Wenn ein „Herz aus Gold“ zerbricht

Musical-Uraufführung in Augsburg

(c) Jan Pieter Fuhr
(c) Jan Pieter Fuhr

Nicht zum ersten Mal hat das Theater Augsburg eine eigene Produktion am Start, doch „Herz aus Gold“ ist ganz speziell auf Augsburg geprägt, denn es erzählt die traurig-schöne Liebesgeschichte zwischen Jakob Fugger und Sibylla Artzt. Dass dies in einer geschichtlich höchst interessanten Zeit stattfindet und viele Geschehnisse historisch belegt sind, ist besonders reizvoll.

Mit dem Musical über Jakob Fugger möchte man dem wohl bekanntesten Sohn der Stadt, der gleichzeitig auch der reichste Mann der Welt war und Augsburg damit ebenfalls zur reichsten Stadt machte, ein musikalisches Denkmal setzen. In der heutigen Zeit wäre Jakob Fugger sogar reicher als z.B. Bill Gates.

Im zarten Alter von 14 Jahren wurde Jakob von Augsburg nach Venedig geschickt, um dort als Kaufmann ausgebildet zu werden. Das Musical beginnt mit seiner Rückkehr nach Augsburg 1487 – eine große Szene, bei der das ganze Ensemble auf der Bühne ist. Die Gesellschaft Augsburgs trifft sich zum Tanz, einem Reigen, begleitet von barock wirkender Musik. Doch Jakob ist dies alles zu langweilig und spießig und so zeigt er den Herrschaften, wie man in Venedig tanzt, wild und ungezwungen.

(c) Jan Pieter Fuhr
Roberta Valentini (c) Jan Pieter Fuhr

Insgeheim hofft er jedoch, seine Jugendliebe Sibylla wiederzusehen und sie endlich heiraten zu können. Denn er kommt aus Venedig als erfolgreicher und reicher Mann mit völlig neuen Geschäftsideen zurück. Doch Sibylla hat sich nicht an das Versprechen gehalten, auf Jakob zu warten. Sie ist inzwischen verheiratet und hat eine Tochter, die ebenfalls Sibylla heißt. Jakob ist sehr enttäuscht.

Seiner Mutter und seinen älteren Brüdern erklärt Jakob sein neues Geschäftsprinzip. Er verleiht Geld und lässt sich dafür Sicherheiten, wie die Anteile an den Silberminen in Salzburg sowie Ländereien, geben. „Warum mit Kaufleuten handeln, wenn man das auch mit Königen, Kaisern und Päpsten kann“ ist ebenso seine Devise wie „Fortschritt geht über Leichen“. Er unterstützt u.a. auch die Kriege von König Maximilian I finanziell, bis dieser zum Kaiser gekrönt wird. Dafür erhält er immer wieder neue Ländereien.

In Augsburg finden seine fortschrittlichen Ideen keine Zustimmung. Selbst seine beiden Brüder und seine Mutter sind skeptisch. Aber besonders Kaufmann Welser, gespielt von Holger Hauer, der das Stück auch inszeniert hat, ist sein größter Konkurrent, besonders nachdem Jakob ihm gesagt hat, dass er ihn nicht als Teilhaber haben will, obwohl Welser ihm sogar die Hochzeit mit seiner Tochter anbietet. Ihre Konfrontation endet in einem Schachspiel. Auch wenn man solche Szenen schon aus „Elisabeth“ oder „Chess“ kennt, ist dieses Lied hier sehr rockig und die Kostüme sehr modern, genau wie die Choreografie dazu.

Da die ganze Familie Jakob dazu drängt zu heiraten und einen Erben zu zeugen, er aber nur Sibylla sen. haben möchte, bietet diese ihm die Hand ihrer Tochter an. Denn Mutter Sibylla liebt Jakob zwar auch immer noch, ist aber in ihrer eigenen, sehr engsichtigen Moral gefangen, dass sie, selbst nachdem ihr Mann gestorben ist, sich nicht überwinden kann, Jakob zu heiraten. Doch durch die Hochzeit ihrer Tochter mit ihm kann sie in seiner Nähe bleiben. Auch Jakob hofft im Stillen, durch die Hochzeit mit der Tochter die Mutter näher an sich zu binden und geht auf den Handel ein. Die Trauung ist ein großes Spektakel und auch optisch wunderschön anzuschauen.

(c) Jan Pieter Fuhr
(c) Jan Pieter Fuhr

1518 kommt der todkranke Kaiser Maximilian zum Reichstag nach Augsburg. Jakob fürchtet um sein Vermögen, denn er hat dem Kaiser viel Geld gegeben. „Wir müssen seinen Nachlass regeln, bevor er es tut“ sagt er zu Mutter und Tochter Sibylla. Und mit Hilfe der beiden Frauen gelingt es Jakob, den drohenden finanziellen Ruin abzuwenden. Vom Kaiser bekommt er die Rechte daran, Handel mit dem Gold aus der „Neuen Welt“ zu treiben (Kolumbus entdeckte den Seeweg nach Amerika 1492).

Doch was weder Jakob noch Mutter Sibylla ahnen ist, wie sehr die Tochter diese Ehe mit dem viel älteren Mann hasst, besonders auch deshalb, weil dieser sie zwar verwöhnt, aber wie ein Kind und nicht wie seine Frau behandelt.  „Du durftest mich nicht zwingen“ ist eine Konfrontation zwischen Mutter und Tochter, in der all das bisher Ungesagte herauskommt.

(c) Jan Pieter Fuhr
Katharina Wollmann und Roberta Valentini (c) Jan Pieter Fuhr

Jakob fühlt sich alleine und einsam. Sibylla sen. verweigert sich ihm, Sibylla jun., mit der er verheiratet ist, will er nicht. Der Titelsong des Musicals ist traurig und schön, denn das „Herz aus Gold“ verwehrt Jakob auch Gefühle, ob er das nun will oder nicht, es ist kalt, eben ein Herz aus Gold.

Auch seine geliebte Sibylla sen. erkennt vor ihrem Tod, dass sie sich eigentlich ihr ganzes Leben lang selbst belogen, den Zwängen der Gesellschaft und ihren eigenen Moralvorstellungen unterworfen hat und dadurch immer nur unglücklich war.

Als dann zum Reichstag auch noch Luther zum Verhör nach Augsburg gebracht wird und sich dieser mit Jakob über den Ablasshandel streitet, entdeckt Jakobs Frau (die jüngere Sibylla), dass sie sich in Luthers Lehren erkennt, sie konvertiert und verlässt Jakob. Jakob, zwar der reichste Mann der Welt, ist nun ganz alleine und stirbt 1525.

Allerdings ist dies die Bühnengeschichte, denn eigentlich war Jakob Fugger mit der jüngeren Sibylla glücklich verheiratet, obwohl er, der streng katholisch war, es nicht mochte, dass Sibylla und ihre ganze Familie Anhänger von Luther waren. Auch starb er nicht alleine, sondern mit Sibylla jun. an seiner Seite.

Es ist schon bewundernswert, welch aufwändige Inszenierung „Herz aus Gold“ für eine Spielzeit von nur einem Monat ist. Nicht nur, dass über 60 Darsteller auf der Bühne stehen. Vielleicht wollte man hier ein bisschen an die glanzvollen Tage des Jakob Fugger erinnern. Es gibt sehr aufwändige Kostüme, ein großartiges Bühnenbild mit einer Treppe aus Münzen, die sogar leuchten.

(c) Ingrid Kernbach
Chris Murray (c) Ingrid Kernbach

Mit der Besetzung von Chris Murray als Jakob Fugger holte man sich einen der beliebtesten und meist beschäftigten Musicalstars Deutschlands auf die Bühne.  Murray brilliert mit seiner Stimme und seinem schauspielerischen Können. Seine Verwandlung vom jungen, vitalen Mann zum  Alten mit grauen Haaren ist beeindruckend. Der Titelsong  „Herz aus Gold“ ist sehr emotional.

Auch Roberta Valentini gehört zu den Großen der Musicalszene. Sie überzeugt als Sibylla senior. Herzzerreißend ihr Solo „Wo bin ich geblieben“. Aber auch in den Duetten mit Chris Murray und ihrer Bühnentochter Katharina Wollmann kann sie mit ihrer schönen, warmen Stimme überzeugen.

Aber nicht nur diese Beiden sind sehens- und hörenswert. Das ganze Ensemble mit Katharina Wollmann als Sibylla junior, Holger Hauer als Welser, Elke Kottmair als Mutter Fugger, Gerhard Werlitz als Ulrich Fugger und Stanislav Sergeev als Georg Fugger (letzterer hat leider einen leichten slawischen Akzent) und Thaisen Rusch als Luther sind gut besetzt.

Die Musik, geschrieben von Stephan Kanyar, ist sehr schön und reicht von barocken bis rockigen Tönen. Zu dem voll klingenden Sound tragen aber auch die Augsburger Philharmoniker und der Opernchor des Theaters Augsburg unter der Leitung von GMD Domonkos Heja bei.

Natürlich ist nicht alles historisch belegt, aber das Leben von Jakob Fugger spielte in einer Zeit, in der Vieles im Umbruch war, sei es nun die Entdeckung von Amerika 1492, der Baubeginn des Petersdoms in Rom 1506, zu dessen Finanzierung die Familie Fugger die Abgabe des „Peterspfennnigs“ für den Papst verwaltete, den Thesenanschlag von Martin Luther 1517 usw.

Die „Fuggerei“, die Jakob Fugger bauen ließ, ist die älteste Sozialsiedung der Welt. Noch heute können dort hilfsbedürftige KATHOLISCHE Familien für 0,88 Euro = Kaltmiete IM JAHR wohnen. Allerdings sollen alle Bewohner täglich drei Gebete für den Stifter und seine Familie sprechen, damit sein Weg aus dem Fegefeuer beschleunigt wird.

(c) Ingrid Kernbach
(c) Ingrid Kernbach

„Herz aus Gold“ ist eine wunderbare Reise in die Geschichte Augsburgs und in das Leben von Jakob Fugger. Ob das Musical in anderen Städten „kompatibel“ wäre, ist fraglich. Allerdings wäre es schön, wenn die Laufzeit verlängert würde oder es eine Wiederaufnahme in der tollen Kulisse des Theaters am Roten Tor in Augsburg gäbe. Zu den Besonderheiten dieses Theaters gehört sicher auch, dass zu Vorstellungszeiten die Straßen rund um das Theater für Autos gesperrt werden, da die Schlangen vor den Eingängen bis auf die Straße reichen.

Text: Ingrid Kernbach
Bilder: Ingrid Kernbach und Jan Pieter Fuhr/Theater Augsburg

Termine und Spielzeiten

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Herz aus Gold – Das Fugger-Musical (Uraufführung)

plakat herz aus gold augsburg 2018Ein fest entschlossener Blick unter einer kostbar bestickten, goldfarbenen Haube: So hat Albrecht Dürer um das Jahr 1519 den berühmten Augsburger Handelsherrn Jakob Fugger portraitiert. Jakob Fugger war seinerzeit der reichste Mann der Welt. Sein Imperium, das sich über halb Europa und Teile der eben entdeckten Neuen Welt erstreckte, machte Augsburg zu einer Finanz­metropole. Er war außerdem der erste Kaufmann, der in den Grafenstand erhoben wurde. Kurz: Jakob Fugger war ein »Global Player«.

2018 kehrt Jakob Fugger zurück nach Augsburg: In der Musical-Uraufführung Herz aus Gold von Stephan Kanyar (Musik) und Andreas Hillger (Text) wird sein schillernder Kosmos auf der Freilichtbühne am Roten Tor zum Leben erweckt. In einem Mix aus historischer Wahrheit, Dichtung und Liebesgeschichte erzählen Kanyar / Hillger das Leben dieses außergewöhnlichen Mannes, der in einer Zeit, in der nach christlicher Vorstellung Zinsgeschäfte als Todsünde galten, Visionäres geschaffen hat. Er baute die Fuggerei, die älteste Sozialsiedlung der Welt, und war neben den Medici in Italien der erste Bürger, der an der Schwelle zur Neuzeit seine Träume von Reichtum, Glanz und Glorie umzusetzen wagte. Er begründete damit nicht nur den globalen Kapitalismus, sondern schuf auch den modernen »Self Made Man«. Und er machte Augsburg zu einer blühenden Metropole, was sich bis heute in der Architektur der Stadt ­spiegelt.

Herz aus Gold ist eine Reise in die (vielleicht nicht so ferne) glorreiche Vergangenheit Augsburgs und Jakob Fuggers, der Stephan Kanyars heutige, genretreue Musik Rechnung trägt.

Komposition
Stephan Kanyar

Textbuch & Gesangstexte
Andreas Hillger

Premiere
30.6.18
Freilichtbühne am Roten Tor

Dauer: 2 Stunden, 20 Minuten inklusive Pause

Unser Bericht zu „Herz aus Gold“ findet sich hier: —->

  • Musikalische Leitung Domonkos Héja
  • Inszenierung Holger Hauer
  • Choreografie Ricardo Fernando
  • Bühnenbild Karel Spanhak
  • Kostüme Sven Bindseil
  • Einstudierung der Chöre Katsiaryna Ihnatsyeva-Cadek / Carl Philipp Fromherz
  • Dramaturgie Sophie Walz
  • Jakob Fugger Chris Murray
  • Sibylla sr. Roberta Valentini
  • Barbara Fugger Elke Kottmair
  • Ulrich Fugger Gerhard Werlitz
  • Georg Fugger Stanislav Sergeev
  • Welser Holger Hauer
  • Sibylla jr. Katharina Wollmann
  • Luther Thaisen Rusch
  • Kaiser Eckehard Gerboth / Andre Wölkner
  • Priester Oliver Marc Gilfert
  • Sibylla jr. als Kind Jonna Lenke / Anne Lohrum / Carla Schäfer
  • Musicalensemble Christian Bock
  • Martina Oliveira
  • Florian Koller
  • Joanna Nora Lissai
  • Sarah K. Martlmüller
  • Naomi Simmonds
  • Edward Roland Serban
  • Thomas Zigon
  • Orchester Augsburger Philharmoniker
  • Chor Opernchor des Theaters Augsburg
  • Ballett Ballett Augsburg
  • 30.6.2018 20:30 | Freilichtbühne am Roten Tor
  • 3.7.2018 20:30 | Freilichtbühne am Roten Tor 
  • 5.7.2018 20:30 | Freilichtbühne am Roten Tor 
  • 6.7.2018 20:30 | Freilichtbühne am Roten Tor
  • 7.7.2018 20:30 | Freilichtbühne am Roten Tor 
  • 8.7.2018 20:30 | Freilichtbühne am Roten Tor
  • 10.7.2018 20:30 | Freilichtbühne am Roten Tor
  • 12.7.2018 20:30 | Freilichtbühne am Roten Tor
  • 13.7.2018 20:30 | Freilichtbühne am Roten Tor
  • 14.7.2018 20:30 | Freilichtbühne am Roten Tor
  • 15.7.2018 20:30 | Freilichtbühne am Roten Tor
  • 17.7.2018 20:30 | Freilichtbühne am Roten Tor
  • 19.7.2018 20:30 | Freilichtbühne am Roten Tor
  • 20.7.2018 20:30 | Freilichtbühne am Roten Tor
  • 21.7.2018 20:30 | Freilichtbühne am Roten Tor
  • 22.7.2018 20:30 | Freilichtbühne am Roten Tor
  • 24.7.2018 20:30 | Freilichtbühne am Roten Tor
  • 25.7.2018 20:30 | Freilichtbühne am Roten Tor
  • 26.7.2018 20:30 | Freilichtbühne am Roten Tor
  • 27.7.2018 20:30 | Freilichtbühne am Roten Tor
  • 28.7.2018 20:30 | Freilichtbühne am Roten Tor

#Auf der Jakobsleiter

Die Fakten sind bekannt, die Eckdaten aktenkundig: Jakob ­Fugger, geboren 1459 in Augsburg und 1525 ebenda gestorben, war der bedeutendste Montanunternehmer und Bankier seiner Zeit. Zu seinen Schuldnern zählten Päpste wie Kaiser, er finanzierte Krönungen und Kriege und sicherte sich so immensen Einfluss auf die europäische Politik. Dass »Jakob der Reiche« zudem bleibende Zeugnisse in seiner Heimatstadt hinterlassen hat, lässt ihn bis heute als wirkungsmächtigsten Augsburger Bürger aller Zeiten erscheinen. Über die Etikettierung als »reichsten Mann der Weltgeschichte« kann man freilich ebenso streiten wie über den Vergleich mit aktuellen Wirtschafts-Magnaten. Der Mensch an der Schwelle zur Neuzeit lässt sich psychologisch wie ökonomisch kaum in heutige Muster pressen, zumal aus ­Fuggers Privatleben wenig überliefert ist: Die Ehe mit der wesentlich jüngeren Sybilla blieb kinderlos, das Erbe traten seine Neffen an. Ein trauriges Finale einer großen Karriere.

Was also prädestiniert Jakob Fugger zum Helden eines Musicals? Eben das, was man nicht wissen kann, aber doch vermuten darf: Die Frage nach der Triebkraft seines Handelns ist ebenso spannend wie die nach seiner scheinbaren Gefühlskälte, der wiederum seine karitative Neigung widerspricht. Musste der Meister der doppelten Buchführung auf emotionaler Ebene tatsächlich mehr Soll als Haben verzeichnen? Und war die Lust an der Macht ein Ersatz für den Mangel an Liebe? An den Rändern der Wirklichkeit findet sich das Wahrscheinliche – und dahinter beginnen die unerforschten Bereiche des Möglichen. Dort können wir den Stoff für unser Musical finden. Die Erfindung muss hier aus Vorgefundenem geschöpft werden, die Größe der Geschichte verlangt nach respektvoller Annäherung. Dabei öffnet sich Fuggers Epoche als Zeit eines gewaltigen Aufbruchs: Die Erfindung der beweglichen Lettern hat den Informationsfluss in einen Strom verwandelt, aus der Ferne kommen Nachrichten von neu entdeckten Ländern und fremden Völkern – und im nahen Nürnberg konstruiert Peter Henlein die erste Taschenuhr, nachdem Martin Behaim dort zuvor einen Globus gefertigt hat. Raum und Zeit scheinen aus den Fugen, in einer neuen Welt muss jeder seinen Platz finden. Und Jakob gelingt es, mit riskanten Geschäften die enormen Chancen zu nutzen.

Dass ihn sein weit ausgespanntes Netz von Faktoreien dabei auch mit Informationen versorgt, lässt ihn rückblickend tatsächlich wie einen frühen Vorläufer heutiger Spekulanten erscheinen. Dass er sich dabei aber auch um sein Seelenheil sorgt, macht dann wohl doch einen Unterschied – wie die bis heute gültigen Konditionen für die Bewohner seiner Fuggerei inklusive der täglichen Gebete für den Wohltäter zeigen. Auch darin war er ein Kind seiner Zeit, der das Fegefeuer und die Apokalypse in den Grafiken von Künstlern wie Cranach und Dürer bedrohlich vor Augen standen. Ob er seinen Vornamen aber auch als Vorbestimmung verstand, die ihn mit dem biblischen Jakob und seinem Traum von der Himmelsleiter verband?

Wie sich Jakob Fugger nach seiner Heimkehr aus der ­Metropole Venedig in der ständischen Ordnung seiner Heimatstadt zurecht finden konnte, wie er sich also gewissermaßen in den Augsburger Geschlechtertanz eingereiht hat, scheint ein weiterer wichtiger Aspekt. Schließlich musste er den alten Familien noch immer als neureich erscheinen, nachdem sich erst sein Großvater das Augsburger Bürgerrecht erheiratet hatte. Und auch das ­Wappen »von der Lilie« war der Familie erst 1473 verliehen worden – also in jenem Jahr, in dem der 14-jährige ­Jakob die Vertretung seiner Familie im venezianischen ­Fondaco dei Tedeschi übernommen hatte, während seine älteren Brüder zu Hause geblieben waren. Wie lebt man mit solcher Verantwortung – und wird von ihr geprägt?

Zwischen Kurie und Kaiser, zwischen Kaufleuten und Künstlern gilt es, nach den Spuren von Jakob Fugger und seiner Familie zu suchen. Hatte der Mann, der sich den legendären Burgunderschatz erkaufte, vielleicht wirklich ein Herz aus Gold? Ebenso kostbar wie kalt? Oder war das nur eine Rüstung gegen die Anfechtungen des Lebens und Glaubens? Wir werden es sehen – am Ende einer Zeitreise, die uns tief in die Geschichte der Stadt und ihres berühmtesten Sohnes führen soll.

Quelle: Theater Augsburg

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Bücherwelt: Crimson Circle – In goldene Träume versunken

Auftakt der spannenden Urban-Romantasy-Dilogie von Caroline Brinkmann voller dunkler Träume und knisternder Gefühle –  ab 14 Jahren

(C) Penguin Random House

Inhalt

Ein Albtraum der Realität wird. Eine Zeugin, die auf Rache sinnt. Und ein Verdächtiger, der sie mit jedem Blick tiefer ins Dunkle zieht.

Als Lunettes Bruder Louis stirbt, glaubt sie als Einzige nicht an einen Unfall. Sie hat seinen Mord in einem Traum gesehen und ist überzeugt, dass Adrien Noir, Sohn des einflussreichsten Mannes von Paris, für Louis´ Tod verantwortlich ist. Um die Wahrheit aufzudecken, schleicht sie sich in die elitärsten Kreise von Paris ein, um Adriens Vertrauen zu gewinnen. Doch der durchschaut ihren Plan und droht ihre Maskerade auffliegen zu lassen. Um das zu verhindern, beginnt Lunette ein verführerisches Spiel um sein Herz. Allerdings ahnt sie nicht, wie tief Adriens Geheimnisse wirklich reichen und dass der Tod ihres Bruders nur der Anfang war.

Crimson Circle ist der spannende Auftakt von Caroline Brinkmanns neustem Buch. Es ist Teil eins einer Urban–Romantasy–Dilogie und gerade ganz frisch bei cbj Jugendbücher erschienen.

Rezension

Das Buch beginnt mit einem kurzen Einblick in einen Traum von Lunette (Lûn), in dem sie Zeuge des gewaltsamen Todes ihres drogenabhängigen Zwillingsbruders Louis wird. Lûn hat, genau wie ihr Bruder, die Gabe ihre Träume zu steuern, zu verändern und kann auch andere in ihren Träumen „besuchen“. Lûn glaubt, dass Louis selbst ihr Einblick in diesen „Traum“ kurz vor seinem Ableben gibt, damit sie seinen Mörder erkennt. Deshalb ist sie danach überzeugt, dass der Täter Adrien Noir ist: Sohn des Bürgermeisters und des mächtigsten Mannes in Paris. Ihn sieht sie kurz bevor sie wieder aus dem Traum gezogen wird.

Für die Polizei ist Louis nur ein weiterer Drogentoter, der durch einen Unfall ums Leben kam. Nur Lûn weiß, dass es kein Unfall war. Sie ist fest entschlossen, den Mörder selbst zur Strecke zu bringen und ihren Bruder zu rächen. Kein leichtes Unterfangen, da die Lebensumstände von Lûn und Andrien nicht unterschiedlicher sein könnten. Während Adrien in den elitärsten Kreisen verkehrt, lebt Lûn allein mit ihrem alkoholkranken Vater in ärmlichen Verhältnissen, inmitten eines sozialen Brennpunkts von Paris. Nur mit zwei Jobs gelingt es ihr, sich und ihren Vater einigermaßen über Wasser zu halten. Einer ihrer Jobs als Kellnerin verschafft ihr die Möglichkeit, während exklusiver Dinnerpartys ganz nah an Adrien heranzukommen. Ursprünglich mit dem Gedanken, sich an ihm zu rächen, stößt sie währenddessen auf einige dunkle Geheimnisse der Familie Noir.  Vieles deutet darauf hin, dass diese Geheimnisse in irgendeiner Weise mit ihrer eigenen Vergangenheit verbunden sind. Als Adrien auch noch in ihren eigenen Träumen auftaucht und ihr sogar hilft, aus einer misslichen Lage zu entfliehen, weiß sie bald nicht mehr, ob er wirklich der Böse in der Geschichte ist. Bald schon jagen die beiden gemeinsam den Geheimnissen um den Crimson Circle nach und kommen sich langsam näher als es Lûn lieb ist….

(c) Caroline Brinkmann

Caroline Brinkmann gelingt es meisterhaft, die unterschiedlichen Lebensumstände der beiden Charaktere zu beschreiben. Die ärmlichen Verhältnisse und die Sorgen die Lûn deshalb tagtäglich plagen, kommen deutlich hervor: Gewalt, Angst und (Drogen-) Banden sind ihre ständigen Begleiter. Gleichzeitig erlebt sie auch die „Überheblichkeit“ und das Misstrauen der Upperclass gegenüber der „Ärmeren“ Gesellschaft.

Die größte Rolle in diesem Roman spielen jedoch die Träume. Die Geschichte erinnert mich ein wenig an die Silber-Trilogie von Kerstin Gier. Auch in diesem Roman von Caroline Brinkmann gibt es Gänge mit Türen zu anderen Träumenden. Allerdings wirkt diese Geschichte deutlich düsterer und auch gewalttätiger. Hier können die Charaktere nicht nur die Träume anderer besuchen oder die eigenen Träume nach seinen Vorlieben gestalten. Nein, es gibt auch eine Ebene mit allen Albträumen – die sich niemand vorstellen kann – in die niemand geraten will!

Dynamik

Zwischen Lûn und Adrien entwickelt sich langsam eine Slow-Burn-Liebesgeschichte, die zwar eine Rolle spielt, aber im Handlungsverlauf nicht zu viel Raumeinnimmt. Etwas Spice gibt es auch – aber nicht zu viel 😉

Die Spannung bleibt konstant bestehen. Das Rätsel um den Crimson Circle will gelöst werden.

  • Wem kann Lûn vertrauen und was hat es wirklich mit Louis Tod auf sich?
  • Wie passt ihr alkoholkranker Vater und ihre verschwundene Mutter in die ganze Geschichte?
  • Wie tief ist die Upperclass in die Machenschaften der Kriminellen verstrickt?
  • Wie tief reichen die Geheimnisse wirklich?

Fazit

Auf etwas über 300 Seiten wird es nie langweilig und endet natürlich mit einem Cliffhanger. Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie es in Band 2 weitergehen wird.

  • Crimson Circle – In goldene Träume versunken ist am 29. April 2026 erschienen.
  • Crimson Circle – In schwarze Schatten getaucht erscheint am 14. Oktober 2026.

Vielen Dank an cbj Jugendbücher für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.


Gastbeitrag von Alex

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Schauspiel: GOLDFISCHE auf Tournee – Eine Inklusionskomödie

Gastspiel im Kammertheater Karlsruhe

(c) Robert Jentzsch | rjphoto.de

Uraufführung: 16. September 2022

Standortpremiere: 13. März 2026 – rezensierte Vorstellung in Karlsruhe: 14. März 2026

Die Inklusionskomödie „Die Goldfische“ erobert die Bühne des Kammertheaters Karlsruhe. Es ist nicht das erste Mal, dass man in Karlsruhe ein Schauspielstück mit Inklusionscharakter erlebt (Bed of Roses). Basierend auf dem gleichnamigen Kinofilm und uraufgeführt an der Comödie Dresden, darf man nun im Theater diese wundervolle, lustige und so wichtige Geschichte erleben.

Handlung

Der erfolgreiche Banker Oliver lebt ein in seinen Augen perfektes Leben. Dies ändert sich schlagartig, als er nach einem Unfall querschnittgelähmt an den Rollstuhl gebunden ist. Wäre das nicht schon schlimm genug, erfährt er in der Reha, dass er sein Schwarzgeldkonto in der Schweiz schnellstmöglich auflösen muss, da das Finanzamt ihm auf der Schliche ist. Doch ist es in seiner Situation kaum möglich , dass Schwarzgeld unbemerkt über die Grenze zu bekommen. Als Oliver in der Reha in Kontakt mit einer Wohngruppe in der Menschen mit verschiedensten Handicaps leben konfrontiert wird, kommt er auf eine Idee.

Da die Wahrscheinlichkeit sehr gering ist, dass eine Gruppe Menschen mit Behinderung an der Grenze kontrolliert wird, fasst er den eigennützigen Plan, einen Therapieausflug mit Franzi, welche das Down Syndrom hat, dem autistischen Michi genannt „Rain Man“, der blinden Magda sowie den beiden Pflegekräften Laura und Eddy zu starten, um sein Schwarzgeld schmuggeln zu können. Eines hat Oliver dabei unterschätzt, denn die Wohngruppe „Goldfische“  erkennen, um was es ihm, bei dieser angeblich selbstlosen Therapiereise wirklich geht und so wollen auch sie einen Nutzen von seinem Geld haben.

(c) Robert Jentzsch

Nun muss Oliver sich entscheiden, geht er auf die Bedingungen seiner Mitstreiter ein oder möchte er Ärger wegen seines Schwarzgeldes riskieren. Es beginnt für alle ein großes Abenteuer, um viel Geld, Glamour, Spaß, Erkenntnissen und Zusammenhalt, welches niemand so schnell vergessen wird.

Inszenierung

„Die Goldfische“ ist eine wundervolle Geschichte, welche schon im gleichnamigen Film für große Begeisterung sorgte. Auch die Bühnenversion, welche sehr nahe am Film gehalten ist, überzeugt auf ganzer Linie. Durch großartig durchdachte, verschiebbare Bühnenelemente können in kürzester Zeit verschiedenste Orte erschaffen werden.

Dieses Theaterstück lebt von der wundervollen Harmonie der Darstellenden. Es geschieht auf der Bühne genau das, was dieses Stück vermitteln will, durch das tolle Zusammenspiel aller Beteiligter, fällt es nicht mehr auf, das zwei der Darstellenden ein Handicap mitbringen. Daher ist es auch nicht möglich, einzelne Darstellende hervor zu heben, denn es ist eine Gemeinschaftsleistung und diese meistern alle mit Bravour.

Dieses Stück vermittelt so viele wichtige Botschaften und zeigt vor allem auf wirklich humorvolle Art und dennoch immer mit viel Respekt für Menschen mit Handicap, wie wundervoll und einzigartig, diese Menschen sind. Sie sind so viel mehr als ihre Behinderung und oftmals werden sie in unserer Gesellschaft unterschätzt und ausgegrenzt.

 

In „Die Goldfische“ stehen sie und ihre Fähigkeiten im Mittelpunkt. Was aus der Kraft der Gemeinschaft und der Unterschiedlichkeit, die jeder Mensch mitbringt, entstehen und erreicht werden kann, wird in diesem Stück hervorgehoben. Eine absolut liebenswerte Inklusionskomödie, welche man einfach gesehen haben muss.

Theater mit Herz, Humor, Glamour und Respekt für alle. Denn nur durch solche Stücke kann sich in unserer Gesellschaft und der Kulturlandschaft endlich mehr für Menschen mit Handicap verändern und mehr Akzeptanz und Wertschätzung geschaffen werden.

Es war an diesem Abend auch sehr schön zu sehen, dass mehrere Menschen, welche selbst ein Handicap hatten, ins Theater gekommen waren. Als kleiner Fun Fact ist zu erwähnen, dass bei der Bühnenversion Luisa Wöllisch mitspielt, welche auch schon im Kinofilm die selbstbewusste Franzi mit Glamourfaktor verkörperte. 

Bis 29.03.2026 gibt es noch die Möglichkeit, „Die Goldfische“ bei ihrem Abenteuer im Kammertheater Karlsruhe zu erleben. Tickets gibt es direkt unter www.kammertheater-karlsruhe.de, aber Achtung – Es gibt nur noch wenige Restkarten für die verbleibenden Vorstellungen!

Besetzung

  • Oliver : Alexander Wipprecht
  • Franzi : Luisa Wöllisch
  • Magda : Claudia Carus
  • Michi/ Rain Man : Sascha Schicht
  • Laura u.a : Dorothée Kahler
  • Julius u.a : Benjamin Kornfeld
  • Fr. Zschetzsche u.a. : Kati Grasse

Hinter der Bühne

  • Inszenierung : Christian Kühne
  • Ausstattung : Alexander Martynow
  • Choreografie : Yvonne Braschke
  • Disposition Kostüm & Requisite : Mihaela Schönfelder
  • Technische Leitung : Thomas Oßwald
  • Technik : Jakob Graf zu Dohna, Liam Hanke, Ramon Schönfelder
  • Aufführungsrechte : Tollkühnmedia GmbH

Wir danken dem Kammertheater Karlsruhe für die Einladung.


Artikel von Rebecca G

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ABBA Gold-Dancing Queen am Hotdog- Stand

Goldene Zeiten im ABBAHUS

ABBAHUS Kammertheater Karlsruhe – Premiere 30.01.2026 – rezensierte Vorstellung 31.01.2026

(c) Kammertheater Karlsruhe

Ein neuer goldener Musical-Stern am Theaterhimmel in Karlsruhe ist aufgegangen. Mit „ABBA Gold- Dancing Queen am Hotdog- Stand“ hat am 30.01.26 eine neue, goldene Runde, der vom Publikum so ins Herz geschlossenen ABBAtare begonnen.

Die Fortsetzung vom Erfolgsmusical „ABBA Waterloo im Bällebad“ wurde schon sehnlichst erwartet. Bei Fortsetzungen stellt sich natürlich immer die Frage, ob es an das Vorgängerstück heran reichen kann und so waren die Erwartungen sehr hoch. Doch so viel sei schon verraten, sie wurden übertroffen.

Handlung

Nach ihrem großen Erfolg als ABBAtare beim 50jährigen Jubiläum von IKEA, gingen Inka, Klaus, Erwin und Anke jeweils ihren eigenen Weg. Inka wurde zur Luxus – IKEA- Filialleiterin, Erwin schmiss seinen Job als Buchhalter hin um als Beischlaf- Coach zu arbeiten, Anke wurde endlich aus dem Bällebad befördert und führt nun ihren heißgeliebten Hotdog- Stand bei IKEA und Klaus zog es zurück in die Musicalwelt, auch wenn er dort mehr oder weniger erfolgreich war.

Als es Klaus nun zurück zur IKEA- Filiale zieht, da er dringend einen Job benötigt, trifft er auf seine alten Weggefährten und das Dream- Team ist wieder vereint.

Bei all der Freude, auch über den vergangenen Erfolg und die daraus resultierende Verbesserung von einer normalen IKEA- Filiale zur IKEA- Luxusfiliale in Gold , sieht sich Inka mit neuen Problemen konfrontiert, denn ihre Wahl zur Leiterin von IKEA Europe ist in Gefahr.

Stückfotos: Markus Breig

Wieder einmal versucht ihr Ex Manuel Kubitschek ihr den Posten streitig zu machen. Um dies zu verhindern kann Inka die anderen drei davon überzeugen, ein Comeback als ABBAtare zu starten.

Kaum haben sie diesen Entschluss gefasst, flattert die nächste Hiobsbotschaft, direkt aus dem schwedischen Königshaus ein. Königin Silvia sieht durch den Auftritt der ABBAtare das Kulturgut Schwedens und der Band ABBA in Verruf gezogen und verbietet den Vier ihren Auftritt. Sollten sie dennoch auftreten, drohen Konsequenzen.

Inka, Klaus, Erwin und Anke müssen gemeinsam entscheiden, wie sie weiter vorgehen wollen. Sollen sie auftreten und Ärger sowie ihre Jobs und Inkas Beförderung riskieren oder können sie gemeinsam Königin Silvia überzeugen, dass sie das schwedische Kulturgut nicht in Verruf bringen sondern würdevoll vertreten können.

Alles wird für den königlichen Besuch vorbereitet, doch können die Vier Königin Silvia wirklich überzeugen? Mit „ABBA Gold- Dancing Queen am Hotdog- Stand“ ist dem Kammertheater Karlsruhe wieder ein goldiges, super witziges , dynamisches und abbatastisches Musical gelungen.

Fortsetzungen sind immer eine Herausforderung, vor allem, wenn das erste Stück ein so großer Erfolg wie „ABBA Waterloo im Bällebad“ war. Diese Herausforderung wurde mit Bravour gemeistert und die Fortsetzung steht dem Vorgänger in nichts nach.

Immer wieder ist es begeisternd und fantastisch mit wie vielen kleinen und großen Details die Stücke des Kammertheaters gespickt sind. Diese Details sind genau die Feinheiten, die einen Unterschied machen und mit dem Spaß und der Freude des Publikums belohnt werden.

Stückfotos: Markus Breig

Ob Anspielungen von vorherigen Engagements der Darsteller, Brettspielumbenennungen, Handpuppen in Hotdog- Form, eine besondere Königin Silvia und so viel mehr lustige Details und Requisiten sorgen für die Brillianz des Stückes.

Die bekannten ABBA- Songs wurden wieder perfekt in die Geschichte eingebaut. Es war sehr schön , dass neben den ganz großen ABBA- Hits auch, nicht ganz so große aber wundervolle Songs wie z.B. „Our last summer“ oder „Andante, andante“ ihren Platz im Musical gefunden haben.

Das Bühnenbild, die Requisiten und die Kostüme, hierbei seien vor allem die finalen Kostüme hervorgehoben, sind an Kreativität sowie Originalität nicht zu übertreffen.

Eine grandiose Cast vervollständigt diese absolut sehenswerte, abba-gold-tastische Show.

Ein absolutes Highlight für das Publikum sind außer Frage die Fan-Pakete, welche es immer Freitags und Samstags gibt. Schon vor Beginn der Vorstellung lief ein Großteil des Publikums mit goldenen Kronen und Schwedenfähnchen in der Hand durch das Foyer. Der Inhalt dieser Tüten ist super durchdacht, unfassbar witzig und schafft eine tolle Verbindung zwischen Darstellenden und Publikum während der Vorstellung. Zuhause sorgt es für eine schöne Erinnerung mit Werbeeffekt. Des weiteren gibt es an diesen Tagen ein Glas Sekt sowie einen Hotdog gratis dazu.

Auch das ABBAHUS wurde etwas umdekoriert und erstrahlt nun in goldenem Gewand, passend zum Stück mit etwas mehr goldenen Deko-Elementen, sowie einem Bild von Königin Silvia.

Stückfotos: Markus Breig https://kammertheater-karlsruhe.de/abba-gold

Die glückliche Hotdog- Stand Mitarbeiterin Anke wurde von der unvergleichlichen Sina Schulz verkörpert. Schon im Vorgängerstück schlüpfte sie in diese Rolle und führt nun „ihre“ Anke in diesem Stück auf fantastische Weise fort. Sina Schulz ist das Goldstück dieses Stückes. Sie spielt nicht nur ihre Rolle , sie lebt sie und dies in allen Facetten. Ob gesanglich oder schauspielerisch überzeugt sie in jeder Szene und jedem Lied mit Leidenschaft und Freude. Mit den anderen Darstellenden harmoniert sie hervorragend. Man schließt ihre Rolle und somit auch Sina Schulz selbst, sofort ins Herz. Es macht jedes Mal absolute Freude sie auf der Bühne zu sehen und es ist ein großes Glück, dass dies im Kammertheater Karlsruhe möglich ist.

Die resolute Filialleiterin Inka wurde von der wundervollen Martina Lechner gespielt. Mit viel Witz, Charme und Können hauchte sie ihrer Rolle Leben ein. Von resolut bis sehr sensibel zeigte sie alle Facetten von Inka in Perfektion. Mit sehr viel Gefühl sang sie mit ihrer warmen und klaren Stimme „ Slipping through my fingers“ und sorgte damit für einen der wenigen sehr stillen und berührenden Momente im Stück. Der Spaß und Freude auf der Bühne und an ihrer Rolle waren ihr ob hüpfend wie ein Duracellhase oder als Strenge Karrierefrau, anzumerken. Sie zog das Publikum mit ihrer großen Bandbreite an schauspielerischem Können in den Bann.

Stückfotos: Markus Breig

Wieder zurück am Kammertheater in der Rolle des Klaus, durfte man William Baugh bewundern. Es machte wirklich Freude ihn wieder als Klaus erleben zu dürfen und die kleinen Anspielungen auf andere Engagements seinerseits waren absolut witzig. Baugh ist Darsteller durch und durch und überzeugte auf allen Ebenen. Gesanglich , tänzerisch und darstellerisch zeigte er in jeder Szene was in ihm steckt. Mit einer Rolle, welche er im Stück noch übernimmt, die hier aber nicht verraten wird, sorgte er für lautstarke Lacher des Publikums. Er hat diesen Charakter weiterentwickelt und es ist sehr schön, dass er zu den ABBAtaren zurück gekehrt ist.

Christian Bindert hauchte dem ehemaligen Muttersöhnchen Erwin Leben ein. Mit Leidenschaft und Hingabe zelebrierte er alle Eigenschaften, welche Erwin ausmachen. Er erweckte aus dem schüchternen , etwas unbeholfenen Erwin den „wilden Tiger“, was absolut sehenswert ist. Er nahm sich selbst nicht zu ernst und genau das macht seine Darstellung so authentisch. Er zeigte sein Können gesanglich wie darstellerisch und agierte mit den andern Darstellenden hervorragend. Ohne große Mühe brachte er das Publikum zum Lachen und den Saal zum Beben.

© Markus Breig

Fazit

Eine Empfehlung, welche von Herzen kommt, für dieses wundervolle Stück. Ob man den Vorgänger gesehen hat oder nicht, spielt keine große Rolle. Jeder der Spaß und Freude an und mit ABBA- Songs hat, das Leben auch mit einem zwinkernden Auge betrachten kann und einfach einen ausgelassenen, lustigen Abend erleben möchte, dem kann man nur empfehlen ins Kammertheater Karlsruhe zu gehen.

Kleine Erwähnung, „ABBA Waterloo im Bällebad“ ist mittlerweile nicht mehr nur in Karlsruhe bekannt, sondern zieht durch verschiedene Städte in Deutschland. In Karlsruhe hat der Hotdog- Stand unserer Dancing Queen noch bis 19.04.2026 geöffnet.

Cast & Kreative

  • Inka: Martina Lechner
  • Klaus: William Baugh
  • Erwin: Christian Bindert
  • Anke : Sina Schulz
  • Buch und Inszenierung : William Danne
  • Musikalische Leitung : Jörg Andreas Hilger
  • Choreografie : Patrick Stauf
  • Bühnenbild : Florian Angerer
  • Kostümbild : Mihaela Schönfelder
  • Arrangements und Playbacks: Stephan Ohm
  • Regieassistenz : Philine Spanger
  • Lichtdesign : Christoph Pöschko
  • Toneinrichtung : Johannes Kulz
  • Technische Leitung : Thomas Oßwald
  • Technik : Jakob Graf zu Dohna, Liam Hanke, Negin Mozafari, Ramon Schönfelder
  • Stückfotos: Markus Breig

Wir bedanken uns beim Kammertheater Karlsruhe für die Einladung.


Bericht: Rebecca G

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Musical zu Hause – Livestream Capitol Mannheim 2021

Eigentlich ist das neue Tatsächlich

Seit einem Jahr streamt das Capitol Mannheim regelmäßig ROCKTZUHAUSE. Initiiert durch Sascha Krebs wurden dort bereits viele einmalige Stunden geschaffen – ob mit Sascha im Quadrat oder mit verschiedenen Gästen.

Am Gründonnerstag 2021 wurde aus ROCKTZUHAUSE zum ersten Mal MUSICALZUHAUSE, denn erneut musste die „Jesus Christ Superstar“-Produktion des Capitol pandemiebedingt ausfallen. Natürlich gab es bereits bei den über 30 vergangenen Streams einige Musicalmelodien zu hören, aber an diesem Abend sollten eben nur diese Melodien erklingen. An der Seite von Sascha Krebs traten Andrea Matthias Pagani, Juliane Bischoff und Jeannette Friedrich auf. Begleitet wurden die Sänger*innen von einer kleinen feinen Band. Wie es aktuell so üblich ist, wurden alle zuvor negativ auf Corona getestet und hielten zusätzlich den vorgeschriebenen Abstand ein.

„Eine Musicalreise gegen die Stille, gegen das Schweigen, gegen die Verzweiflung“ (Georg Veit)

Als Opening präsentierten die vier Solisten einen Titel, der aktueller nicht sein könnte, nämlich „A new world“ aus Jason Robert Browns Liederzyklus SONGS FOR A NEW WORLD. Stimmgewaltig und rockig brachte einem dieser Titel bereits eine erste Gänsehaut.

Georg Veit (Leiter Marketing, Grafik, Regie) führte an diesem Abend durch das Programm. Er gab in seinen Moderationen immer wieder Gedankenanstöße passend zu Ostern, aber auch passend zur aktuellen Situation.

Jeannette Friedrich präsentierte im ersten musikalischen Block ein souliges „All that Jazz“ aus CHICAGO und Sascha Krebs ein gefühlvolles „Corner oft he sky“ aus PIPPIN. Mit Andrea M. Pagani ging es schließlich in den Dschungel mit „Can you feel the love tonight“ aus dem KÖNIG DER LÖWEN.

Es folgten musikalische Blöcke über historische Persönlichkeiten, die Liebe oder eine Achterbahnfahrt der verschiedensten Themen und Gestalten. So verzauberte u.a. Juliane Bischoff das Publikum vor den Bildschirmen mit ihrer Interpretation von „Ich hab geträumt vor langer Zeit“ aus LES MISERABLES.

Weitere bekannte Melodien erklangen z.B. mit Andrea Paganis Interpretation von „Der letzte Tanz“ aus ELISABETH oder beim stimmgewaltigen Duett von Jeannette Friedrich und Juliane Bischoff zu „Mädchen der Nacht“ aus JEKYLL & HYDE.

Beim „Ritt durchs Repertoire“, wie es Georg Veit so schön formulierte, kamen aber auch eher selten gespielte oder noch gar nicht in Deutschland gespielte Melodien zum Einsatz. So präsentierte Juliane Bischoff aus dem 2017 uraufgeführten Musical SIX „Heart of stone“. SIX ist eine moderne Nacherzählung der Leben der sechs Ehefrauen von Heinrich VIII.

Sascha Krebs demonstriert mit Andrea Pagani aus dem aktuell eher selten gespielten Musical DER GEHEIMNISVOLLE GARTEN „In Lillys Eyes“, sowie gemeinsam mit Juliane Bischoff „Solang ich dich hab“ aus WICKED. Sehr emotionale Momente zeigten Andrea Pagani mit „Bring ihn heim“ aus LES MISERABLES sowie Jeannette Friedrich mit „Gold von den Sternen“ aus MOZART!.

Kurz vor Ende des fast zwei-stündigen Konzertes wies Georg Veit auf die Situation aller Künstler*innen hin. Sie alle können sich aktuell ihren Lebensunterhalt so gut wie nicht verdienen. Aus diesem Grund appelliert Veit an die zahlreichen Zuschauer*innen, etwas an die Bürgerstiftung Mannheim zu spenden. Die Bürgerstiftung ermöglicht es, dass solch ein Streaming kostenlos zugänglich sein kann und unterstützt die Mannheimer Künstlerinnen und Künstler.

Den großen Abschluss-Block bildete natürlich JESUS CHRIST SUPERSTAR, ein Rock-Musical, welches ganz sicher 2022 mit Alex Melcher, Brigitte Oelke u.v.m. endlich aufgeführt werden kann. Da sind sich die Verantwortlichen sicher. So bot Andrea Pagani „Pilatus´ dream“ dar und Jeannette Friedrich schlüpfte in die Rolle der Maria Magdalena mit „I don´t know how to love him“. Schließlich rockten alle gemeinsam bei „Jesus Christ Superstar“ die Bühne.

Als Zugabe gab es aus RENT ein rockiges und gefühlvolles „Seasons of love“.

MUSICALZUHAUSE ließ einen für 2 Stunden die Sorgen vergessen, zauberte Gänsehaut und Tränchen und das trotz der digitalen Variante. DANKE an die Verantwortlichen vom Capitol Mannheim für diesen mehr als gelungenen Livestream.

Band:

  • Klavier/Musikalische Leitung: Marcos Padotzke
  • Bass: Katharina Gross
  • Schlagzeug: Jonny König
  • Gitarre: Thilo Zirr

Wer sich selbst ein Bild davon machen möchte oder einfach nicht genug bekommt:


 


Artikel von Anna-Virginia

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Stage Diving, Fannähe und ausgelassene Stimmung: Michael Patrick Kelly im Amphitheater Hanau!

Am vergangenen Samstag (11.08.2018) trat Michael Patrick Kelly im Rahmen seiner aktuellen „ID“-Tour im ausverkauften Amphitheater in Hanau auf und sorgte bereits Stunden vorher für Verkehrschaos in der „Brüder-Grimm-Stadt“. Pünktlich betrat der in Dublin geborene Sänger die Bühne des Open Air-Theaters und begeisterte die 2.700 Zuschauer vom ersten Moment an mit seiner guten Laune und seiner wirklich sympathischen Art. Gut zwei Stunden lang gab der frühere Mädchenschwarm der Kelly Family mit seinem Programm tiefe Einblicke in sein Leben. „ID“ steht für Identität und genau um diese ging es an diesem Konzertabend. „Am Liebsten würde ich mich mit jedem einzelnen von euch unterhalten, euch fragen wer ihr seid, wo ihr herkommt und wie es euch geht“, erklärte Kelly direkt zu Anfang seines Konzertes. Dass die Nähe zu seinen Fans ihm sehr wichtig ist, zeigte er mehrfach und klatschte immer wieder die ersten Reihen ab, ging während eines Songs auf seinen jüngsten Fan an diesem Abend zu, um seine Hand zu halten und ließ sich mit den Worten „Seid ihr echte Freunde? Dann lasst mich nicht fallen!“ von seinen Fans quer durchs Theater auf Händen tragen.

© MPK
© MPK

Egal, ob es Songs wie „Higher Love“, „A Little Faith“, „Golden Age“, Roundabouts“ oder „ID“ aus seinem gleichnamigen Album waren oder ein Kelly Family-Medley mit „An Angel“, „One More Song“ und „One More Freaking Dollar“, es wurde Zeile für Zeile mitgesungen und die Stimmung brachte das Amphitheater zum Beben. Immer wieder erzählte der 40-jährige ein bisschen aus dem Leben und was ihm persönlich wichtig ist. „Ich habe mich mit meiner Vergangenheit versöhnt, ihr müsst da jetzt einfach vier Minuten lang durch“ scherzte der Singer und Songwriter, als er das Medley der Kelly Family ankündigte. Ernster und mucksmäuschenstill wurde es hingegen, als er von der Begegnung nach dem Soundcheck mit zwei schwerkranken Fans erzählte und später auch zu einer Schweigeminute für den Frieden aufrief.

© Diana Agostini
© Diana Agostini

2017 war Michael Patrick Kelly Teilnehmer der Show „Sing meinen Song“ auf VOX und wurde mit seiner Ehrlichkeit und Authentizität zum Liebling der Show. Gerade sein damaliger Auftritt mit „Shake Away“ (Offizieller Video-Clip) dürfte vielen bis heute in Erinnerung geblieben sein. Der Pop-Song sorgt nicht nur für gute Laune und animiert zum Mitsingen, sondern symbolisiert auch Kellys Neustart nach seiner langen (musikalischen) Auszeit. Mit seinen eigenen Versionen von „Flüsterton“ und „Memories“ dankte er an diesem Abend seinen Musikerkollegen und Freunden Mark Forster und Gentleman. Mit „Shake Away“ wurde dann so langsam das Ende eines beeindruckenden Konzertabends eingeläutet.

© Diana Agostini
© Diana Agostini

Bis einschließlich 15. September 2018 tourt Michael Patrick Kelly noch durch Deutschland. Infos und Tickets gibt es unter: www.michael-patrick-kelly.com.


Artikel von Natascha

(Fotos: © Diana Agostini / MPK ; Video: MPKVEVO)

 

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The Show must go on – Die große Musical-Gala vom Staatstheater Augsburg

Freilichtbühne am Roten Tor

Premiere: 27. Juni 2020

 

Wenn auf einer Bühne 15 Akteure zum „Time Warp“ singen und tanzen, fragt sich das begeisterte Publikum, wie es sein kann, dass die Corona bedingten 90 Minuten schon vorbei sind. Denn so kurzweilig ist die Show mit dem Titel „The Show must go on“, die im Juni und Juli an über 20 Terminen auf der Freilichtbühne am Roten Tor in Augsburg gespielt wird.

Mit behördlich genehmigten 550 Zuschauern ist dies 2020 wohl eine der größten Veranstaltungen überhaupt. Dies verdankt man vor allem Staatsintendant André Bücker, der wie ein Löwe darum gekämpft hat, dass diese Show zustande kommt.

Neben Mitgliedern des Ensembles rocken auch Katja Berg, Susanna Panzner, Chris Murray und Alexander Franzen die Bühne. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Denn nach dem Opening mit dem Titel des Abends „The Show must  go on“ mit allen Beteiligten geht es nach Vorstellung der Mitwirkenden durch Alexander Franzen, gleich richtig los.

Alexander Franzen übernahm auch die Moderation und wenn er manchmal ein bisschen mit dem Text kämpfte, so überspielte er dies sehr charmant.

„Kiss me, Kate“ hätte eigentlich dieses Jahr auf dem Spielplan gestanden, doch nun gibt es daraus nur ein Medley mit den Interpreten, die auch im Musical gesungen hätten: Elke Kottmair, Susanna Panzner, Katharina Wollmann und Alexander Franzen. Das ganze lustig in Szene gesetzt mit den Tänzerinnen und Tänzern, die sich durch Plexiglas-Scheiben anschmachten.

Stimmgewaltig präsentierte sich mit ihrem ersten Lied Katja Berg. Zu „Milady ist zurück“ aus „3 Musketiere“ kam sie die leuchtende Treppe aus Goldmünzen herunter. Ein bisschen Mühe mit der Stimmlage hatte Alexander Franzen bei dem Titel „This is the moment“. Stimmgewaltig und dynamisch präsentierte sich mit „Superstar“ aus JCS Chris Murray. Er brachte damit das Publikum zum ersten Mal an diesem Abend zum Mitklatschen. Nach „A Whole new World“ aus „Aladdin“ gesungen von Janina Moser und Manuel Dengler, beide aus dem Ensemble des Theaters, zeigte Susanna Panzner mit „All that Jazz“, dass sie nicht nur toll singen, sondern auch tanzen kann.

Eine besondere Kulisse ist das Theater am Roten Tor mit seiner Treppe aus Goldmünzen und den Mauern des Stadtwalls sowieso, aber wenn dann noch alle 15 Mitwirkende gemeinsam „One Day More“ aus „Les Miserables“ singen, ist das nicht nur ein Ohrenschmaus, sondern auch eine Augenweide.

Ein bisschen lustiger geht es dann schon zu, wenn Alexander Franzen als „Sweet Transvestite“ auf Highheels die Treppe herunter kommt und dann von den Tänzerinnen, alle mit Gruselmasken, die Hosen herunter gerissen bekommt und in goldenem Höschen singt.

Bunt wurde es auch danach bei „Mamma Mia“ mit Susanna Panzner und den Tänzerinnen und Tänzern des Ensembles. „The Winner takes it all“ ist dagegen eher traurig, toll und emotional gesungen von Katja Berg. Und schön die Idee, sie im Licht von Taschenlampen stehen zu lassen.

Das nächste Lied ist eigentlich nicht so bekannt, dafür umso aktueller. „Sternenstaub“ ist aus dem Musical „Einstein“, geschrieben von Stephan Kanyar. „Es ist alles verbunden, ist untrennbar, ist eins. Wir alle sind aus Sternenstaub gemacht, im Ursprung sind wir gleich“ heißt es im Text. Mit diesem Lied, seinem gefühlvollen, aber auch sehr emotionalen und dramatischen Vortrag, verzauberte Chris Murray die Zuschauer. Ganz still war es plötzlich im Rund des Theaters, während in den Bäumen die Sternenlichter tanzten. Ein Moment purer Magie.

Danach hieß es erst mal wieder Luft holen für die beiden „Dreamgirls“ des Abends Katja Berg und Susanna Panzner, die den Titel „One Night only“ sangen.

Das zweite Musical, das dieses Jahr hätte spielen sollen, wäre „Herz aus Gold“ gewesen. Es handelt von dem Leben des Jacob Fugger, der einmal der reichste Mann der Welt war. Doch seine große Liebe (wenigstens im Musical) nicht bekam.

Die Hauptrollen hätten dieses Jahr (und hoffentlich dann nächstes Jahr) Chris Murray, Katja Berg und Katharina Wollmann spielen sollen. Chris Murray, den, wie Alexander Franzen in seiner Moderation sagte, das Augsburger Publikum adoptiert hat, eröffnete das Medley aus „Herz aus Gold“ mit dem Titel „Nach oben“, gefolgt von „Du durftest mich nicht zwingen“ mit Katja Berg und Katharina Wollmann. Ein weiterer emotionaler Moment ist „Wo bin ich geblieben“, gesungen von Katja Berg. Den Abschluss machte dann der Titelsong „Herz aus Gold“ mit Chris Murray.

Eigentlich wäre ja der Abend damit laut Programm vorbei, doch natürlich folgten noch zwei Zugaben. Zum einen „You’ll never walk alone“, zu dem alle beleuchtete Regenschirme hatten – ein grandioser Anblick – und zu dem als Special Guest Kate Allen auftrat.

Und dann ging es tatsächlich mit dem „Time Warp“ zu Ende, wobei einige Zuschauer zaghaft mitmachten. Man kann dem Staatstheater nur gratulieren zu dieser großartigen Show und dem Mut, sie auf die Bühne zu bringen. Und Danke dem musikalischen Leiter Justin Pambianchi, der die Arrangements von Stephan Kanyar mit den Augsburger Philharmonikern perfekt umsetzt. Abgerundet wird der Abend mit den Choreografien von Mario Mariano. Und das alles in der wunderbaren Kulisse des Theaters am Roten Tor. Ein Besuch lohnt sich!


Artikel & Fotos von Ingrid K.

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Murray, Chris

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Vita folgt!


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Stand 07/2023

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