris Murray und in Deutsch von Paul Jadach.


aDSC07643Es folgte „Musik der Nacht“ aus dem „Phantom der Oper“, wieder mit einer kleinen Anekdote. Chris selbst hat das Stück in Deutschland über 400 Mal selbst gespielt. Ein schöner Gedanke ist auch, dass sich die Erinnerungen an glückliche Momente zu einem Flicken-Teppich zusammensetzen, auf den wir in weniger glücklichen Tagen zurückschauen können.

Mit seiner eigenen Komposition „Falling leaves“ bewies auch Philipp Polzin am Klavier seine Klasse. Nun folgte ein besonderes Highlight, nämlich ein Lied, das Chris Murray über die Geburt Jesus geschrieben hat: „Just a baby“. Es klingt ein bisschen nach Reggae und die Zuschauer durften auch mitsingen.

Eine wichtige Botschaft hat auch der Song „Believe“ aus dem Film „Der Polarexpress“. Dabei geht es um ein Glöckchen, das nur der hören kann, der auch an den Zauber der Weihnacht glaubt.

aDSC07971Und wer wundert sich nicht, wenn im Oktober schon die Weihnachtsplätzchen in den Regalen der Supermärkte stehen? Und wer erliegt nicht der Versuchung? Mit zwei Tellern voller Plätzchen bewaffnet nahmen sich Chris und Philipp dem Thema an, nach dem Motto „Iss sie doch“. Die Plätzchen wurden im Publikum verteilt und damit ging es  in die Pause.

Den zweiten Teil eröffnete „The Christmas Song (Chestnuts Roasting on an Open Fire)“, gefolgt von einem echten Highlight. Zusammen mit seiner 13-jährigen Tochter Noelle sang Chris das Lied „A million dreams“ aus „The greatest showman“. Unschwer zu erkennen, dass sich das Talent weitervererbt hat. Ganz selbstbewusst sang das Töchterchen zusammen mit ihrem Vater das Duett.

aDSC07768Ein kleiner Gag war das „Weihnachts-Outfit“ von Philipp Polzin, der einen LED-Weihnachtsanstecker hatte und meinte, Chris sei ja so gar nicht weihnachtlich angezogen. Doch das Jacket von Chris hatte sogar eine eingebaute Lichterkette.

2013 eroberte Chris Murray als „Dracula“ im gleichnamigen Musical von Frank Wildhorn. Als nun die Frage kam, ob die Zuschauer lieber etwas aus „Dracula“ oder aus „Casanova“ hören wollten, fiel das Votum ganz klar für „Dracula“ und das Lied „Ich leb nur weil es dich gibt“ aus. Doch ein paar Stimmen wurden auch laut für „Schenk mir die Stunde“ aus „Casanova“ und so gab es diesen Titel auch noch.

Mit der „Konfrontation“ aus „Les Misérables“ lieferten sich Paul Jadach und Chris Murray dann ein stimmliches Duell auf höchstem Niveau. Das nächste Lied war dann das krasse Gegenteil zu dem ernsten Stück zuvor. „Im Sommer“ möchte Schneemann Olaf gerne sein.

Mit „Heaven can wait“, geschrieben von Jim Steinman und gesungen von Meat Loaf, gab es einen kleinen Ausflug in die Rockmusik.

aDSC07640Und noch einmal wurde das Buch der Geschichten aufgeschlagen. Diesmal ging es um den Stress, den Eltern am Abend vor Weihnachten haben, gelesen abwechselnd von Chris und Paul.

Einen Ausflug ins Reich der Oper machte das Publikum mit Paul Jadach und „Musica proibita“ und bewies mit seiner Erklärung nicht nur, dass er toll singen kann, sondern auch viel Humor hat. „Koppangen“ ist ein wunderschönes schwedisches Lied über die eine Person, die von Ferne zusieht, wie die Familien Weihnachten feiern. Früher hat sie dazu gehört, aber die Zeit hat alles verändert.

Natürlich darf auch „Scrooge“ und „Der Geist der Weihnacht“ nicht fehlen. „Was habe ich getan“ heißt das Lied. Beim zweiten Lied „Ein neues Leben fang ich jetzt an“ war dann auch der Einsatz des Publikums gefragt. Mitsingen und -klatschen erlaubt und gewünscht.

aDSC07788Mit „Stille Nacht“, von Paul Jadach in Polnisch, von Chris Murray in Englisch und dann vom Publikum in Deutsch gesungen, wäre der Abend eigentlich zu Ende gewesen, doch bei dem tosenden und stehenden Applaus kamen die Mitwirkenden nicht um mehrere Zugaben herum.

„Sterne“ aus „Les Misérables“ (Chris Murray), „Maria“ aus „West Side Story“ (Paul Jadach) und alle gemeinsam mit dem sehr lustigen „Grandma got run over by a reindeer“, vorher wieder in Deutsch erklärt, endete der Abend gesanglich.

Das Lebensmotto von Chris Murray „VERSUCHE GLÜCKLICH ZU SEIN UND TUE KEINEM EIN LEID“ sollte sich jeder zu Herzen nehmen.

Weitere Konzerte in der Reihe „Zauber des Moments“ mit Chris Murray gibt es

am 15.12. in Berlin,

am 16.12. in Hof und

am 20.12. in Lübeck


Text und Fotos: Ingrid Kernbach

 

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Juli 2018

© Andrea Ney
© Andrea Ney

Ein Theaterjahr rast immer wieder viel zu schnell an einem vorbei. So ist die Open Air Saison 2018 bereits in vollem Gange und die ersten Freilichtbühnen feiern ihre Dernieren. Erste Proben für die kommende Spielzeit 2018/2019 beginnen und auch im Juli werden noch Premieren in der Sommersaison gefeiert. Blickt mit uns auf einen aufregenden Juli 2018 zurück.

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Deutscher Musical Theater Preis 2018 – Die Nominierten

Seit Mitte August stehen nun die Nominierten für die Preisverleihung in Hamburg fest. Das Team von Bühnenlichter.de drückt allen Nominierten die Daumen!

Musicaltheaterpreis

Bestes Musical

Bestes Revival

  • Der gestiefelte Kater (Next Liberty Jugendtheater GmbH, Graz/Österreich)
  • Erwin Kannes – Trost der Frauen (Letterland) (Theater für Niedersachsen, Hildesheim)
  • Stella – Das blonde Gespenst vom Kurfürstendamm (Stadttheater Ingolstadt)

Beste Komposition

  • Nicolas Rebscher, Kevin Schroeder, Simon Triebel für »Fack Ju Göhte – Se Mjusicäl« (Stage Entertainment – WERK7 – Theater im Werksviertel, München)
  • Constanze Behrends für »Jana & Janis – Sag einfach Jein« (Schmidtchen.Theater.Reeperbahn, Hamburg)
  • Peter Lund für »Welcome to Hell« (Neuköllner Oper, Berlin)

Beste Liedtexte

  • Nicolas Rebscher, Kevin Schroeder, Simon Triebel für »Fack Ju Göhte – Se Mjusicäl« (Stage Entertainment – WERK7 – Theater im Werksviertel, München)
  • Lukas Nimscheck, Franziska Kuropka für »Jana & Janis – Sag einfach Jein« (Schmidtchen.Theater.Reeperbahn, Hamburg)
  • Alexander Kuchinka für »Zzaun! – Das Nachbarschaftsmusical« (Staatsoperette Dresden) 

Bestes musikalisches Arrangement

  • Stephan Kanyar für »Herz aus Gold – Das Fugger Musical« (Theater Augsburg)
  • Wolfgang Böhmer für »Jedermann – Ein Musical vom Sterbenlernen« (Stiftung Stift Neuzelle) 
  • Manfred Honetschläger, Peter Christian Feigel, Alexander Kuchinka für »Zzaun! – Das Nachbarschaftsmusical« (Staatsoperette Dresden)

Beste Regie

  • Werner Sobotka für »Cinderella passt was nicht« (Theater der Jugend, Wien) 
  • Werner Bauer für »Erwin Kannes – Trost der Frauen (Letterland)« (Theater für Niedersachsen, Hildesheim) 
  • Peter Lund für »Welcome to Hell« (Neuköllner Oper, Berlin) 

Beste Choreographie

  • Bart De Clercq für »Dornröschen« (Brüder Grimm Festspiele Hanau) 
  • Fredrik Benke Rydman für »Fack Ju Göhte – Se Mjusicäl« (Stage Entertainment – WERK7 – Theater im Werksviertel, München) 
  • Danny Costello für »Zzaun! – Das Nachbarschaftsmusical« (Staatsoperette Dresden) 

Bestes Bühnenbild

  • Sarah Katharina Karl für »Aus Tradition anders – Das Lilienmusical« (Staatstheater Darmstadt) 
  • Karel Spanhak für »Herz aus Gold – Das Fugger Musical« (Theater Augsburg) 
  • Walter Vogelweider für »Zzaun! – Das Nachbarschaftsmusical« (Staatsoperette Dresden) 

Bestes Kostümbild & bestes Maskenbild

  • Rebeca Monteiro Neves für »Der gestiefelte Kater« (Next Liberty Jugendtheater GmbH, Graz/Österreich) 
  • Bettina Köpp für »Erwin Kannes – Trost der Frauen (Letterland)« (Theater für Niedersachsen, Hildesheim) 
  • Sven Bindseil, Jürgen Endres für »Herz aus Gold – Das Fugger Musical« (Theater Augsburg) 

Beste Darstellerin in einer Hauptrolle

  • Pia Douwes für »Ein wenig Farbe« (Theatercouch, Wien) 
  • Johanna Spantzel für »Fack Ju Göhte – Se Mjusicäl« (Stage Entertainment – WERK7 – Theater im Werksviertel, München) 
  • Janne Marie Peters für »Jana & Janis – Sag einfach Jein« (Jana & Janis – Sag einfach Jein) 

Bester Darsteller in einer Hauptrolle

  • Florian Stanek für »Der gestiefelte Kater« (Next Liberty Jugendtheater GmbH, Graz/Österreich) 
  • Alexander Prosek für »Erwin Kannes – Trost der Frauen (Letterland)« (Theater für Niedersachsen, Hildesheim) 
  • Chris Murray für »Herz aus Gold – Das Fugger Musical« (Theater Augsburg) 

Beste Darstellerin in einer Nebenrolle

  • Patricia Nessy für »Cinderella passt was nicht« (Theater der Jugend, Wien) 
  • Kerstin Ibald für »Dornröschen« (Brüder Grimm Festspiele Hanau) 
  • Franziska Becker für »Erwin Kannes – Trost der Frauen (Letterland)« (Theater für Niedersachsen, Hildesheim) 

Bester Darsteller in einer Nebenrolle

  • Christoph Marti für »Coco – ein Transgendermusical« (Konzert Theater Bern) 
  • Jürgen Brehm für »Erwin Kannes – Trost der Frauen (Letterland)« (Theater für Niedersachsen, Hildesheim) 
  • Robin Cadet für »Fack Ju Göhte – Se Mjusicäl« (Stage Entertainment – WERK7 – Theater im Werksviertel, München) 

Ehrenpreis verliehen an Pia Douwes


Quelle: Deutscher Musical Theater Preis 2018

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Die Bewerber 2018

LOGO-Deutscher-Musical-Theater-Preis-ROT-AIFolgende Produktionen haben sich für den Deutschen Musical Theater Preis 2018 beworben. Einige hatten zu diesem Zeitpunkt (April 2018) schon ihre Uraufführung oder ihr Revival, einige folgen noch.

Uraufführungen

  • Coco – Konzerttheater Bern / UA 20.04.2018
  • Das Dschungelbuch – Luisenburg-Festspiele, Wunsiedel / UA 05.06.2018
  • Die Hatzfeldt – Schloss Biedenkopf / UA 11.08.2017
  • Anna Göldi – Neuhausen am Rheinfall – Schweiz / UA 07.09.2017 (kein Link verfügbar)
  • Zzaun! – Staatsoperette Dresden / UA 03.03.2018
  • Rasputin – Theater Hof – UA 28.10.2017
  • Die Kleine Meerjungfrau – Wintergarten Berlin / UA 26.11.2017
  • Fack Ju Göhte – Se Mjusicäl – Werk7 – Theater im Werksviertel München – UA 21.01.2018
  • Jeder Idiot hat eine Oma, nur ich nicht – Deutsches Theater Berlin, Kammerspiele – UA 21.01.2018
  • Der Frauenversteher – Wiener Metropol – UA 14.02.2018
  • Bambi – Das Waldical – St. Pauli Theater Hamburg – UA 02.03.2018
  • facebook agb – das musical – Kunst- und Kulturverein Spedition Bremen e.V. – UA 10.08.2017
  • Jana & Janis – Sag einfach Jein! Schmidtchen Theater, Hamburg – UA 23.03.2018
  • Welcome to hell Neuköllner Oper, Berlin – UA 15.03.2018
  • Aus Tradition anders – Das Lilienmusical – Staatstheater Darmstadt – UA 28.04.2018
  • Herz aus Gold – Das Fugger Musical – Theater Augsburg – UA 30.06.2018
  • Wie es euch gefällt – Theater am Aegi – UA 02.08.2018
  • Jedermann – Ein Musical vom Sterbenlernen – Kloster Neuzelle – UA 19.07.2018
  • Die Schatzinsel – Uckermärkische Bühnen Schwedt – UA 09.06.2018
  • Dornröschen – Brüder Grimm Festspiele Hanau – UA 11.05.2018
  • Rulantica – The Musical – Europa-Park GmbH Rust – UA 28.04.2018
  • Ein wenig Farbe – Theatercouch Wien – UA 04.05.2018

Revivals

  • Das Kunstseidene Mädchen – Landesbühne Niedersachsen-Nord / PR: 09.09.2017
  • In 80 Tagen um die Welt – Theater Flensburg / PR: 16.09.2017
  • Stella – Theater Ingolstadt / PR 21.10.2017
  • Der Gestiefelte Kater – Next Liberty Graz / PR 19.11.2017
  • Vom Geist der Weihnacht – Theater Nordhausen – PR 08.12.2017
  • Cinderella passt was nicht – Theater der Jugend Wien / PR 12.12.2017
  • Die Päpstin – Big Dimension GmbH, Aufführungen in Neunkirchen und Stuttgart – PR 21.12.2017
  • Erwin Kannes- Trost der Frauen – TfN Hildesheim – PR 25.03.2018
  • Grimm! – Theater Erfurt – PR 01.02.2018

Quelle: Deutscher Musical Theater Preis 2018

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Ingrid Kernbach

2019

 

2018

2017


Stand 01/2019

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Musical Christmas 2017 – Hollywood Edition

DSC08377-(C) Ingrid Kernbach musical christmas chris murray 2017 pforzheim

Wie das Christkind kommt auch Chris Murray alle Jahre wieder. Seine Musical-Christmas ist ein unterhaltsames Programm mit Liedern aus Musicals, Weihnachtsliedern und – da diesmal die Hollywood-Edition angesagt war – Filmmelodien. Dabei kann der Sänger, der sicher einer der meist beschäftigtsten Darsteller in Deutschland ist, auf einen umfangreichen Schatz an bekannten, aber auch neuen Musical-Produktionen zurückgreifen. Sicher liegt es auch daran, dass man ihn selten in En-Suite-Produktionen, sondern eher auf den Bühnen von Stadttheatern sieht.

In Pforzheim hat Chris Murray seit der fast schon legendären Produktion von Frank Wildhorns “Dracula” eine besonders treue Zuschauergemeinde. Dank seiner Nähe zum Publikum kennt er viele Besucher persönlich und teilweise sogar deren Familiengeschichte. So verwundert es nicht, dass er gleich 2x hintereinander das Podium des Theaters Pforzheim in Windeseile ausverkauft hatte.

Die Vielseitigkeit von Chris Murray spiegelt sich auch in seinem Programm wieder. Eröffnet wurde der Nachmittag des 3. Advents mit einer lustigen Spielerei. Die Musik läuft, aber es ist niemand zu sehen und nur aus dem Off hört man Stimmen: „wieso läuft denn das playback schon“, „stell du es ab“, „nein, ich hab Angst“ …

DSC08576-(C) Ingrid Kernbach musical christmas chris murray 2017 pforzheim
Philipp Polzin am Piano.

Dann erscheinen Chris Murray und Philipp Polzin, noch ohne Anzugsjacke, ein letzter Tannenbaum wird gerichtet, „Die perfekte Nacht“ kann beginnen – dies ist quasi auch schon das erste Lied von sehr vielen, die noch folgen.

Nach „Christmas is all around me“ kommt ein Filmlied aus „Der kleine Lord“ – wie uns Chris Murray erklärt – ein Film, der in England und Amerika fast unbekannt ist, bei uns aber an Weihnachten sehr oft im Fernsehen läuft.

Besinnlich geht es mit „Adeste Fideles“ und “Das Mädchen von früher” aus „The Scarlet Pimpernel“ weiter, gefolgt von „White Christmas“.

DSC08312-(C) Ingrid Kernbach musical christmas chris murray 2017 pforzheim
Der Gast des Abends: Yvonne Anett, die mit Chris zusammen in “Dracula” gespielt hat.

Doch in den Konzerten wird nicht nur gesungen, es gibt auch Weihnachtsgeschichten. Und einen von Stadt zu Stadt wechselnden Gast. In Pforzheim ist dies Yvonne Anett, die mit ihm zusammen hier “Dracula” gespielt hat. Die Geschichte vom fehlenden „Lametta“, die die beiden harmonisch im Wechsel erzählen, ist eine schöne Abwechslung und bringt die Zuschauer zum Lachen.

DSC08345-(C) Ingrid Kernbach musical christmas chris murray 2017 pforzheim„Anthem“ aus dem Musical „Chess“ ist quasi eine Nationalhymne, aber eine, für kein bestimmtes Land, wie uns Chris Murray dann erzählt.

Überhaupt sind Konzerte von Chris Murray nicht nur ein Genuss für die Ohren, sondern es gibt immer auch ein bisschen was zur Geschichte dazu.

Da ist zum Beispiel das neue Musical „Herz aus Gold“, das in Augsburg 2018 uraufgeführt wird und das die Geschichte von Jakob Fugger erzählt. Die wenigsten wissen, dass Johann Jakob Fugger einmal der reichste Mann der Welt war und damit auch Augsburg zur reichsten Stadt der Welt machte. Aber er war nicht nur gut darin, Geld zu verdienen, er tat damit auch viel Gutes. Unter anderem baute er die Fuggerei, eine Reihenhaussiedlung für Bedürftige, die bis heute diesem Zweck dient.

DSC08289-(C) Ingrid Kernbach musical christmas chris murray 2017 pforzheimEs zeichnet Chris Murray aus, dass er sich nicht nur die Lieder der Musicals zu eigen macht, sondern sich auch mit der Geschichte dahinter beschäftigt. Und dies ist bei all den besonderen Produktionen, in denen er 2017 und 2018 spielt, nicht unbedingt wenig. Als da wären “Herz aus Gold”, die Fugger-Geschichte, die 2018 in Augsburg aufgeführt wird, “Luther” – hat er gerade gespielt, “Einstein” – wurde in Hof gespielt, “Oliver” – wird gerade gespielt – um nur einige zu nennen.

Natürlich dürfen im Programm auch die „Klassiker“ wie „Rudolph the rednose reindeer“ und „Amazing grace“ nicht fehlen, bevor es wieder mit einem neuen Musical, das 2018 auf die Bühne kommt, weitergeht: „Der fliegende Holländer“ von Philipp Polzin und Christian Dellacher wird in Köln Premiere feiern und mit ihm das Lied „Heut‘ Nacht“.

DSC08410-(C) Ingrid Kernbach musical christmas chris murray 2017 pforzheim
Der “Streit” um die Kekse.

Nach dem „Winter Wonderland“ schnappt sich Yvonne einen Teller voller Plätzchen und meint „Iss sie doch“ (aus Arielle, die Meerjungfrau). Gemeinsam mit Philipp Polzin gibt es einen kleinen Kampf, wer die Plätzchen denn nun essen darf. Zum Schluss landet der Teller bei den Zuschauern und nach 90 Minuten gibt es erst mal eine Pause.

Nach der Pause ging es weiter mit “Jingle Bells” und dann einem wundervollen Titel aus dem Musical “Einstein” – „Sternenstaub“. Auch dazu gab es natürlich wieder etwas zu erzählen, aber nicht belehrend, wie manch einer vielleicht denken mag, sondern eher unterhaltend und informativ.

Für Pforzheim gibt es dann einen ganz speziellen Liederblock, nämlich 3 Lieder aus “Dracula” – “Ich leb nur, weil es dich gibt”, “Nebel und Nacht”, gesungen von Yvonne Anett, und das Duett “Leb noch einmal”, gefolgt von “Amen” aus “Luther” und “Fly me to the moon”.

DSC08496-(C) Ingrid Kernbach musical christmas chris murray 2017 pforzheim

Und dann kommt ein Wunschtitel des Publikums: “Im Sommer” mit Schneemann Olaf aus dem Film “Die Eiskönigin”. Das Publikum soll mit entscheiden dürfen, was es hören will, damit es nicht nur ein Wunschkonzert des Sängers und vielleicht langweilig wird. So kamen insgesamt 3 Titel aufs Programm, die ausdrücklich gewünscht wurden.

 “Überdenk ich meine Lage” ist ein Lied aus dem Musical “Oliver”, dem wieder eine Geschichte aus dem großen Buch folgte: “Adpfent” gelesen von Philipp Polzin in Kölsch (O-Ton: Kölsch ist kann man nicht nur sprechen, man kann es auch trinken), woraufhin Yvonne Anett, die die Geschichte in Schwäbisch las, konterte “Schwäbisch kann man nur betrunken sprechen”. Trotzdem haben wir alle verstanden, was die beiden da gelesen haben und hatten viel Spaß damit.

DSC08394-(C) Ingrid Kernbach musical christmas chris murray 2017 pforzheimAuch das Lied von Oma, die nach dem Genuss von reichlich Weihnachtspunsch auf dem Nachhauseweg vom Renntierschlitten überfahren wurde, ist ziemlich komisch, obwohl sie sich nicht so anhört.

“Weihnachten hat viele Farben” lautet ein Satz von Chris Murray, womit man ihm sicher Recht geben muss. Und seine 2 Regeln im Leben lauten “VERSUCHE glücklich zu sein” und “füge niemanden ein Leid zu” – schöne Worte, die nicht nur zur Weihnachtszeit ihre Gültigkeit haben.

Und so ging mit “My heart will go on” aus dem Film “Titanic”, zu dem es auch wieder eine passende Geschichte gab, “Feliz Navidad” und “Stille Nacht” ein großartiges Weihnachtskonzert zu Ende. Und nach über 3 1/2 Stunden Konzert ließen es sich die Künstler nicht nehmen, auch noch Autogramme zu schreiben und für jeden ein nettes Wort zu finden.

In diesem Sinne “Fröhliche Weihnachten”

DSC08579-(C) Ingrid Kernbach musical christmas chris murray 2017 pforzheim

Danke für den Gastbeitrag von Ingrid Kernbach, sie besuchte Konzertreihe die am 17.12.2017 in Pforzheim.

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